Forstbetriebsgutachten
Frankenwald bleibt Problemschwerpunkt
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Steinbach am Wald

Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung haben Andreas Sommerer und Till Abt vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Coburg-Kulmbach das Forstbetriebsgutachten vorgestellt, das den Zeitraum bis zum 31. Dezember 2040 umfasst. „Die Herausforderungen sind gewaltig und werden die Waldbesitzer über viele Jahre beschäftigen“, verdeutlichte Sommerer, der für den Landkreis Kronach zuständige Abteilungsleiter. Der Frankenwald werde ein Problemschwerpunkt bleiben.

Die Kahlflächen seien deutlich zu sehen, wobei der Norden am schlimmsten betroffen sei. 120 Hektar umfasse in der Gemeinde Steinbach am Wald die größte zusammenhängende Kahlfläche. „Nährboden für die Käferentwicklung war das Trockenjahr 2018“, sagte er. Dies belege auch die Menge an Schadholz, die 2021 aus dem Frankenwald geholt wurde: 800 000 Festmeter und damit rund 200 000 Festmeter mehr als im Vorjahr.

Extreme Eigendynamik

Die Wissenschaftler seien sich einig, dass der Frankenwald künftig trockenheitsresistente Baumarten brauche und artenreicher werden müsse. Nur so könne der Wald in Zukunft dem Klimawandel trotzen. „Die Eigendynamik ist extrem“, bedauerte er, dass auch im Steinbacher Gemeindewald viele Altholzbestände dem Käfer zum Opfer gefallen seien. Zu den 22 neuen im Amt eingestellten Fachkräften gehört auch Till Abt, der derzeit Steinbachs Revierleiter Martin Körlin vertritt. Abt berichtete von der Bewirtschaftung des Gemeindewaldes, der 28,72 Hektar umfasst. Das nur alle 20 Jahre erstellte Forstbetriebsgutachten sei eine Art Inventur und stelle ein wichtiges Steuerelement dar. Die kontinuierlich fortgeführte Dokumentation diene als Nachweis für eine vorbildliche nachhaltige Forstwirtschaft.

„Das Forstgutachten belegt eine starke Veränderung des Gemeindewaldes in den vergangenen 20 Jahren“, so der Förster. Der gute allgemeine Zustand sei dem persönlichen Engagement des bisherigen Revierleiters zu verdanken. Die Waldungen seien von Fichten dominiert, zeigten aber bereits erste Erfolge aus den bisherigen Umbaubemühungen. Die Tanne komme im Forstbetrieb erfreulicherweise auch vor. Das sich hieraus ergebende Naturverjüngungspotenzial sollte weiterhin intensiv genutzt werden, riet Abt.

Um den Umbau vormals nadeldominierter Bestände fortzuführen, müssten regelmäßige Pflegen und Durchforstungen auch in den kommenden Jahrzehnten die bisherigen Bemühungen absichern. Die Einbringung von Tanne, Buche und Eiche in derzeit noch führende, teils überalterte Nadelhölzer müsse fortgesetzt werden. Durch die notwendige Pflege der vorhandenen Buchen und Edellaubhölzer könnten wertvolle und klimatolerante zukunftsfähige Bestände für die nachfolgenden Generationen gefördert werden.

„Jeder Baum zählt“

„Jeder Baum zählt“, bekundete Bürgermeister Thomas Löffler (CSU). Sein Parteikollege Markus Löffler bedauerte, dass durch den Borkenkäfer bedingte Rodungen und Fällungen das Landschafbild nachteilig verändert haben. Sehr am Herzen lag ihm eine zeitnahe Wiederaufforstung der Kahlflächen mit klimaorientierten Baumarten. Gleichzeitig erbat er einen sorgsamen Umgang mit dem vorhandenen Bestand. Beides sagte Andreas Sommerer uneingeschränkt zu. hs

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