Münnerstadt
Entspannt in die digitale Welt
Unser Foto zeigt Christina Raithel (links) und Hannah Baunacher vom Mehrgenerationenhaus, dazwischen Klimamanager Stefan Richter und rechts Digitalexperte Jürgen Gerling.
Unser Foto zeigt Christina Raithel (links) und Hannah Baunacher vom Mehrgenerationenhaus, dazwischen Klimamanager Stefan Richter und rechts Digitalexperte Jürgen Gerling. // Hartmut Hessel
Münnerstadt

Wie können Bürgerinnen und Bürger Schritt für Schritt den Umgang mit Smartphone, Internet und digitalen Anwendungen erlernen? Mit dieser Frage befasste sich ein Informations- und Planungstreffen im M17/Blauer Laden. Eingeladen hatte der Klimamanager der Stadt Münnerstadt, Stefan Richter, der den Abend moderierte und organisierte.

Als Referenten waren drei Gäste aus dem Mehrgenerationenhaus Haßfurt angereist: Die Projektmitarbeiterinnen Hannah Baunacher und Christina Raithel sowie der ehrenamtlich engagierte Digitalexperte Jürgen Gerling, schreibt Stefan Richter in einer Pressemitteilung.

Zu Beginn stellten die beiden Mitarbeiterinnen das Mehrgenerationenhaus Haßfurt vor. Dieses Haus, das vom Bayerischen Roten Kreuz getragen wird, besteht seit 2008 und ist eines von rund 530 Mehrgenerationenhäusern in Deutschland. Es versteht sich als offener Treffpunkt für Menschen aller Generationen und Kulturen und bietet eine Vielzahl sozialer, kultureller und bildungsbezogener Angebote.

Für Einsteiger und Senioren

Neben Familien- und Seniorenarbeit oder Integrationsprojekten gehört inzwischen auch das Thema Digitalisierung zu den wichtigen Arbeitsbereichen. Das Haus in Haßfurt wird von insgesamt neun hauptamtlichen Mitarbeiterinnen sowie zahlreichen Ehrenamtlichen getragen und ist ein zentraler Ort der Begegnung in der Stadt und im Landkreis Haßberge.

Im Mittelpunkt des Abends stand anschließend das „Digital-Café – mITeinander digital“, das im Mehrgenerationenhaus Haßfurt seit 2022 angeboten wird. Die Idee dahinter ist einfach: In einer gemütlichen Café-Atmosphäre erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer niedrigschwellige Unterstützung bei digitalen Fragen. Besonders ältere Menschen oder Einsteiger sollen so Berührungsängste gegenüber der digitalen Welt abbauen und ihre Medienkompetenz stärken.

Das Angebot richtet sich grundsätzlich an alle Generationen und ist kostenlos sowie ohne Anmeldung zugänglich. Pro Termin– zumeist einmal im Monat – nehmen etwa 20 Personen teil, betreut von einem Team aus haupt- und ehrenamtlichen Helfern.

Digitalexperte Jürgen Gerling erläuterte anschließend den praktischen Ablauf eines solchen Digital-Cafés. Kern jedes Treffens ist ein kurzer Vortrag zu einem klar umrissenen Thema – etwa zur Nutzung von QR-Codes, Google Maps, Künstlicher Intelligenz oder digitalen Behördenanwendungen. Diese Vorträge sollen verständlich und praxisnah sein und keine Vorkenntnisse voraussetzen. Im Anschluss bleibt Zeit für Fragen sowie den allgemeinen Austausch zum Thema.

Zusätzlich wird in einer Art Sprechstunde individuelle Unterstützung angeboten: Besucher können ihre eigenen Geräte mitbringen und konkrete Probleme direkt mit Helfern aus dem Team besprechen. So entsteht ein Austausch, bei dem die Teilnehmer – ähnlich wie beim Repair-Café – voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen.

Neben der Wissensvermittlung spielt auch die Atmosphäre eine wichtige Rolle. Ein Digital-Café soll bewusst keinen klassischen Unterricht bieten, sondern ein offener Treffpunkt sein, bei dem Begegnung und Gespräch im Vordergrund stehen. Kaffee, Wasser, kleine Snacks oder der obligatorische Kuchen gehören ebenso dazu wie technische Hilfsmittel – etwa Beamer, Tablets oder Laptops zum Ausprobieren. Ziel ist es, Hemmschwellen abzubauen und digitale Themen verständlich und alltagsnah zu vermitteln.

Lebhafte Diskussion

Im Anschluss an die Präsentationen entwickelte sich im M17 eine lebhafte Diskussion. Die rund 90-minütige Veranstaltung bot Raum für Fragen, Erfahrungen und Ideen, wie ein solches Angebot auch in Münnerstadt erfolgreich umgesetzt werden könnte. Gemeinsam mit den Referenten wurde überlegt, welche Themen besonders gefragt sind und wie ein Digital-Café vor Ort organisiert werden könnte.

Der Abend machte deutlich, dass auch in Münnerstadt ein solches Angebot auf großes Interesse stoßen würde. Die Erfahrungen aus dem bereits etablierten Repair-Café zeigen, dass gemeinschaftlich organisierte Hilfs- und Austauschformate gut funktionieren.

Klimamanager Stefan Richter kündigte daher bereits während der Veranstaltung an, dass spätestens Mitte April ein erstes Digital-Café in Münnerstadt stattfinden soll.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger, die sich künftig ehrenamtlich im Digital-Café engagieren möchten – als Digital-Experten oder Mit-Organisatoren –, können sich bereits jetzt bei der Stadt melden: Persönlich bei Stefan Richter, in der Tourist-Information im Deutschordensschloss oder unter Telefon 09733/810 57 50.

Ansprechpartnerin auf kommunaler Seite wird künftig auch die Pflegelotsin Natalie Wagner sein, die das Angebot gemeinsam mit engagierten Bürgern begleiten und mitorganisieren wird.

Der Informationsabend hat damit den Grundstein gelegt für ein neues Angebot in Münnerstadt – einen Treffpunkt, an dem Digitalisierung verständlich, gemeinschaftlich und Schritt für Schritt erlebbar werden soll. red

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