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Paraschwimmen
Kimi Brückner von der SG Bamberg wird viermal Meister
Der sehbehinderte Harsdorfer Schwimmer Kimi Brückner wurde in Berlin vierfacher deutscher Meister.
Der sehbehinderte Harsdorfer Schwimmer Kimi Brückner wurde in Berlin vierfacher deutscher Meister. // Michael Lapp
Signet des Fränkischen Tags von Redaktion
Harsdorf – Der 15-jährige Kimi Brückner gewinnt bei der IDM vier deutsche Meistertitel und wird als „Jugendsportler des Jahres 2025“ geehrt. Die EM-Quali verpasst der 15-Jährige jedoch knapp.
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Die Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark in Berlin war Schauplatz der internationalen deutschen Meisterschaft (IDM) der Paraschwimmer. Der 15-jährige sehbehinderte Kimi Brückner aus Harsdorf (Landkreis Kulmbach), der für die SG Bamberg startet, nahm zum fünften Mal an der IDM teil. Sein großes Ziel war die Qualifikation für die EM.

Gleich am ersten Tag stand seine Paradestrecke 100 Meter Brust auf dem Programm, bei der er sich große Hoffnungen auf ein Ticket nach Istanbul gemacht hatte. Der Vorlauf war taktisch geprägt. Man merkte vielen Schwimmern eine gewisse Nervosität an.

Kimi Brückner, der mit einer Bestzeit von 1:10,32 Minuten gemeldet war, erreichte in 1:11,82 souverän das Finale. Allerdings blieb er auch hier mit 1:11,10 Minuten deutlich hinter seinen Erwartungen und war dementsprechend geknickt. Dass ihm dieser Lauf seinen ersten deutschen Meistertitel in der Jugend und gleichzeitig den zweiten Platz in der internationalen Jugendwertung einbrachte, war ein schwacher Trost.

Am zweiten Tag standen 50 Meter Rücken, 200 Meter Brust und 200 Meter Lagen auf dem Plan. Auf diesen Strecken knackte Brückner seine Bestzeiten. So wurde er in 2:40,72 Minuten deutscher Meister über 200 Meter Brust.

International nur knapp am Podest vorbei

Im Finale über 50 Meter Rücken konnte Brückner seine Bestzeit aus dem Vorlauf nochmal steigern und holte sich in 33,62 Sekunden Silber und Bronze in der internationalen Jugendwertung.

Die 200 Meter Lagen schwamm der Harsdorfer ebenfalls schneller als im Vorlauf und sicherte sich mit 2:30,12 Minuten den nationalen Meistertitel. International verpasste er aber denkbar knapp das Podest.

Am Abschlusstag standen nochmals drei Kurzstrecken auf dem Programm: jeweils 50 Meter Freistil, Brust und Schmetterling. In allen drei Vorläufen schwamm Brückner wieder Bestzeiten und qualifizierte sich für die Finals. Den Endlauf über die 50 Meter Schmetterling sagte der 15-Jährige ab, um Kräfte zu sparen. Der Plan ging auf, denn über 50 Meter Freistil (28,01) und 50 Meter Brust (32,67) sicherte er sich zwei weitere Titel. Über 50 Meter Brust gewann er zudem Silber in der internationalen Jugendwertung.

„Jugendsportler des Jahres“

Trotzdem war der Harsdorfer mit vier deutschen Meistertiteln und zwei Silbermedaillen sehr zufrieden. Doch auch international muss er sich mit Platzierungen zwischen Rang 2 und 5 nicht verstecken. Zumal er in den meisten Fällen nur ältere Schwimmer vor sich hatte.

Brückner wurde in Berlin außerdem für seine Gold- und Bronzemedaillen bei den Europäischen Para-Jugend-Spielen als „Jugendsportler des Jahres 2025“ ausgezeichnet. Der Traum von der EM-Teilnahme ist für Brückner aber noch nicht ausgeträumt. So setzt der 15-Jährige den Kampf um die Quali-Zeiten bei der anstehenden süddeutschen Meisterschaft der nicht beeinträchtigen Schwimmer in Stuttgart fort.

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