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Wirtschaft in Bad Brückenau
Mehrgenerationen-Café für die Ludwigstraße
Ludwigstraße in Bad Brückenau: Mehrgenerationen-Café
In der Ludwigstraße 16 in Bad Brückenau soll bald ein Mehrgenerationen-Café eröffnen. // Steffen Standke
Bad Brückenau – Nach zehn Jahren Leerstand zieht in die ehemalige Filiale von NKD und Tropics Moden etwas Neues ein. Die Betreiberin über das Konzept, wann sie eröffnen will und was das mit Japan zu tun hat.
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Einige Passanten in der Bad Brückenauer Ludwigstraße dürften sich gewundert haben: Die Schaufenster der Nummer 16, dort, wo jahrelang Antiquitäten ausgestellt waren, sind seit Wochen mit braunem Papier verhangen – und zwar blickdicht. Nur zwei Gucklöcher bleiben offen.

Wer hineinschaut, wird wenig schlauer. Hinter dem unteren Fensterchen verbirgt sich eine auf einem Klo sitzende Maus, die in einem Buch liest. Das obere Guckloch zeigt eine Baustelle mit dem Hinweis: „Wir sind bald mit mehr Informationen für Sie da.“

Ehemaliges Bekleidungsgeschäft

In der Ludwigstraße 16 tut sich also demnächst etwas. Aber was? Früher bot dort der große Textileinzelhändler NKD seine Waren an. Nach dessen Umzug in die Bahnhofstraße vor etwa 15 Jahren zog Tropics Moden mit Hauptsitz in Bad Kissingen ein. „Danach stand das Ladengeschäft fast zehn Jahre lang leer“, informiert Hauseigentümerin Brigitte Franke auf Nachfrage.

Die Bad Brückenauerin bestätigt, dass die Geschäftsräume wieder vermietet sind. „Dort wird ein Café einziehen.“ Derzeit wird umgebaut. Der Fußboden werde erneuert, Toiletten angebaut, die Heizung neu angeordnet. Alles wird hergerichtet, damit Nergis Stelzner einen langgehegten Traum verwirklichen kann.

Ludwigstraße in Bad Brückenau: Mehrgenerationen-Café
Ein Blick ins Guckloch in der Schaufenster-Abdeckung verrät kaum Konkretes. // Steffen Standke

Stelzner stammt ursprünglich aus Mannheim, lebt aber seit 2014 in Zeitlofs. Dort arbeitet sie in der Firma ihres Mannes, der Autopflege Stelzner, in der Buchhaltung.

Erfahrung in der Gastronomie

Erfahrung aus der Gastronomie bringt die gelernte Hotelfachfrau nach eigenen Angaben mit; bis zur Corona-Pandemie arbeitete sie selbst in dieser Branche. Ein Wiedereinstieg sei aber wegen der Geburt ihrer Tochter vor dreieinhalb Jahren zunächst schwierig gewesen.

Nun will es Nergis Stelzner aber wagen. In der Ludwigstraße 16 plant sie ein „Mehrgenerationen-Café mit Spielbereich für Kinder“. Eröffnung soll, wenn alles gut geht, „Anfang Juli“ sein. Das komme neben dem Baufortschritt auch auf behördliche Genehmigungen an. Denn für die Geschäftsräume ist eine Nutzungsänderung nötig, weg vom Einzelhandel hin zur Gastronomie.

Überschaubare Anzahl an Plätzen

Trotz der insgesamt 265 Quadratmeter Ladenfläche wird der Bewirtungsbereich mit 50 Plätzen vergleichsweise klein ausfallen. Da ist die Kinderspielzone, die eine Glaswand von den restlichen Café-Gästen abschirmen soll. Auch Küche und Theke nehmen einiges an Platz in Anspruch.

Ludwigstraße in Bad Brückenau: Mehrgenerationen-Café
Eher ein Spaß für neugierige Kinder ist die Toiletten-Maus im unteren Guckloch. // Steffen Standke

Und dann soll noch ein flexibel nutzbarer abgetrennter Raum entstehen. In ihm kann sich Stelzner Meetings vorstellen, aber auch Kindergeburtstage und Eltern-Kind-Kurse. Das modern gestaltete Mehrgenerationen-Café soll alle Altersgruppen ansprechen, besonders aber junge Familien mit Kindern.

Glutenfreie und vegane Backwaren

Indem sie in ihrem Café neben herkömmlichen auch glutenfreie und vegane Backwaren verkaufen will, greift Nergis Stelzner einen aktuellen Trend auf. Ihre Kaffeebohnen bezieht sie von „Bühners Rhön Kaffee“ aus Maria Bildhausen. Er wird auch nicht in einem herkömmlichen Kaffeeautomaten aufgebrüht, sondern in einer Siebträgermaschine.

Einen Namen für ihr Café hat Stelzner auch schon. „Koohi“ soll es heißen, angelehnt an das japanische Wort für Kaffee. Eigentlich wird dieser nur mit einem „O“ geschrieben, aber dieser Begriff sei urheberrechtlich geschützt. Deswegen habe sie ein zweites „O“ eingefügt.

QR-Code für Neugierige

In den nächsten Wochen will die Café-Betreiberin eine Folie mit einem QR-Code fürs Handy an die breite Fensterfront des Geschäftes anbringen lassen. Damit Passanten auch ohne Gucklöcher wissen, was in der Ludwigstraße 16 geplant ist.

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