Kreisfeuerwehrverband
Zu über 2500 Einsätzen rückten die Feuerwehren im Landkreis im vergangenen Jahr aus
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Schondra

Die Feuerwehren im Landkreis Bad Kissingen waren 2025 bei mehreren herausfordernden Ereignissen gefordert, berichtet Kreisbrandrat und Verbandsvorsitzender Markus Ullrich bei der Versammlung des Kreisfeuerwehrverbands. Besonders der Großbrand der Kissinger Hütte im Landkreis Rhön-Grabfeld sowie der Brand im ehemaligen Kinderkurheim in Bad Kissingen sind noch präsent, heißt es in einer Pressemitteilung.

Auch der Waldbrand bei Machtilshausen stellte die Einsatzkräfte vor besondere Aufgaben, bei denen die Unterstützung der örtlichen Landwirte auch aufgrund deren Ortskenntnis wieder von wichtiger Bedeutung war. Eine auffällig hohe Zahl schwerer Motorradunfälle, darunter teils mit tödlichem Ausgang, mussten von den Feuerwehren abgearbeitet werden. Die Autobahn A7 bei Bad Brückenau war ebenfalls ein weiterer Einsatzschwerpunkt. Ein besonders belastender Verkehrsunfall mit zwei tödlich verunglückten Personen ereignete sich im Bereich Wildflecken. Insgesamt verzeichneten die Feuerwehren über 2500 Einsätze im vergangenen Jahr.

Übung mit Hubschrauber

Der Kreisbrandrat blickte zudem auf größere Übungen zurück, darunter die Katastrophenschutz-Teilübung in Frankenbrunn mit Hubschraubereinsatz. Die groß angelegte Stabsrahmenübung im Landratsamt Bad Kissingen forderte verschiedene Fachdienste. Hier musste ein Zugunglück mit anschließender Waldbrandlage abgearbeitet werden. Personell kommt es im Inspektionsbereich Nord 3 (Bereich Burkardroth) zu einer Veränderung: Kreisbrandmeister Klaus Preisendörfer scheidet zum 1. Mai aus dem Dienst aus, sein Nachfolger wird Ariel Karwacki. KBI Harald Albert bleibt der Inspektion aufgrund der neuen Altersregelungen erhalten und leistet weiterhin sehr viel Arbeit im Bereich des vorbeugenden Brandschutzes.

5009 Aktive

Der Landkreis zählt nun 104 Feuerwehren, drei weniger als im Vorjahr. Die Reduzierung ist aufgrund von Angliederungen einzelner Feuerwehren an die benachbarte Einheit begründet. 5009 aktive Feuerwehrdienstleistende, darunter 587 Frauen, engagieren sich ehrenamtlich für die Feuerwehren im Landkreis. Die Kinder- und Jugendfeuerwehren vereinen fast 1350 Mitglieder. Im Bereich Digitalisierung wurden neue Arbeitsabläufe vorgestellt. Außerdem präsentierte der Kreisbrandrat das neue Lehrgangsportal LVBO, über das künftig alle Kommandanten ihre Feuerwehrangehörigen zu den Lehrgängen im Landkreis anmelden können.

Landrat Thomas Bold blickte mit Dankbarkeit auf die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Feuerwehren zurück. In seiner Amtszeit, in der er mit drei Kreisbrandräten zusammenarbeitete, habe er die Verlässlichkeit aller Ehrenamtlichen stets sehr geschätzt, heißt es weiter.

Der Versammlung stelle sich der neue Leiter der Integrierten Leitstelle Schweinfurt, Marcel Thein, vor und betonte seinen Wunsch nach einer engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit.

Katastrophenschutz

Im Schwerpunktthema Katastrophenschutz betonte Kreisbrandrat Markus Ullrich, dass eine erfolgreiche Bewältigung nur gemeinsam möglich ist. Dabei sind es nicht nur die staatlichen Stellen. Auch die Gemeinden müssen sich mit der Situation beschäftigen. Panikmache sei fehl am Platz, jedoch seien durchdachte Vorbereitungen unerlässlich. Dies betrifft auch eine Vorbereitung eines jeden Einzelnen. Staatssekretär Sandro Kirchner gab einen Ausblick auf aktuelle Entwicklungen im Feuerwehrwesen, darunter die anstehende Änderung der Ausführungsverordnung zum Feuerwehrgesetz und die erste landesweite Sammelbeschaffung eines Löschgruppenfahrzeugs LF10. Dieses Modellprojekt kann eine Vorlage für weitere Fahrzeugtypen sein.

In seinen abschließenden Worten erinnerte Kreisbrandrat Markus Ullrich daran, dass die Feuerwehr bei all ihren Aufgaben stets politisch neutral bleiben muss. Das gilt sowohl im persönlichen Auftreten als auch im dienstlichen Handeln. Wer Hilfe benötigt, soll diese unabhängig von Herkunft, Meinung oder politischer Haltung erwarten können. Diese Grundhaltung sei unverrückbar und dürfe niemals zur Diskussion stehen. Sein Appell an alle Mitglieder lautete: „Bei aller Unterschiedlichkeit solle immer der gemeinsame Auftrag im Mittelpunkt stehen.“ red

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