Mit sechs Athleten waren die Leichtathletik-Trainingsgruppe des UAC Kulmbach und die Rasenkraftsportler des UAC Kulmbach in verschiedenen Altersklassen bei den internationalen Werfertagen in Halle an der Saale vertreten – und das sehr erfolgreich.
Richtig was los war bei den Hauptwettkämpfen der Männer und Frauen. In allen Disziplinen waren neben den besten deutschen Athleten zahlreiche ausländische Weltklasse-Sportler am Start. Im Hammerwerfen der Männer traten neben den deutschen Athleten Sören Klose (Eintracht Frankfurt) und Merlin Hummel (UAC Kulmbach) renommierte Athleten wie der kanadische Weltmeister Ethan Katzberg, der Isländer Hilmar Jonsson, Adam Kelly (Estland), He Jiang (China) oder Achmed Tarek (Ägypten) an.
Hunderte von Zuschauern versammelten sich auf den Tribünen um den Hammerwurfring. Für Hummel ging es darum, seine kürzlich aufgestellte deutsche Jahresbestweite von 77,65 Metern noch ein Stückchen Richtung direkter Olympia-Norm von 78,20 Meter zu schieben. Nach einem lockeren Auftaktversuch von 74,80 Meter gelang das dem Kulmbacher im zweiten Durchgang fast. Mit 78,11 Metern lag er am Ende nur neun Zentimeter hinter der Olympia-Qualifikationsnorm. Hummels Freund, der Weltjahresbeste Ethan Katzberg , lag lange Zeit im gleichen Bereich, ehe er im letzten Versuch 80,10 Meter raushaute. Dritter im hochklassigen Wettkampf wurde schließlich der Engländer Jake Norris mit 77,20 Metern.
Siebter auf Weltjahres-Bestenliste
Hummel liegt mit seinem neuen bayerischen Rekord nun auf Rang 7 der bereinigten (ohne zwei nicht startberechtigte Russen) Weltjahres-Bestenliste. In den europäischen Jahresbestenlisten ist er Fünfter bei den Männern und Erster in der U23. Doch das allein berechtigt nicht zum Start bei den olympischen Spielen. Das World-Ranking, bei dem die fünf besten Ergebnisse der einzelnen Athleten einfließen und Zusatzpunkte, die bei unterschiedlich eingestuften Meetings errungen werden, ist entscheidend. Das Ganze ist ein kompliziertes Rechenspiel, wer schließlich einen der 32 Startplätze für Paris ergattert, denn in Asien, Ungarn oder Skandinavien gibt es eine Menge hochrangiger Meetings, in die deutsche Athleten nicht ohne weiteres hineinkommen.
Der Wettkampf in Halle war nun ein „Bronze-Meeting“ der World-Continental-Tour und brachte Hummel 50 Punkte extra für seinen zweiten Platz. Im Moment muss sich der Kulmbacher noch keinen Kopf über einen Olympia-Startplatz machen. Wichtig ist nun erst einmal die Konzentration auf die Europameisterschaft vom 6. bis 12. Juni in Rom. Dort kann der 22-Jährige beim Überstehen der Qualifikation enorm viele Extra-Punkte machen oder noch besser, seine Bestleistung um die fehlenden neun Zentimeter für die Direktnorm steigern.
Jüngster UACler wird Zweiter
Der Jüngste im Team, der 14-jährige Kai Konopacki, ließ sich vom Trubel und der starken Konkurrenz nicht beeindrucken, sondern eher beflügeln. Mit einer Hammerwurf-Bestleistung von 53,40 Metern war der Forstlahmer in die Saalestadt angereist. Gleich im ersten Versuch schleuderte er seine 4 Kilo schwere Eisenkugel auf 54,60 Meter, ehe er im vierten Durchgang nochmals ordentlich etwas drauflegte. Mit 56,30 Metern musste er sich nur Linus Holzhey (59,28 Meter; TV Hindelang) geschlagen geben und schaffte als Zweiter den Sprung auf das Hallenser Treppchen. Dritter wurde Loris Ritter vom LAC Erfurt mit 49,16 Metern.
Das Treppchen hatte auch Matti Hummel im Hammerwurf der B-Jugend vor Augen. Einer soliden Serie fehlte jedoch der Ausschlag nach oben. Der 17-Jährige schleuderte seinen 5-Kilo-Hammer auf 64,27 Meter und lag am Ende hinter Max Baier (TV Fränkisch-Crumbach; 66,59 Meter), Andre Rommel (SC Berlin; 66,57 Meter) und dem Schweden Lowe Wängelin (65,05 Meter) auf dem vierten Platz.
Speerwerfer Max Hübner mit Comeback
Nach eineinhalbjähriger Verletzungspause bestritt der 18-jährige Max Hübner im Speerwurf der A-Jugend seinen zweiten Wettkampf. Auch der schaffte mit 56,89 Metern als Achter in einem international besetzten Feld den Einzug ins Finale. Weitere Schrittchen dürften bei mehr Wettkampfpraxis für den Unnersdorfer (Lkr. Lichtenfels) möglich sein.
Liebenwald-Zwillinge jeweils im Finale
In der U23-Klasse ging Leonie Liebenwald etwas nervös an den Start und haderte mit ihrer Technik. Schließlich gelang jedoch der angestrebte Einzug in den Endkampf der besten acht Hammerwerferinnen. Mit ausbaufähigen 52,23 Metern (4-Kilo-Hammer) wurde die 20-Jährige Siebte ihrer Klasse. Leonies Zwillingsbruder Linus wollte ebenso in der U23-Klasse ins Finale und vor allem erstmals mit dem 7,26 Kilo schweren Hammer über die 60-Meter-Linie werfen. In Runde 1 und 2 lag der Jurastudent mit 59,60 und 59,76 Metern schon über seinem Hausrekord von 59,17 Metern. Doch auf dem Finalplatz 8 lag der Frankfurter Michael Neuenroth mit 60,64 Metern. Liebenwald ging im dritten Durchgang beherzt zur Sache, schleuderte die Metallkugel auf die persönliche Bestmarke von 60,74 Meter und sicherte sich somit als Achter seinen Finalplatz, der mit vier ausländischen Athleten bestückt war. mst











