Am 28. März versammelten sich die Mitglieder der Rotwildhegegemeinschaft Bayerische Rhön in Thulba zur Jahreshauptversammlung. Ein zentrales Element der Präsentation war laut Pressemitteilung die Darstellung der langfristigen Entwicklung der Abschusszahlen seit den frühen 1990er Jahren. Dabei wurde deutlich, dass sich die Rotwildstrecken über die Jahrzehnte hinweg erheblich verändert haben. Auch die folgenden Infos sind der Pressemitteilung entnommen:
Steigende Abschlusszahlen
Während in den 1990er Jahren noch deutlich niedrigere Abschusszahlen zu verzeichnen waren, stiegen diese insbesondere ab den 2000er Jahren kontinuierlich an. In den vergangenen Jahren wurde schließlich ein sehr hohes Niveau erreicht, mit Spitzenwerten von über 900 Stück Rotwild pro Jagdjahr.
Im aktuellen Jagdjahr 2025/2026 ist jedoch ein Rückgang zu beobachten. Dies zeigt, wie sensibel die Entwicklung der Bestände auf äußere Einflüsse und jagdliche Maßnahmen reagiert und wie wichtig eine kontinuierliche Anpassung der Strategien ist.
Für das Jagdjahr 2025/2026 wurde ein Abschuss-Soll von 724 Stück Rotwild festgelegt. Tatsächlich erreicht wurden 605 Stück, was einer Zielerfüllung von rund 83,5 Prozent entspricht.
Diese Abweichung verdeutlicht die Herausforderungen in der praktischen Umsetzung der Abschussplanung. Die Gründe können vielfältig sein: Dazu gehören unter anderem witterungsbedingte Einflüsse, verändertes Wildverhalten, unterschiedliche Revierbedingungen sowie organisatorische und personelle Faktoren.
74 Prozent Kahlwild
Die Auswertung zeigt eine klare Verteilung der Strecke: Rund 74 Prozent entfallen auf Kahlwild (Alttiere, Schmaltiere und Kälber) und etwa 26 Prozent auf Hirsche. Diese Gewichtung entspricht grundsätzlich den Anforderungen eines nachhaltigen Wildmanagements, bei dem insbesondere das Kahlwild eine zentrale Rolle in der Bestandsregulierung spielt.
Ein Blick auf die einzelnen Reviergruppen zeigt teils deutliche Unterschiede in der Zielerreichung: Bad Brückenau und Hammelburg bewegen sich insgesamt im soliden Bereich, mit teilweise guter Annäherung an die Vorgaben.
In Bad Kissingen und Mellrichstadt zeigen sich punktuelle Abweichungen, insbesondere innerhalb einzelner Wildklassen.
Die Reviergruppe Bad Neustadt – unterteilt in Privat- und Staatsjagd – weist differenzierte Ergebnisse auf, die in der Gesamtbetrachtung jedoch nahe am Soll liegen.
Gemünden stellt eine der größeren Reviergruppen dar und trägt entsprechend wesentlich zum Gesamtergebnis bei.
Diese Unterschiede beweisen, dass eine regional angepasste Bejagungsstrategie nötig ist. Einheitliche Vorgaben müssen stets unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten interpretiert und umgesetzt werden.
Für das kommende Jagdjahr 2026/2027 wurde ein neuer Abschussplan mit insgesamt 678 Stück Rotwild beschlossen. Das bedeutet eine Anpassung der Zielvorgaben. Ziel bleibt es, eine ausgewogene Balance zwischen Wildbestand und Lebensraum zu gewährleisten. Im Fokus stehen die nachhaltige Regulierung der Bestände, die Vermeidung von Wildschäden in Wald und Feld , der Erhalt einer gesunden Altersstruktur und die konsequente Bejagung des Kahlwildes. Die Umsetzung dieser Ziele erfordert weiterhin eine enge Abstimmung zwischen allen Beteiligten.
Die Arbeit innerhalb der Rotwildhegegemeinschaft basiert überwiegend auf ehrenamtlichem Engagement. Dennoch entstehen regelmäßig Kosten, beispielsweise für die Organisation von Versammlungen, für Informationsmaterial und Kommunikation, für Vorträge und fachliche Beratung sowie für die Instandhaltung von Ausrüstung.
Zur Deckung dieser Aufwendungen wurde ein neuer jährlicher Mitgliedsbeitrag von 20 Euro festgelegt.
In der Versammlung wurde deutlich, dass die Rotwildhegegemeinschaft Bayerische Rhön weiterhin vor anspruchsvollen Aufgaben steht. Die Balance zwischen Wildbestand, Waldentwicklung und landwirtschaftlichen Interessen erfordert eine konsequente und zugleich flexible Herangehensweise. red









