Es war ein Abend voller Aufmerksamkeit und gemeinschaftlichem Gedenken. Über 70 Bürgerinnen und Bürger aus Frankenbrunn und der Umgebung versammelten sich, um gemeinsam auf ein prägendes Ereignis der Dorfgeschichte zurückzublicken: das 70-jährige Jubiläum der großen Brandkatastrophe von 1956, heißt es in einer Pressemitteilung.
Die Freiwillige Feuerwehr Frankenbrunn hatte zu diesem besonderen Rückblick geladen, und das Interesse war überwältigend. Im Mittelpunkt stand Alois Meder, der als Zeitzeuge ein beeindruckendes Dokument der Zeitgeschichte präsentierte. Meder, der zum Zeitpunkt des Brandes acht Jahre alt war, hatte in monatelanger Eigenregie alte Bilder und Zeitungsartikel gesammelt und diese für den Abend aufgearbeitet.
In seinem rund 45-minütigen Beitrag zeichnete Meder die dramatischen Ereignisse detailgenau nach. Die Zahlen, die er präsentierte, verdeutlichten das Ausmaß des Unglücks: Insgesamt brannten fünf Wohnhäuser, 13 Scheunen mit Nebengebäuden und zehn Stallungen bis auf die Grundmauern nieder. Der wirtschaftliche Schaden war für die damalige Zeit immens und belief sich laut den historischen Unterlagen auf über eine halbe Million D-Mark. Besonders tragisch: Wie aus den alten Zeitungsberichten hervorgeht, waren viele der Betroffenen nur unzureichend versichert. Die Familien standen vor dem Nichts und waren unmittelbar auf die Solidarität, Mithilfe und Spenden ihrer Mitmenschen angewiesen, um den Wiederaufbau überhaupt bewältigen zu können.
Gestern und heute im direkten Vergleich
Das Besondere an Meders Vortrag war die lokale Verknüpfung: Er stellte die historischen Aufnahmen der Ruinen direkt den heutigen Ansichten der Plätze und Grundstücke gegenüber. Diese visuelle Brücke ermöglichte es den Anwesenden, die Ausbreitung des Feuers im Ort genau nachzuvollziehen und den anschließenden Wiederaufbau mit neuen Augen zu sehen.
Dank für ehrenamtliches Engagement
Jan Seifried, der Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Frankenbrunn, dankte Alois Meder am Ende des Vortrags herzlich für die investierte Zeit und die akribische Arbeit. Er betonte, wie wichtig es sei, solche Ereignisse für die Identität des Dorfes festzuhalten. Als Anerkennung überreichte Seifried dem Chronisten ein Präsent der Feuerwehr. Nach dem offiziellen Teil bot die Veranstaltung Raum für Austausch und Gemeinschaft: Der Abend klang bei gemütlichem Festbetrieb und in geselliger Runde aus. red









