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Energiecoach legt Zahlen vor
Neue Heizanlage: Ludwigsstadt treibt Energiewende voran
Finanzen der Kommunen
Wie viel darf eine neue Heizung im Ludwigsstädter Rathaus kosten - und welches Heizsystem ist dafür das beste. Ein Energiecoach hilft bei der Entscheidungsfindung. // Symbolbild: Monika Skolimowska/dpa
Signet des Fränkischen Tags von Heike Schülein
Ludwigsstadt – Der alte Gaskessel steht vor dem Aus! Ludwigsstadt plant ein neues Heizsystem für das Rathaus und geht damit einen Schritt in Richtung Energiewende. Doch was darf das kosten?

Die Stadt Ludwigsstadt beteiligt sich am Förderprojekt „Kommunales Energiecoaching Oberfranken“. Nach einem ersten Treffen im Oktober 2025 wurden das Thema und die Aufgaben für das Coaching festgelegt. Hierbei soll der Fokus auf eine Optimierung des Rathauses gelegt werden.

Neben einem Austausch der Fenster geht es im Speziellen um eine Erneuerung des Heizungssystems. Nach einer Bestandsaufnahme liegt die Auswertung nun vor und wurde von Florian Lach, Energieagentur Nordbayern GmbH, in der Stadtratssitzung dem Gremium vorgestellt.

Das zu 100 Prozent durch die Regierung von Oberfranken geförderte Energiecoaching unterstützt Kommunen bei der Umsetzung der Energiewende vor Ort mit bedarfsorientierten Beratungen. Im Vordergrund steht der praktische Nutzen.

In Ludwigsstadt beschäftigte sich der Energiecoach insbesondere mit dem im Rathaus vorhandenen, rund 30 Jahre alten und defektanfälligen Niedertemperatur-Gaskessel mit einer Leistung von 130 kW und einem Verbrauch von 182.000 kWh. Die Wärmeverteilung erfolgt über Heizkörper, die meist gut durchströmt sind. Die Dampfbremse im Dachgeschoss ist defekt. Die einfach verglasten Kastenfenster sind sehr oft undicht, was ebenfalls behoben werden sollte. Gleiches gilt für den Luftzug an Türen.

Neues Heizsystem für das Rathaus in Ludwigsstadt

Ziel war in Ludwigsstadt die Planung eines neuen, nachhaltigen Heizsystems, wofür der Berater verschiedene Energieträger gegenüberstellte. Bei der bisherigen Variante eines Gaskessels ging er von Installationskosten von 42.000 Euro und Energiekosten pro Jahr von 18.600 Euro aus. Abzüglich der jeweiligen Förderungen rechnete er bei einem Hybrid-System - einer Menoblock-Wärmepumpe und einem Gaskessel für die Spitzenlast - mit Installationskosten von 90.000 Euro und Energiekosten pro Jahr von 12.100 Euro sowie bei einer Wärmepumpe mit Heizstab für die Spitzenlast mit Installationskosten von 106.000 Euro und Energiekosten pro Jahr von 12.200 Euro. Alle diese Werte gelten bei einer zusätzlichen Umstellung auf eine dezentrale Warmwasserversorgung.

Hochgerechnet auf 20 Jahre kalkulierte der Energiecoach mit Jahresgesamtkosten bei der Gaslösung von 22.600 Euro, bei der Hybridlösung von 19.800 Euro sowie bei der Wärmepumpe von 19.400 Euro. Die Energiekostenentwicklung sei mit großen Unsicherheiten verbunden, erklärte Lach. In seinen Augen erscheine eine Hybridlösung attraktiv. Ein „Weiter so!“ werde aus Gründen der Nachhaltigkeit nicht empfohlen. Kleinere Maßnahmen, wie die Fenster, sollte man gleich angehen.

Beschluss wird in Ludwigsstadt einstimmig getroffen

Laut Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD/WGL) strebe man eine nachhaltig-sinnvolle Lösung für das Gebäude an, ohne im Vorfeld große Investitionen tätigen zu müssen. Aufgrund der schwierigen Steuerung der aktuellen Heizungsanlage wolle man weg von fossilen Brennstoffen und bevorzuge eine Lösung mit einer Wärmepumpe - also „nur“ eine Wärmepumpe oder die Hybridlösung. Die Energieagentur wird mit der weiteren Begleitung beauftragt und Angebote einholen. Der Beschluss erfolgte einstimmig.

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