Weisendorf
Haushaltsplan: Weisendorf kommt 2026 ohne Kredit aus
Der Markt Weisendorf hat das alte Sparkassengebäude am Marktplatz erworben. Gerd Ankermann
Der Markt Weisendorf hat das alte Sparkassengebäude am Marktplatz erworben. Gerd Ankermann // 
Weisendorf

Der Haushaltsausschuss hat den Haushalt 2026 der Marktgemeinde in seiner jüngsten öffentlichen Sitzung diskutiert.

Im Verwaltungshaushalt werden 19 Millionen Euro eingestellt – ein Volumen auf Vorjahresniveau. Im Vermögenshaushalt sind jedoch deutliche Mehrausgaben geplant. 2024 waren es vier Millionen Euro, 2025 dann 6,7 Millionen Euro und für 2026 sind 8,3 Millionen Euro für einmalige oder investive Maßnahmen und deren Finanzierung vorgesehen.

Die gute Nachricht: Die Gemeinde muss dieses Jahr keine Schulden aufnehmen, der Haushalt ist ausgeglichen. Mehr noch: Die Einnahmen liegen mit rund 170.000 Euro über den Ausgaben.

Auf der Einnahmenseite des Verwaltungshaushalts ist der Anteil am Einkommensteueraufkommen mit 6,3 Millionen Euro die größte Position. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer mit 3,5 Millionen Euro sind nach Aussage von Bürgermeister Timo Wendel erfreulich, aber für die Zukunft ist nicht mit einer Steigerung zu rechnen. Da die Steuerkraft der Gemeinde nicht überdurchschnittlich ist, erhält sie 2026 Schlüsselzuweisungen in Höhe von rund 912.000 Euro.

Die Grundsteuer A und B wird in diesem Jahr, nachdem der Hebesatz in den letzten Gemeinderatsitzung rückwirkend ab 1. Januar 2026 angehoben worden war, helfen, den Haushalt auszugleichen. 830.500 Euro sind als Grundsteuereinnahmen hochgerechnet worden.

Auf der Ausgabenseite sind die Aufwendungen für die Verwaltung und der Betriebsaufwand für Gebäude mit rund sechs Millionen Euro veranschlagt.

Josef Nießl, Experte für kommunale Finanzen, der die Gemeinde bei der Haushaltsplanerstellung berät, merkt dazu an: „Jede neue Investition führt auch zu Folgekosten.“ Daher seien Entscheidungen, die die freiwilligen Aufgaben der Gemeinde betreffen, sorgsam abzuwägen. Aber genau diese sind „das Salz in der Suppe“, die das Leben in der Gemeinde lebenswert machen, meint der Berater.

Die Kreisumlage in Höhe von 5,3 Millionen Euro und die Personalausgaben (2,8 Millionen Euro) machen 57 Prozent der gesamten Ausgaben des Verwaltungshaushaltes aus. Die soziale Sicherung (Schulen und Kindergärten) verursachen 4,5 Millionen Euro Kosten bei 2,3 Millionen Einnahmen.

Zur Finanzierung ist auch eine Entnahme aus der Rücklage in Höhe von 6,6 Millionen Euro erforderlich. Ab 2027 sind Kreditaufnahmen in der mittelfristigen Finanzplanung vorgesehen. Nach aktueller Prognose sollen diese ein Volumen von 35 Millionen Euro im Jahr 2029 betragen. Die Zins- und Tilgungszahlungen für diese Kredite werden die Haushalte dann ab 2027 belasten.

Norbert Maier (Grüne) meint, dass seit fünf Jahren über Kreditaufnahmen gesprochen wird, diese aber bisher nicht benötigt wurden. Ihn ärgert, dass die Pflichtaufgaben gegen die freiwilligen Ausgaben ausgespielt werden. Energie und Ökologie kommen seiner Meinung nach zu kurz.

Wenn die Gemeinde rechtzeitig investiert, kämen auch Einnahmen zurück. Auch der Ausbau der Radwege und die Berücksichtigung der Belange der Ortsteile liegen ihm am Herzen.

Die Mehrzweckhalle, das neue Feuerwehrhaus und die Offene Ganztagsschule, zudem die Sanierung der Abwasserleitungen – alles wichtige Projekte, die der Bürgermeister für die kommenden Jahre anspricht.

Marco Hümmer (CSU) merkte an: „Wir werden nicht alles machen können“. Die Sanierung der Ortsverbindungsstraße bei Oberlindach wurde zunächst gestoppt. Dagegen wurde beiläufig bekannt gegeben, dass der Erwerb des alten Sparkassengebäudes am Marktplatz als freiwillige Aufgabe bereits getätigt wurde. Für 2027/2028 soll ein Konzept erarbeitet werden.

In der Detailsicht auf die Ausgabenpositionen haben die Haushälter auch konkret nachgefragt. Roland Maier (UWG) sind 80.000 Euro Kosten für Tiefbauarbeiten aufgefallen. Wendel bestätigte, dass das für die Schotterung des Festplatzes ausgegeben wurde.

Mit 7:0 stimmte der Haushaltsausschuss dem Haushaltsplan zu.

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