Auszeichnung
Freistaat Bayern würdigt Ludwigsstadt mit dem Gütesiegel „Flächenbewusste Kommune“
Bürgermeister Timo Ehrhardt freut sich über das Gütesiegel „Flächenbewusste Kommune“ für Ludwigsstadt.
Bürgermeister Timo Ehrhardt freut sich über das Gütesiegel „Flächenbewusste Kommune“ für Ludwigsstadt.
Foto: Stadt Ludwigsstadt
Ludwigsstadt – Die Stadt Ludwigsstadt ist als eine von vier Kommunen in Bayern mit dem Gütesiegel „Flächenbewusste Kommune“ ausgezeichnet worden. Wegen Corona fand d...

Die Stadt Ludwigsstadt ist als eine von vier Kommunen in Bayern mit dem Gütesiegel „Flächenbewusste Kommune“ ausgezeichnet worden. Wegen Corona fand der geplante Festakt in München nicht statt. Aber die Auszeichnung ging bereits an die Stadt im Landkreis Kronach.

Ludwigsstadt erlebt seit der Wiedervereinigung einen wesentlichen Strukturwandel mit einem Bevölkerungsrückgang von rund 20 Prozent. Um die knappen Flächenressourcen sparsam zu verwenden, bedurfte es einer strategischen Ausrichtung der Stadtentwicklung. Aufbauend auf ein interkommunales städtebauliches Entwicklungskonzept wurden vorbereitende Untersuchungen zur Stadtsanierung für den Ortsteil Lauenstein und den Stadtkern Ludwigsstadt angestellt und in weiteren Konzepten (Einzelhandels- und Versorgungskonzept) vertieft.

Die Stadt Ludwigsstadt betreibt ein aktives Leerstands- und Bauflächenmanagement. Dazu werden systematisch Leerstände und Baulücken erfasst. Ein kommunales Förderprogramm unterstützt Investitionen von Privateigentümern in Bestandsgebäude. Die Stadt selbst hat mehr als ein Dutzend sogenannte Schrottimmobilien erworben und beseitigt.

Darum geht es

Mit dem staatlichen Gütesiegel „Flächenbewusste Kommune“ schafft der Freistaat Anreize für Kommunen, das Thema Flächensparen zielgerichtet voranzubringen. Die Preisträger erhalten das Gütesiegel für ein aktives Flächenmanagement und innovative Ansätze und Maßnahmen zur Reduzierung des Flächenverbrauchs. Das betonten Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber, Bayerns Bauministerin Kerstin Schreyer und Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert anlässlich der Auszeichnung der vier Preisträger mit dem Gütesiegel.

Glauber: „Boden ist nicht vermehrbar, daher ist der Schutz von Böden und Flächen wichtiger denn je. Böden sind bedeutend für unsere Ökosysteme, sie speichern CO2 und Wasser und sind die Grundlage für Biodiversität. Flächensparen bedeutet, fruchtbaren und kostbaren Boden zu erhalten und unsere einzigartigen Landschaften zu schützen. In Partnerschaft mit den Kommunen wollen wir den Flächenverbrauch in Bayern deutlich senken. Flächenschutz geht nur gemeinsam. Gleichzeitig gilt: Die Kommunen sollen weiterhin Entwicklungschancen nutzen und dabei Flächenressourcen schonen. Wir brauchen intelligente Lösungen zur besseren Flächennutzung, etwa durch Entsiegelung, Flächenrecycling und die Belebung von Ortskernen. Die ausgezeichneten Kommunen zeigen mit ihren Ideen, wie es geht.“

Bayerns Bauministerin Kerstin Schreyer: „Als Bauministerin ist es mir besonders wichtig, dass die Menschen überall in Bayern leben können. Wohnraum für alle zu schaffen, ist die soziale Frage der Zukunft. Dabei müssen wir das große Thema Flächensparen klug mitdenken. Mein Haus kümmert sich seit Jahren sehr intensiv um die Fragestellung Flächensparen und setzt auf qualitätsvolles Wachstum. Flächenverbrauch zu reduzieren und neuen Wohnraum zu schaffen, muss sich nicht ausschließen. Wohnraum ist gerade in ländlichen Gebieten oft bereits da oder durch Umnutzung von Leerstand flächenschonend möglich. Qualitätsvolles Wachstum im Sinne des Flächensparens heißt auch, dichter, höher und ökologischer zu bauen! Das Bauministerium unterstützt die Kommunen bei ihren Bemühungen insbesondere im Rahmen der Städtebauförderung.“

Der Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert unterstrich: „Mit der 2019 durch Staatsminister Aiwanger initiierten ressortübergreifenden Flächensparoffensive der bayerischen Staatsregierung haben wir ein deutliches Signal gesetzt. Wir möchten unsere Heimat aktiv schützen, um kommenden Generationen Entwicklungsspielräume und ein lebenswertes Umfeld zu sichern. Für eine nachhaltige Zukunft des Freistaats müssen zentrale Herausforderungen unserer Zeit wie Klimawandel, Energiewende, Wirtschaftsentwicklung, Wohnraumnachfrage und Flächensparen gemeinsam gedacht werden. Ein wichtiger Stellhebel hierfür ist die Innenentwicklung. Den Kommunen kommt dabei eine entscheidende Rolle zu. Sie kennen die konkrete Situation vor Ort und können im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern das Bewusstsein sowie die notwendige Akzeptanz für das Thema Flächensparen schaffen. Die Preisträger des Gütesiegels ,Flächenbewusste Kommune’ zeigen dabei herausragende Eigeninitiative und sind Vorbilder für andere Kommunen.“ red

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