In der jüngsten Sitzung des Bad Brückenauer Stadtrats wurde die Idee diskutiert, 2028 den Tag der Franken auszurichten. Bis die Idee zur Realität wird, sind viel Vorarbeit und Planung erforderlich. Nicht zuletzt geht es um die Finanzierbarkeit eines solchen Großereignisses. Tipps kann sich die Stadt Bad Brückenau vom Ausrichter des Tags der Franken im vergangenen Jahr holen. Die Redaktion hat deshalb in Haßfurt angefragt.
Der Tag der Franken 2025 in Haßfurt – für Silke Brochloß-Gerner und ihre Mitarbeiter für Kultur, Tourismus und Stadtmarketing bedeutete er vor allem eines: viel Arbeit. „Der organisatorische Aufwand war ziemlich hoch. Wir haben eineinhalb Jahre vor dem Termin mit der groben Planung begonnen”, sagt Brochloß-Gerner auf Anfrage der Redaktion.
Intensive Vorbereitung
Die sehr intensive Hauptorganisation sei dann ein Dreivierteljahr vor dem für 6. Juli 2025 angesetzten Fest gestartet, heißt es weiter. „In meinem Team waren wir überwiegend zwei Personen, die hauptsächlich mit der Organisation des Tags der Franken betraut waren. Im Bedarfsfall wurden dann die Fachabteilungen hinzugezogen.“
Dabei muss gesagt werden, dass Brochloß-Gerner und Co. nicht bei Null anfingen. Der Tag der Franken hätte bereits 2020 in Haßfurt stattfinden sollen. Doch weil wegen der Corona-Pandemie solche Feste fast überhaupt nicht durchführbar waren, wurde der Termin auf 2025 verschoben. „Hier war die Organisation auch schon sehr weit, worauf man dann 2024 aufgebaut hat.“
Gestaltungsfreiheit beim Programm
Die Organisation sei zu jeder Zeit eng mit der zuständigen Ansprechpartnerin des Bezirks Unterfranken abgestimmt gewesen, teilt die Haßfurter Leiterin für Kultur, Tourismus und Stadtmarketing mit. Dies erscheint selbstverständlich, denn der Bezirk finanzierte den Tag der Franken fast komplett. Die Stadt Haßfurt trug als Eigenanteil ihre Personalkosten sowie die Leistungen des Bauhofes.
Silke Brochloß-Gerner sagt aber auch: „In der Programmgestaltung waren wir sehr frei und wir konnten dem Tag unsere eigene, regionale Note verleihen.“ Dies habe sowohl für das Bühnenprogramm als auch für Informationsstände und Gastronomie gegolten.
Effekte schwer messbar
Ob sich der Tag der Franken nachhaltig positiv für die Stadt Haßfurt ausgewirkt hat, kann Brochloß-Gerner nicht sagen: „Das ist leider sehr schwer messbar. An dem Tag selbst waren sehr viele Menschen in der Innenstadt von Haßfurt. Insbesondere der Besuch von Ministerpräsident Söder anlässlich des Festaktes lockte sehr viele Besucher nach Haßfurt; hier war großes Interesse“, sagt sie.
Wie nachhaltig das nun wirke, darüber habe man keine Informationen. Im Vorfeld habe es eine relativ hohe mediale Präsenz gegeben – insbesondere im Bayerischen Rundfunk, der als offizieller Medienpartner aufgetreten sei.
Positives Feedback und Imageverbesserung für Haßfurt
Die Rückmeldungen zum Tag der Franken in Haßfurt seien „fast ausschließlich positiv“ gewesen. Dieses Feedback führt die Verantwortliche für Kultur, Tourismus und Stadtmarketing auf ein vielseitiges Angebot in der Innenstadt und am Mainufer zurück. „Es wurde noch lange Zeit sehr positiv über diesen Tag in der Öffentlichkeit gesprochen und er ist bei den Besuchern mit schönen Erinnerungen verbunden.“
Letztlich könne man als Austragungsort seine Bekanntheit steigern und Imagepflege betreiben, ist Brochloß-Gerner überzeugt. „Touristisch haben wir uns als Region 'Haßberge' präsentiert, was sich bewährt hat.“ Auch da sei das Interesse an Informationen sehr groß gewesen.
Marberg organisiert Kriterienkatalog
Unterdessen hat Bad Brückenaus Bürgermeister Jan Marberg (SPD) erste Schritte in Richtung mögliche Ausrichtung des Tages der Franken 2028 unternommen. Er stellte nach eigenen Angaben den Kontakt zu Martin Wende her. Der Hammelburger ist Fraktionsvorsitzender der CSU im Bezirkstag und hat Marberg zugesagt, ihm den Anforderungskatalog für eine solche Großveranstaltung zukommen zu lassen. Zudem suchte der Bürgermeister den Kontakt zu Bezirkstagspräsident Stefan Funk (CSU) – noch ohne Reaktion.













