„Michl Müller kennt man vom Fernsehen und vom Frankenfasching. Aber wenn er einmal in Eltmann ist, dann wollen wir uns seinen Live-Auftritt nicht entgehen lassen.“ Dies hörte man oft bei der Veranstaltung „Limbo of Life“ mit dem selbst ernannten „Dreggsagg“ aus der Rhön, genauer: aus Garitz bei Bad Kissingen.
Seit Monaten war das Event ausverkauft, und die Stadthalle platzte mit 350 Besuchern fast aus den Nähten. Das Publikum war von der ersten Minute an voll dabei. Michl Müller zündete eine dreistündiges Feuerwerk, und seine Fans gingen mit.
Schon bei seinem Auftritt von hinten in den Saal sprach er einzelne Frauen und Männer an, herzte sie und gab ihnen fast so etwas wie eine Rolle für den Abend. Das kam an, ebenso wie die wichtigste Meldung des Tages, der Rücktritt von CDU-Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn wegen seiner „Leihmuttergeschichte“. Der Rücktritt sei längst fällig gewesen, meinte er. Die Gesundheitsreform von Ministerin Nina Warken stellte er unter die Worte „mehr zuzahlen, im Krankenhaus wirst operiert, zahlen musst du daheim aber selber. Ganz zu schweigen davon, dass es einfacher ist, einen Tierarzt zu finden als einen Hautarzt.“
Der Alltag und die Politik
In einem Gespräch mit unserer Redaktion im Vorfeld machte Michl Müller deutlich, dass es ihm bei seinen Auftritten um Spaß gehe, und trotzdem fehle die Politik nicht, denn vieles im Alltag sei Politik und jeder spüre das.
„Mit meinen Themen können sich die Leute identifizieren, sie lachen und gehen vor allem auch meine Songs begeistert mit. Das war auch gleich bei den Ohrwürmern zu hören wie: „Ich liebe meine Heißluftfritteuse, wenn ich Hunger habe, dann bist du für mich da“ oder dem „Ingwer-Song – weißt du, warum ich bei dir bleibe? Du hast eine Ingwer-Reibe aus Porzellan, das macht mich an, fängst du das Ingwer-Reiben an.“
Heimspiel in Eltmann
Michl Müller freute sich über das große Interesse und verwies darauf, dass es in diesem Jahr noch zahlreiche weitere Veranstaltungen gebe. Darunter seien ein großes Festival am Bodensee, Auftritte in Hessen und Rheinland-Pfalz, und die Abschlussvorstellung von „Limbo of Life“ finde im Mai nächsten Jahres in Suhl statt, wo er schon großartige Auftritte erlebt habe.
Den Auftritt in Eltmann sah er fast wie ein „Heimspiel“, denn er sei ja 2010 schon einmal hier gewesen; die Stadt gehöre zu Unterfranken, und „auch sprachlich verstehen wir uns“. Trotzdem waren auch Gäste von weit her gekommen, die er als „Pilgergruppe“ bezeichnete, weil sie aus ganz Deutschland zu seinen Auftritten eilten.
Auffallend war eine Gruppe von jungen Männern in schwarzen Hosen und weißen Hemden vom „TSV Limbaachus“, die den Junggesellenabend ihres Freundes Max feierten. „Der Abend mit Michl ist für unseren Anlass bestens und besonders gefallen uns seine Lieder,“ meinte Vorsitzender Nico.
Unter den Gästen war auch Ewald Moser, der Michl Müller mit der Theatergruppe Ebelsbach schon bei seinem ersten Auftritt 1997 in Garitz besucht und die Einladung für Müller unter dem Motto „So is es halt“ gestaltet hatte. Nächstes Jahr feiere Michl Müller schon sein 30. Bühnenjubiläum.
Einarmige Banditen
Wie ein roter Faden zogen sich die Alltagsgeschichten durch das Programm „Limbo of life“. Zapfsäulen bezeichnete er als „einarmige Banditen“, und keiner wisse, „wo die Drecksstraße von Hormus ist. Wegen der Straße von Hormus ist alles teurer bis hin zur Lindt-Schokolade.“
Er erinnerte an Geschichten aus seiner Schulzeit, an Klassenkameraden oder den Schulsport“. Das Geräteturnen war ihm ein Graus bis hin zum Kasten, „da tät me heut Hochbeet dazu sag.“ Auch die Wandertage waren ein besonderes Erlebnis. „Heute sprechen wir von Events. Mir hätt damals schon Eltmann gelangt mit dem Sauerkrautturm“. Dies kam an und die Fans konnten kaum Luft holen. Auch mit dem Gendern hatte er seine Probleme, und es mache einen Unterschied, „ob du von der Leiter fällst oder von der Leiterin“.
Interessant fand er auch die Kaffeefahrten, Gespräche mit den Seniorinnen über ihr Alleinsein und ihre verstorbenen Ehemänner. Als eine sagte „meiner hat sich aus dem Staub gemacht, wusste ich, es war eine Urnenbestattung“.
Michl Müller löste dann sein Motto „Limbo of life“ auf. Das Leben sei ein einziger Limbo-Tanzi mit Höhen und Tiefen, durch sie man sich nicht unterkriegen lassen dürfe. „Was ich erzählt habe, ist ja das wahre Leben und ihr habt darüber gelacht!“
Die Stimmung steigerte er dann noch mit einem Medley seiner „Fränkischen Welthits“ wie „Fleischereifachverkäuferin“ mit der Gelbwurst, „La Dolce Vita“ als einen kleinen Italienischkurs“ bis hin zu „Der letzte Tango ist noch lange nicht vorbei“.










