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Antrag im Stadtrat
CSU will Tag der Franken nach Bad Brückenau holen
Tag der Franken in Bad Brückenau: Antrag der CSU
Langfristig soll die Touristinfo wieder ins Alte Rathaus in Bad Brückenau zurückkehren. // Steffen Standke
Bad Brückenau – Ein Schreiben soll das Großereignis im Jahr 2028 ins Rollen bringen. Allerdings: Bad Brückenaus Bürgermeister Jan Marberg (SPD) reagiert darauf verwundert.

Die fränkische Fahne in Rot und Weiß flattert im Wind vor dem Alten Rathaus, neben der bundesdeutschen, der bayerischen und der rot-gelben der Stadt Bad Brückenau. Bad Brückenau mit Tausenden Besuchern, getaucht in ein rot-weißes Fahnenmeer – das wünscht sich insbesondere die CSU zu einem Tag der Franken 2028 (wir berichteten). Jetzt macht sie mit einem Antrag auf die Stadtverwaltung Druck.  

CSU sieht Bad Brückenau als idealen Gastgeber

In leidenschaftlichen Worten machen die Christsozialen deutlich, „warum Bad Brückenau der ideale Gastgeber für den Tag der Franken sein sollte – und warum dies eine einzigartige Chance für unsere Stadt ist“.

Der Tag der Franken sei für die Kurstadt kein Wagnis. Die Erfahrungen vergangener Stadtfeste hätten gezeigt: Bad Brückenau verstehe es, große Veranstaltungen zu organisieren. „Wir wissen, was funktioniert – von der Infrastruktur über die Sicherheit bis zum Gästeservice.”

Mit dem Staatsbad und seinen historischen Gebäuden und Anlagen bestehe zudem ein Ort, der bereits weit über die Grenzen des Landkreises Bad Kissingen hinaus bekannt sei. Zusammen mit der Kurverwaltung ließe sich die Expertise für einen erfolgreichen Tag der Franken bündeln. Diese kostbare Kompetenz könne man nun auf höchster Ebene unter Beweis stellen.

Mehr als kurzfristige Effekte

Die CSU verspricht sich vom Tag der Franken nicht nur ein schönes Wochenende oder einen „Eintagsfliegen-Event“. Die positiven Auswirkungen wären nachhaltig und messbar. „Unsere Bekanntheit würde über die Region hinaus signifikant steigen.“ Ein weiteres Plus: dauerhafte Aufmerksamkeit für Bad Brückenau als attraktiven Wohn-, Arbeits- und Erholungsort. Auch die Gemeinden der Bad Brückenauer Rhönallianz dürften profitieren.

Tag der Franken in Bad Brückenau: Vorschlag für 2028
Volksfeststimmung herrschte am Marktplatz, als der damalige Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) knapp 4000 Besucher zum „Tag der Franken“ 2011 in Bad Kissingen offiziell begrüßte. // Edgar Bartl/Archiv

Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Wirtschaft würden sich in der Stadt treffen, Journalisten aus ganz Bayern darüber berichten, heißt es in dem Antrag weiter. „Diese hohe mediale Präsenz – und zwar durchweg positiv besetzt – ist Werbung, die sich mit Geld nicht kaufen lässt. Bad Brückenau würde im besten Licht strahlen, nicht nur am Veranstaltungstag selbst, sondern in der Vorbereitung und im Nachgang über Wochen hinweg.”

Von der Großveranstaltung versprechen sich die Christsozialen ein vielseitiges Angebot, „von traditioneller fränkischer Kultur über moderne Kunst bis zu kulinarischen Highlights“. Lange Zeit werden positive Erinnerungen bei Einwohnern und Gästen an dieses Wochenende in Bad Brückenau wachgehalten. „Fotos, Erzählungen, persönliche Geschichten – sie alle tragen das Image unserer Stadt in die Welt hinaus.“

Ein Leuchtturmprojekt

Den Tag der Franken in Bad Brückenau bezeichnet die CSU als  Leuchtturmprojekt. „Solche Projekte ziehen weitere positive Entwicklungen nach sich – ob für den Tourismus, die Wirtschaft oder die Lebensqualität vor Ort. Die Imagepflege, die wir hier betreiben, zahlt sich in allen Lebensbereichen aus.”

Erfahrungen aus anderen Gastgeberstädten würden zeigen, dass Festbesucher wiederkämen: um angrenzende Wälder zu durchwandern, um Gastlichkeit erneut zu erleben. „Der Tag der Franken öffnet Türen für dauerhafte Besucherbeziehungen.”

Geringes finanzielles Risiko

Auch finanziell sehen Übelacker und Fraktionskollegen kein großes Risiko für die Stadt. Einen Großteil der Kosten trage wahrscheinlich der Bezirk Unterfranken. „Wir realisieren ein Großereignis mit überschaubarem Eigenaufwand, aber mit maximalem Nutzen für unsere Stadt. Das ist eine ökonomisch verantwortbare Investition in unsere Zukunft.”

Zum „Tag der Franken“ 2025 kamen 20.000 Gäste nach Haßfurt.
Dass zum „Tag der Franken“ 2025 rund 20.000 Gäste nach Haßfurt kamen, war nicht der einzige positive Effekt für die Stadt. // Rene Ruprecht

Bad Brückenau habe Know-how, Infrastruktur und Engagement, den Tag der Franken zum Erfolg werden zu lassen, stellt die CSU abschließend fest. Die Chancen würden bei Weitem überwiegen. Bad Brückenau als Gastgeber des Tags der Franken – das sei keine Vision, sondern eine Chance und „die logische Konsequenz unserer Stärken. Gemeinsam machen wir unserer Stadt dieses Geschenk.”

Marberg erinnert an Vereinbarung mit Bezirk

Bürgermeister Jan Marberg (SPD) reagiert etwas verwundert auf den CSU-Antrag, besonders auf dessen Zeitpunkt. Mit dem zuständigen Bezirk von Unterfranken habe man vereinbart, dass dieser sich „unaufgefordert meldet”, wenn es mit dem Tag der Franken konkreter werde. Einen formellen Anforderungskatalog für das Großereignis gebe es nicht; es müssten also viele Gespräche geführt werden.

Marberg hätte den Antrag in der Stadtratssitzung am 26. März behandelt. Das sei aber nach Rücksprache mit dem Bezirk zu kurzfristig.

Übelacker will klare Entscheidung

CSU-Mann Heribert Übelacker erklärt auf Nachfrage, warum aus seiner Sicht trotzdem Eile geboten ist. „Es wäre eine Entscheidung zu treffen, ob wir uns bewerben oder nicht. Wir müssen klären, ob wir bereit sind, Ressourcen bereitzustellen, oder sagen: Das ist nicht unser erstes Ziel, aus welchen Gründen auch immer.“ Je früher das geschehe, desto eher könne auch der Bezirk sich festlegen.

Zudem sei eine Planung nicht in einem Jahr zu bewältigen, so Übelacker. Dies erfordere Gespräche, binde Zeit und Geld. „Zurzeit hängen wir im luftleeren Raum.“

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