„Musik braucht keine Übersetzung“, meinte Heidrun Völlner, die Vorsitzende der Adelsdorfer Musikanten beim Jubiläumskonzert der Blaskapelle „Filarmonica Santa Cecilia“ in Uggiate con Ronago, der italienischen Partnergemeinde Adelsdorfs.
Als die Italiener im letzten Jahr zu Besuch in Adelsdorf waren, hatte Bürgermeister Ermes Tettamanti die Adelsdorfer Musikanten zum 190. Jubiläum der Banda in die Partnergemeinde eingeladen – und sie sind gerne gekommen. Ein Bus mit 50 Adelsdorfern – 20 Musiker und 30 Freunde der Partnerschaft und der Blasmusik – hatte sich am vergangenen Freitagmorgen auf den Weg über den Bernardino gemacht.
Im Gepäck waren auch 220 Liter des beliebten Neuhauser Bieres. Am ersten Abend ging es nach dem Begrüßungsempfang hinter dem Rathaus in die Unterkünfte und anschließend spielten die Adelsdorfer Musikanten zur Unterhaltung auf.
Am Samstag war Como das Ziel. Einige bevorzugten bei der großen Hitze – das Thermometer kletterte an diesem Wochenende öfter sogar bis auf 41 Grad – eine erfrischende Schifffahrt auf dem Comer See, andere gingen bummeln oder machten eine Stadtführung mit.
Am Spätnachmittag trafen auch Bürgermeister Nico Kauper mit Partner Florian Hertel und den beiden Sprecherinnen des Komitees ein, Sophia Eichhorn und Vera Bretting. Das „Comitato Gemellaggio“ hatte die deutschen Freunde zum Abendessen eingeladen.
Tettamanti stach unter dem Beistand von Willert und Kauper mit einem einzigen Schlag gekonnt ein Bierfass an und erhielt großen Beifall. Adelsdorfs Bürgermeister wurde herzlich begrüßt und er hielt zur Überraschung aller seine Antrittsrede in italienischer Sprache.
Als neu gewählter Bürgermeister freue er sich ganz besonders darauf, die schöne Gemeinde persönlich kennenzulernen und die langjährige und wertvolle Partnerschaft zwischen den beiden Kommunen weiter zu vertiefen. „Mit großer Freude sehe ich der Begegnung mit dir, Ermes, dem Gemeinderat, den engagierten Mitgliedern des Partnerschaftskomitees sowie den Bürgerinnen und Bürgern von Uggiate con Ronago entgegen“, so Kauper. „Städte- und Gemeindepartnerschaften leben vom persönlichen Austausch, von Freundschaften und vom gegenseitigen Verständnis. Gerade in einer Zeit, in welcher der europäische Zusammenhalt von großer Bedeutung ist, sind solche Begegnungen ein wertvoller Beitrag zur Pflege gemeinsamer Werte und zur Stärkung der Verbundenheit zwischen unseren Gemeinden und Völkern. Dies ist gerade in Zeiten, in denen auf europäischen Boden wieder Kriege geführt werden, besonders wichtig.”
Er freue sich auch darauf, mehr über Uggiate, die Menschen, die Kultur und ihre Traditionen zu erfahren und viele interessante Gespräche zu führen. Kauper dankte allen für die reibungslose Durchführung der Fahrt und lud zugleich die italienischen Freunde im Namen der Gemeinde zu einem Gegenbesuch vom 5.–7. Dezember 2026 nach Adelsdorf ein.
Am Sonntag trafen sich dann alle zum Festgottesdienst in der Pfarrkirche. Anschließend zogen die Adelsdorfer Musikanten musizierend zum Festplatz. Nach einem Aperitif konnte man sich etwas von der Hitze erholen, und um 14.30 Uhr zogen die vier teilnehmenden Musikgruppen vom Kriegerdenkmal aus musizierend zum Festplatz. Neben der Banda und den Adelsdorfer Musikanten nahmen noch zwei andere Blasmusikgruppen aus der Umgebung am Festkonzert teil.
Natürlich wurden auch Geschenke verteilt. Die Musikgruppen erhielten ein Gemälde, auf dem alle vier Ortsteile Uggiates zu sehen sind. Die Adelsdorfer hatten noch einen Geschenkkorb mit Soldan-Leckereien dabei sowie die Noten für den Maxglaner Zigeunermarsch Reloaded. Auch Heidi Völlner bedankte sich in italienischer Sprache.
Gemeinderat und „Pauker“ Georg Willert schwärmte auf dem Heimweg am Montag vom wunderschönen Wochenende. „Einfach fantastisch! Ich war von den vielen jungen Leuten in und vor den Cafés überwältigt. Hier in dem kleinen Ort ist ja richtig was los. Es war übrigens der heißeste Umzug, an dem ich je marschiert bin. Die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Menschen hat mich sehr beeindruckt, und ich kann jedem einen Besuch Uggiates empfehlen.“










