Mit dem Song „Skandal um Rosi“, umgedichtet auf Rosi Wagner, verabschiedete das Lehrerkollegium der Anton-Wölker-Schule in Höchstadt die allseits beliebte und verehrte Schulleiterin Rosi Wagner. Im Refrain heißt es: „Wie wird es wohl im nächsten Jahr? Die Rosi ist dann nicht mehr da! Skandal, die Rosi geht ...“
Anja Herbst, die Konrektorin der Schule, begrüßte die scheidende Schulleiterin, aber auch alle Gäste, die zu dieser Verabschiedung gekommen waren, mit den Worten: „Dankeschön für all die Male, in denen du gesagt hast: ,Das kriegen wir hin‘. Und Danke, dass du aus vielen Einzelnen immer wieder ein Wir gemacht hast. Der Zauber hat vielleicht ein Ende, aber deine Magie bleibt.“
Wehmütiges Ade
Neben Bürgermeister Alexander Schulz und Dritter Bürgermeisterin und Bezirksrätin Ute Salzner sowie Schulamtsdirektor Frank Ditschies und Stadtpfarrer Kilian Kemmer sowie Pfarrer Klaus Eyselein waren auch Vertreter der Nachbarschulen wie Gymnasium und Realschule, des Elternbeirats und des Fördervereins gekommen, um ein wehmütiges Ade zu sagen.
Das musikalische Lehrerensemble sorgte für zwei Instrumentalstücke: den Schulsong mit einigen traurigen Passagen durchwebt und „Viva la Vida“ – ein Lieblingssong der Schulleiterin.
In seinen Grußworten bezog sich der Schulamtsdirektor nicht auf das Leben der Schulleiterin. Die Gedanken des Hop-On-Hop-Off-Schulrates sahen anders aus. Er fand zu jedem Buchstaben ihres Namens eine passende Bezeichnung, etwa „O wie optimistisch“.
Die Bayernhymne hatte er in die Anton-Wölker-Hymne umgedichtet und alle durften mitsingen: „Oh du Wölker ohne Rosi, wie soll das nur weitergehen ...“ Viel schmunzelnden Beifall gab es hierfür aus dem Publikum.
Bürgermeister Alexander Schulz sprach von einer angenehmen, aber wehmütigen Aufgabe. „Eigentlich wollte ich mit dir zu einer positiven Zusammenarbeit durchstarten – und jetzt ist leider alles aus . Ein Skandal, dass du dich aus dem Staub machst“, sagte er zum Abschluss.
Dem Elternbeiratsvorsitzender Martin Schmidt fiel es schwer, zu glauben, dass Rosi schon in den Ruhestand geht. „Vielen Dank für eine wunderbare, interessante Zeit. Wir werden dich vermissen!“
Rebekka Ludwig, Vorsitzende des Fördervereins, begann mit einem Zitat von Aristoteles: „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel richtig setzen. Der Wind bläst jetzt für Sie in eine etwas andere Richtung und wir wissen, dass Sie voller Leidenschaft und Begeisterung neue Routen suchen und neue Impulse aufnehmen werden. Es bricht auch für uns als Förderverein eine neue Zeit an und wir ändern das Zitat einfach ein wenig ab: ,Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel neu setzen.‘ Wir werden Sie auf jeden Fall unglaublich vermissen.“
Anhand einer Bildergeschichte „Die Schule der magischen Rosi“ ging die Konrektorin auf alle magischen Eigenschaften der Schulleiterin ein: Über das magische Wir - die magischen Ideen - die Schlichterin - die Elternflüsterin - ein Herz für Kinder - Helferin in der Not - das magische Gedächtnis - Mission not Impossible - Don‘t Stop Me Now - bis Der Zauber hat nun ein Ende.
„Du hast unsere Schule geprägt mit deinem Kopf, mit deiner Energie, mit deinem Humor – und vor allem mit deinem Herzen. Wir sagen nicht Danke, Frau Wagner, sondern danke Rosi.“
Auch die Schüler bedankten sich mit einem Filmchen mit dem Rätselspiel „Dingsda“. Wagner musste anhand von Umschreibungen erkennen, worum es sich handelt. Und sie erriet natürlich alles.
Sichtlich ergriffen
Nach der Geschenkübergabe bedankte sich die sichtlich ergriffene Schulleiterin. „Ich bin sprachlos und mir fällt es schwer, nicht zu weinen. Ich bin doch nur ein Mensch unter vielen. Von euer großen Wertschätzung werde ich noch lange zehren.“
Sie endete mit einem Zitat von Hermann Hesse, das ihr den Abschied leichter mache: „Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe bereit zum Abschied sein und Neubeginne, um sich in Tapferkeit und ohne Trauern in andre, neue Bindungen zu geben. Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“
Ab August hat sie nun die Chance, neue Wege zu gehen. Wagner bedankte sich bei allen guten Geistern der Schule, von der Verwaltungsangestellten über die Hausmeister, Mitarbeiter, Ehemalige bis zum Kollegium. Keinen vergaß sie, auch nicht die beiden Pfarrer, Ute Salzner, den Bürgermeister. Zum Schluss meinte sie: „Auch dir, lieber Stefan, danke ich, dass du in den elf Jahren viel Geduld für deine Workaholic-Ehefrau aufgebracht hast.“ Mit einem stehendem Beifall aller Gäste endete eine bewegende Abschiedsfeier.









