Bei Bilderbuchwetter fand dieser Tage der Mistelschnittkurs vom Landschaftspflegeverband Bad Kissingen auf Einladung des Obst- und Gartenbauvereins Schwärzelbach statt. Ein harter Kern an Interessierten traf sich zunächst bei „Bolds Schnapsideen“ in Neuwirtshaus, um dem Vortrag von Marco Morath zu lauschen, der sich seit zwei Jahren hauptamtlich beim Landschaftspflegeverband um die Pflege der Streuobstwiesen im Landkreis Bad Kissingen kümmert. Im Anschluss fand der Praxisteil an einem stark mit Misteln befallenen Baum statt.
Bei seinem Vortrag ging Marco Morath auf verschiedene Aspekte des Mistelbefalls an Streuobstbäumen ein. Er zeigte unter anderem auf, dass es gerade aufgrund des Klimawandels wichtig ist, sich um befallene Bäume zu kümmern, da Misteln in besonders trockenen Sommern den Wirtsbäumen zusätzlich Wasser entziehen, was sie während der Hauptwachstumszeit weiter stresst.
Die Teilnehmer erfuhren weiter, dass Misteln sowohl männliche als auch weibliche Pflanzen ausbilden, wobei beide Ausprägungen für die heimische Tierwelt wichtig sind. Bei männlichen Pflanzen werden die Pollen gerne von Bienen gesammelt. Weibliche Pflanzen bilden Beeren, die von zahlreichen Vogelarten, darunter Misteldrossel, Mönchsgrasmücke, Wacholderdrossel und Seidenschwanz, gerade in futterarmen Wintern gefressen werden. So tragen sie zur Verbreitung der Misteln bei, deren klebrige Kerne leicht an Ästen hängenbleiben, wo sie keimen, durch die Rinde wachsen und sich zur eigenen Versorgung mit den Leitungsbahnen des Wirtsbaumes verbinden. Meisen dagegen fressen gerne die grünen Kerne und Keimlinge, was die Verbreitung der Misteln eindämmt – ein Plädoyer für Meisenkästen auf der Streuobstwiese. Beim Praxisteil zeigte Marco Morath, dass die Vorgehensweise immer von der Befallsstärke, dem Alter und der Vitalität des Baums abhängt. Je nach Stärke des Rückschnitts ist jedoch die Gefahr eines Sonnenbrands an den nun wieder frei stehenden Ästen gegeben. Wichtig ist in jedem Fall die Nachpflege in den Folgejahren.
Die Vorsitzende des Gartenbauvereins, Hannah Beck, und die anwesenden Mitglieder dankten Marco Morath für den informativen und praktischen Kurs und dachten schon über die nächste Adventsbastelei nach, zu der dann auch Mistelzweige Verwendung finden werden.
Marco Morath vom Landschaftspflegeverband steht auch für andere Gartenbauvereine oder Privatpersonen zur Beratung zum Thema Streuobst zur Verfügung. Kontakt: Telefon 0971/ 8014 147; E-Mail Marco.Morath@kg.de.
Simone Hepp,
Gartenbauverein Schwärzelbach
Es ging uns immer darum, die hausärztliche Versorgung in Fuchsstadt zu sichern.“







