Lauenstein
Gymnasiasten aus Thüringen erlebten den Frankenwald am „Grünen Band“
Beim 25. Jubiläum gab es viele Aktionen für die Schüler.
Beim 25. Jubiläum gab es viele Aktionen für die Schüler. // 
Lauenstein

Einmal im Jahr atmen die Schüler des Fridericianums Rudolstadt Geschichte – und die frische Luft des Frankenwaldes. Auch heuer haben die 33 Gymnasiasten der 6. bis 10. Klasse im Waldcamp am „Grünen Band“ fünf Tage miteinander gelebt, gearbeitet und gelernt – und das in einem Jubiläumsjahr: Seit 25 Jahren besuchen Schüler aus Thüringen bei diesem gemeinsamen Projekt mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Coburg-Kulmbach nun schon regelmäßig den Frankenwald. Dabei geht es schwerpunktmäßig um das Thema Wald – und das immer mit einem Bezug zur ehemaligen innerdeutschen Grenze.

Vom Erhalt der Heide

Seit 2001 gibt es das gemeinschaftliche Projekt bereits, damals noch mit dem Friedrich-Fröbel-Gymnasium Bad Blankenburg, ehe es 2006 mit dem Fridericianum fusioniert wurde. Ursprünglich wollten die Förster und Lehrer mit Einzelprojekten im Bereich Arbeit und Bildung die Heide erhalten, die als prägende Vegetation das „Grüne Band“ bei Lauenstein säumt.

Im Laufe der Zeit hat sich das Waldcamp weiterentwickelt und ist gewachsen: Weil sich die Eltern von Beginn an mit großem persönlichen Engagement beteiligt haben, stehen auf dem Camp inzwischen Hütten und ein gemauerter Steinofen.

Mitorganisator Thomas Baumann vom AELF Coburg-Kulmbach ist seit 21 Jahren dabei; für ihn ist es ein Herzensprojekt: „Wer das Waldcamp einmal erlebt hat, ist ein Leben lang begeistert: Viele Eltern, die heute mithelfen, waren selbst als Schüler hier.“

Im Projekt wurden die Schüler in vielerlei Hinsicht aktiv. Sie schnitten Sträucher und Bäume auf dem alten Kolonnenweg auf thüringischer Seite zurück, damit die Heide nicht zurückgedrängt wird, beobachteten das Wild oder bestimmten Schmetterlinge. Dabei kam das Lernen nicht zu kurz. Cornelius Borchardt: Lehrer am Fridericianum Rudolstadt: „Die Gymnasiasten erfahren viel über Ökologie und erstellen in Gruppenarbeit Vorträge zu relevanten Themen.“ Unter anderem mit der Unterstützung aus dem Jugendwaldheim Lauenstein mussten die Schüler auch handwerklich ran: Zu ihren Arbeitsaufträgen gehörte unter anderem der Bau einer Kanzel. Alle Aktionen gingen sie dabei voll motiviert und hochkonzentriert an. Thomas Baumann: „Man sieht hier kein Kind mit Handy in der Hand.“

Für die Verpflegung sorgten die Waldcamper selbst. Der Steinofen wurde beispielsweise für selbstgebackene Pizza genutzt, über Feuer wird Rehgulasch gekocht.

Neben dem Thema Wald steht immer die ehemalige Grenze im Fokus. Thomas Baumann: „Die Kinder und auch viele Eltern kennen die Grenze nicht mehr.“ Diese wurde ihnen beim gemeinsamen Freiluftkinoabend nähergebracht. Auf der zwischen zwei Bäumen eigens dafür aufgespannten Leinwand schauten alle zusammen den Film „Ballon“ über die Flucht zweier Familien aus der DDR mit einem selbstgebauten Heißluftballon. Die Flucht endete übrigens im Frankenwald, gar nicht so weit vom Waldcamp entfernt: In der Nähe von Naila.  red

Gruppenbild des Jubiläumswaldcamps.Thomas Baumann
Gruppenbild des Jubiläumswaldcamps.Thomas Baumann // 
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