Nach 25 Jahren als Kurdirektorin des bayerischen Staatsbades Bad Brückenau wurde Andrea Schallenkammer am Freitag im Rahmen eines Festakts im König-Ludwig-Saal in ihren Ruhestand verabschiedet.
Seit Januar hatte sie noch Sylvie Thormann, die von 2018 bis Dezember 2025 Kurdirektorin und Geschäftsführerin der Bayerischen Staatsbad GmbH in Bad Kissingen gewesen war, als Nachfolgerin eingearbeitet.
„Einige richtungsweisende Ratschläge und Aufgaben“ habe sie Thormann zur Lösung aufgegeben, erklärte die scheidende Kurdirektorin und führte in ihrer Abschiedsrede eine recht lange Wunschliste noch auszuführender Projekte auf. Zuvor hatte sie einige wichtige Punkte ihrer 25-jährigen Tätigkeit als Staatsbad-Chefin aufgezählt. Zu diesen „Meilensteinen“ gehörten die Ansiedlung des Bayerischen Kammerorchesters 2003, die Umstellung auf die Hackschnitzelheizung, die Ansiedlung von Privatkliniken sowie der Personalabbau von einst 130 auf 35 Mitarbeitende, wodurch die Wirtschaftlichkeit des Staatsbadbetriebs gewährleistet sei.
Andrea Schallenkammer erhielt Abschiedsapplaus
Unter langem Abschiedsapplaus übergab sie den Staffelstab an ihre Nachfolgerin Sylvie Thormann, die alle Festgäste bat: „Hören Sie nicht auf, mich weiter anzufeuern und zu unterstützen.“
Thormanns guter Ruf sei ihr über den Buschfunk bereits nach Bad Brückenau vorausgeeilt, meinte Innenstaatssekretär Sandro Kirchner (CSU) in seiner Festrede, der den für Staatsbäder zuständigen Finanzminister Albert Füracker (CSU) aus terminlichen Gründen vertrat.
Sie sei eine „hoch qualifizierte Expertin“, auf deren Erfahrung der Freistaat vertraue. Kirchner dankte der Stadt Bad Kissingen, dass dieser Personalwechsel so reibungslos möglich war. Sylvie Thormann wünschte er, dass sich alle ihre Ziele und Visionen erfüllen mögen, wenn auch mit anderer „Handschrift“ als ihre Vorgängerin.
Zuvor hatte der Staatssekretär die vielseitigen Verdienste Schallenkammers gewürdigt, die während ihrer 25-jährigen Verantwortung „die Geschichte des Staatsbades vorangetrieben hat“. Sie habe ihr Amt „erfolgreich, mit menschlichem Gespür für Mitarbeitende und Gäste, souverän und unaufgeregt“ geführt.
Schallenkammer sei „eine Konstante in der Berufswelt des Landkreises“ gewesen, ergänzte der scheidende Landrat Thomas Bold (CSU). „Sie konnte sehr charmant sein – aber nicht nur“, charakterisierte er sie schmunzelnd, fügte jedoch hinzu: „Es war immer für die Sache und zum Wohle des Staatsbades.“
Auch Zweiter Bürgermeister Jürgen Pfister (PWG) fand in Vertretung von Bürgermeister Jan Marberg, der erst verspätet zum Festakt kommen konnte, im Namen der Stadt Bad Brückenau lobende Worte für Schallenkammers „prägende Arbeit an einem Ort, der nicht irgendein Ort ist. Vieles, was heute selbstverständlich erscheint, trägt Ihre Handschrift.“
Gespür für Strukturen und Chancen
Schallenkammer habe nicht nur verwaltet, sondern selbst etwas geschaffen. Sie habe Gespür für Strukturen, Entwicklungen und Chancen bewiesen. Pfister deutete zwar auch manche frühere Meinungsverschiedenheit zwischen Stadt und Staatsbad an, im Ergebnis habe Schallenkammer aber mit ihrem Wirken dem Staatsbad ein eigenes Profil gegeben. „Sie können mit Stolz auf ihre Leistung zurückblicken.“




















