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Der Landkreis zeichnet aus
Das sind die Gewinner des Kulturpreises
Die Preisträger
Als Preisträger des mit insgesamt 10 000 Euro dotierten Kulturpreises 2025 des Landkreises für Barrierefreiheit und Inklusion wurden von Landrat Thomas Bold (links) das Festival „Ab geht die Lutzi“ (Rottershausen), die Garde der GCA Gauaschach, der „Taubenschlag“ von Bianca und Willy Volkert (Hammelburg) sowie Nils Bauer (Maßbach) ausgezeichnet. // Sigismund von Dobschütz
Hammelburg – Der Kulturförderpreis 2023 zeigt: Inklusion ist mehr als ein Ideal. Die Preisträger setzen Barrierefreiheit kreativ und erfolgreich um.

Zum zweiten Mal verlieh der Landkreis Bad Kissingen seinen im Jahr 2022 vom Kreistag gestifteten und alle zwei Jahre unter wechselndem Motto zu vergebenden Kulturförderpreis. Nach Verleihung des ersten Kulturpreises 2023 zum Thema „Interkulturalität“ ging diesmal die mit bis zu 10.000 Euro dotierte Auszeichnung unter dem Motto „Barrierefreiheit und Inklusion“ an die Veranstalter des Festivals „Ab geht die Lutzi“ in Rottershausen, die Garde GCA in Gauaschach, an den Seniorentreffpunkt „Taubenschlag“ in Hammelburg und den Musiker Nils Bauer.

In stimmungsvoller Atmosphäre des Saales saßen die Preisträger im „Taubenschlag“ mit Angehörigen, ihren Laudatoren sowie Mitgliedern des Kulturausschusses des Kreistags und ließen sich von Musiker Nils Bauer am Akkordeon auf den Festakt einstimmen, der von Landrat Thomas Bold eröffnet wurde.

„Kultur verbindet“

„Barrierefreiheit und Inklusion ist ein Thema, das uns täglich begegnet und herausfordert“, begründete Bold die Wahl des diesjährigen Mottos zur Vergabe des Kulturpreises. Es sei wichtig, allen Menschen unabhängig von Einschränkungen oder Voraussetzungen den Zugang zu kulturellen Angeboten zu ermöglichen und damit einen Mehrwert für die Gesellschaft zu schaffen. „Kultur verbindet, aber nur, wenn alle Zugang haben.“

Bis zum Bewerbungsschluss im März waren zehn Nominierungen für acht Projekte im Landratsamt eingegangen. „Diese Vielfalt zeigt, wie engagiert Kultur-Akteure im Landkreis diesen Weg bereits gehen“, betonte der Landrat. Die in diesem Jahr für ihr Bemühen um Barrierefreiheit und Inklusion gewürdigten Preisträger würden immer wieder zeigen, wie viel Kraft in Angeboten steckt, die Barrieren abbauen und Menschen zusammenbringen. Bold: „Genau dies wollen wir mit unserem Förderpreis sichtbar machen und finanziell unterstützen. Jeder dieser Preisträger zeigt, wie wir uns eine offene und starke Kulturlandschaft vorstellen.“

Der erste Preis des in diesem Jahr viergeteilten Kulturpreises ging mit 3000 Euro an die Veranstalter des seit 2009 jährlich stattfindenden Sommerfestivals „Ab geht die Lutzi“ in Rottershausen. Oerlenbachs Bürgermeister Nico Rogge würdigte als Laudator das dreitägige „Festival für alle“ mit über hundert verschiedenen Programmpunkten, an deren Ausrichtung etwa 700 Ehrenamtliche beteiligt sind. Dies sei nach dem Fasching die „sechste Jahreszeit und ein echter Leuchtturm der Region mit internationaler Strahlkraft“.

So wird für Inklusion gesorgt

Schon von Beginn an sei Barrierefreiheit und Inklusion ein wichtiges Thema des Festivals gewesen, dessen entsprechende Angebote und Vorkehrungen „weit über den Standard hinausgehen“. Informationen auf der Website sind auch in einfacher Sprache zu finden, bei der Veranstaltung gibt es abgesenkte Tresen für Rollstuhlfahrer, barrierefreie Toiletten und manches mehr. So wird auch für Menschen mit Behinderung die Möglichkeit geschaffen, mitfeiern zu können und gesellschaftliche Teilhabe zu erfahren. Für ihr Inklusionskonzept wurde das Festival bereits im Jahr 2022 mit dem Bayerischen Popkulturpreis in der Kategorie „Soziale Nachhaltigkeit“ ausgezeichnet.

Die Garde GCA Gauaschach wurde mit dem zweiten Preis in Höhe von 1500 Euro ausgezeichnet. Sportliche Perfektion stünde beim Tanz zwar im Vordergrund, meinte als Laudator Hammelburgs Bürgermeister Armin Warmuth. Doch die Garde schaffe noch einen Mehrwert: Schon vor mehreren Jahren hatten die Tänzerinnen zwei Mädchen mit Behinderungen ins Tanzgeschehen aufgenommen – auch auf die Bühnen. „Inklusion kann selbstverständlich sein, wenn sie aktiv gelebt wird“, würdigte dies Warmuth. „So wird der Fasching ein Motor für Inklusion und die Garde in Gauaschach zum Vorbild für andere Vereine.“

Offener Seniorentreff

Den dritten Preis in Höhe von 1000 Euro erhielten Bianca und Willy Volkert für ihren offenen Seniorentreffpunkt „Taubenschlag“ in Hammelburg. Während der Corona-Pandemie hatten sie die leerstehende Schreinerei – „gewissermaßen als Beschäftigungstherapie“, wie Kulturmanager Felix Gantner als Laudator meinte – zu einem barrierefreien Begegnungsort für Menschen mit und ohne Behinderung hergerichtet. Hier werden seitdem Veranstaltungsformate entwickelt und angeboten, würdigte Gantner das beispielhafte Engagement, „die mittels Kultur soziale Teilhabe ermöglichen“. Diese reichen von Filmabenden und geschichtlichen Bildvorträgen bis zu kostenfreien Veranstaltungen ohne jeglichen Konsumzwang.

Sonderpreis

Mit dem Sonderpreis in Höhe von 500 Euro wurde Nils Bauer aus Maßbach ausgezeichnet, der neben Akkordeon auch Klavier und Keyboard spielt. Seit sechs Jahren gibt der junge Musiker nicht nur Benefizkonzerte in seinem Heimatort, sondern zieht mit seinem Akkordeon durch den Landkreis und Seniorenheime, Tagespflegen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, erzählte Bürgermeister Matthias Klement. „Du bringst Musik und Freude nicht nur in die Häuser, sondern manchmal sogar in die Zimmer.“ Die Erlöse aus den Konzerten – inzwischen sind schon 10.000 Euro zusammengekommen – spendet Nils Bauer verschiedenen wohltätigen Zwecken. Der nächste Kulturpreis des Landkreises steht 2027 unter dem Motto „Kultur und Klima“. Entsprechende Nominierungen können ab Herbst kommenden Jahres beim Projektmanagement Kultur im Landratsamt eingereicht werden. Nähere Informationen gibt es im Internet.

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