Coburg Das Landestheater Coburg feiert am Samstag, 14. Februar, um 19.30 Uhr die Premiere von „Phädra in Flammen“ von Nino Haratischwili im Globe Coburg. Die zeitgenössische Autorin verdichtet den antiken Phädra-Mythos zu einem intensiven Kammerspiel über Macht, Stillstand und die schöpferische Kraft der Liebe, heißt es in einer Pressemitteilung des Landestheaters.
Athen im Stillstand: König Theseus kündigt erneut seinen Rücktritt an, doch der Machtwechsel verzögert sich. Seine Gattin Phädra sehnt sich nach einem Leben jenseits des höfischen Korsetts. Der designierte Thronfolger Demophon wartet auf seine Krönung, die durch eine arrangierte Ehe mit Persea besiegelt werden soll. Doch Persea verweigert sich der ihr zugedachten Rolle. Sie sieht, wie unzufrieden alle hinter den Fassaden sind, hinterfragt das starre Regelwerk – und beginnt eine verbotene Liebesbeziehung mit Phädra. Für einen kurzen Moment scheint eine andere Welt denkbar, doch dann erschüttert der Skandal die bestehende Ordnung nachhaltig. Intrigen, unterdrückte Wünsche und das Erstarken erzkonservativer Kräfte lassen jegliche Hoffnung kippen. Liebe wird zur Bedrohung der Ordnung, Nähe zum politischen Risiko. Perseas Frage „Gehen denn deine Träume niemals fremd?“ markiert den Kern des Konflikts – zwischen persönlicher Sehnsucht und gesellschaftlicher Erwartung. Am Ende steht eine Gesellschaft, die sich selbst entzündet.
Das Bühnenbild ragt schräg in den Zuschauerraum hinein und schafft bewusste Nähe zwischen Publikum und Spiel. Anne Verena Freybott, Schauspiel-Dramaturgin am Landestheater Coburg, verspricht: „Man darf sich auf große Gefühle und politische Intrigen freuen.“
Die Titelrolle der Phädra übernimmt Milena Weber, die 2025 mit dem Bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte Darstellende Kunst und Tanz ausgezeichnet wurde. An ihrer Seite spielen Antonia Theresa Wiedemann als Persea sowie Adriano Henseler, Jonas Hämmerle und David Kösters – ein Ensemblestück mit vielen Neuzugängen im Schauspiel. Regie führt Lucia Reichard, die Ausstattung liegt bei Bettina Weller. Außerdem mit dabei: Benjamin Hübner, der aktuell gemeinsam mit Milena Weber unter anderem im Zwei-Mann-Stück „Atmen“ in der Reithalle zu sehen ist, das für die Bayerischen Theatertage 2026 ausgewählt wurde.
Dass die Premiere am Valentinstag stattfindet, verleiht dem Abend eine zusätzliche Ebene: Haratischwilis Stück erzählt von Liebe nicht als romantischem Ideal, sondern als Kraft, die bestehende Verhältnisse infrage stellt – und Veränderung einfordert.
Tickets sind an der Theaterkasse im Globe Coburg, an den bekannten Vorverkaufsstellen sowie online unter landestheater-coburg.de erhältlich. red









