„Es war bestimmt kein Wetter, um 78 Meter zu werfen. Aber 76 Meter hätte ich schon drin gehabt“, sagt der 22-Jährige nach seinem 6. Platz unter zwölf Werfern. Einen Rang vor ihm landete sein deutscher Dauer-Rivale Sören Klose, der den sieben Kilo schweren Hammer auf 73,41 Meter schleuderte. Den Wettkampf gewann mit 78,13 Metern der Olympia-Vierte Mykhaylo Kokhan aus der Ukraine vor dem Ungarn Bence Halasz (76,06) und dem Griechen Christos Franzeskakis (76,06).
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Merlin Hummel startete mit drei Fehlversuchen, was bei den meisten Wettkämpfen das Aus bedeutet hätte. Doch beim Europacup waren jedem Teilnehmer sechs Würfe garantiert. Nach einer ausführlichen Video-Analyse kam der 22-jährige vom UAC Kulmbach zu der schonungslosen Erkenntnis: „Meine Technik war miserabel.“ Dabei hatte er sich noch zwei Wochen vorher bei der Deutschen Winterwurf-Meisterschaft in Halle in einer vielversprechenden Frühform präsentiert und mit technisch feinen Würfen den Titel (75,45 Meter) geschnappt
Merlin Hummels Heimtrainer Martin Ständner war beim Europacup in Portugal nicht dabei. Ihn ärgerten vor allem die drei Fehlversuche zum Start. „An der Sicherheit müssen wir weiter arbeiten, denn mit drei ungültigen Würfen ist man normalerweise draußen.“ Ständner dachte nach dem starken Auftritt von Halle („So weit hat Merlin um diese Zeit noch nie geworfen“), dass sein Top-Athlet schon weiter wäre. „Er hat sehr gut trainiert. Aber die Konkurrenz schläft nicht, und im Olympiajahr wird die Luft oben immer dünner.“
Wettkampf ist schnell abgehakt
Zwei Tage nach dem Wettkampf, kurz vor dem Heimflug von Lissabon nach München, ist Merlin Hummels Ärger schon wieder verraucht. „Der Wettkampf ist abgehakt. Ich werde in den nächsten Wochen noch härter arbeiten und freue mich dann auf das Ostertrainingslager in Kroatien.“ Hummel ist jedenfalls weiterhin zuversichtlich, den Hammer diese Saison so weit wie nie werfen zu können. “Ich habe technisch die Sicherheit, auf das Niveau von Halle noch was draufzupacken, da sind noch mega viele Reserven.“ Die Leistung von Leiria will er jedenfalls so schnell wie möglich vergessen: „Wenn ich in die absolute Weltspitze will, kann das nicht mein Anspruch sein.“
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Den nächsten großen Wettkampf bestreitet der Kulmbacher erst Ende Mai bei den traditionsreichen Werfertagen von Halle. Die magische Zahl in diesem Jahr lautet für ihn 78,20 Meter. Denn wenn er die wirft, hat er das Ticket zu den Olympischen Spielen in Paris (26. Juli bis 11. August) in der Tasche. Alternativ hat er noch die Möglichkeit, sich über die Weltrangliste für Paris zu qualifizieren.
Doch dazu muss er in dieser Saison mindestens 75,50 Meter werfen. Hummels zweites großes Ziel in diesem Jahr sind die Leichtathletik-Europameisterschaften in Rom vom 7. bis 12. Juni. Merlin Hummel zeigte sich im Gespräch mit dem online-Portal leichtathletik.de des Deutschen Leichtathletik-Verbands optimistisch, dass er bei der EM in Rom dabei ist. Der 22-Jährige sagte auch: „Die Kirsche auf die Sahnetorte wären natürlich die Olympischen Spiele.“
Bundestrainer Sven Lang ist optimistisch
Werfer-Bundestrainer Sven Lang traut sowohl Hummel als auch Sören Klose zu, bei beiden Großereignissen am Start sein zu dürfen: „Richtung Rom sollte überhaupt kein Problem sein. Ich glaube, sie werden auch den Weg in Richtung Olympische Spiele einschlagen. Sie werden die Bestätigungsnorm von 75,50 Metern werfen, und über das Ranking kommen sie sicherlich rein.“







