Lautertal Eine vierte Urnenwand wird auf dem Friedhof in Unterlauter gebaut. Das beschloss der Gemeinderat einstimmig in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstag.
In der Diskussion verwies Bürgermeister Karl Kolb darauf, dass die Kapazität dieser Bestattungsform nun nahezu erschöpft sei. „Wir haben nur ein einziges Angebot einer Baufirma zur Errichtung einer vierten Urnenwand erhalten – und das nach zwei Ausschreibungen. Wir wären Narren, wenn wir uns diese Chance entgehen lassen würden, zumal sich der Bedarf für die nächsten Jahre jetzt schon mehr als abzeichnet.“ Dem folgte das Gremium.
Friedhofsgebühren steigen wohl
Vertagt wurde hingegen die Entscheidung darüber, welcher Deckungsgrad für die Umlegung der Friedhofsgebühren angesetzt werden soll. Hierzu wurde dargelegt, dass die Kommunen aufgrund haushaltsrechtlicher Vorschriften die zur Erfüllung ihrer Aufgaben erforderlichen Einnahmen aus Entgelten für ihre Leistungen zu beschaffen haben.
Da die letzte Kalkulation für die gemeindlichen Friedhöfe in Unterlauter und Rottenbach bereits zwölf Jahre zurücklag, wurde durch ein unabhängiges Kommunalberatungsbüro eine neue Kalkulation bei einem Deckungsgrad von 100 Prozent erstellt. Die Kosten, die dadurch deutlich wurden, stellen jedoch eine erheblich höhere Belastung für die Bürger dar. „Alleine beim Ansatz der Umlegung von 60 Prozent der ermittelten Summen ergäben sich gewaltige Gebührensprünge“, hieß es. Die Festlegung obliegt allerdings jeweils der Entscheidung des Gemeinderates.
Dritter Bürgermeister Hans Rauscher stellte den Antrag, zunächst nur 50 Prozent anzusetzen. Dies sei einigermaßen tragbar. Dazu gab es unterschiedliche Auffassungen. Gemeinderat Martin Flohrschütz erklärte: „Wo Kosten entstehen, müssen sie auch umgelegt werden. Ich bin nicht dafür, dass die verbleibenden 50 Prozent dann aus dem allgemeinen Gemeindesäckel getragen werden.“
Dem pflichtete Zweiter Bürgermeister Martin Rebhan bei. „Man kann die Kostensteigerungen nicht einfach außen vorlassen, auch wenn man sich mit nur 50 Prozent Deckungsgrad der Gesamtgebühren für die Friedhöfe bei der Bevölkerung zunächst beliebt machen kann“, so Rebhan.
„Wir befinden uns in einem Dilemma, was im Einzelnen noch mal ausdiskutiert werden muss, ehe man zu einer Festlegung kommt“, regte Martin Flohrschütz an. Norbert Seitz bat als Grundlage von der Verwaltung in der nächsten Beratung ganz konkrete Zahlen vorzulegen, was bei 50, 60, 80 oder 100 Prozent Deckungsgrad gebührenmäßig für Bürger und Kommune herauskommen würde. Dem pflichtete das Gremium bei und Dritter Bürgermeister Hans Rauscher zog seinen Antrag vorerst zurück.
Umstellung auf LED-Technik
Der Gemeinderat hatte im Februar die Umstellung der gesamten Straßenbeleuchtung auf LED-Technik bis zum 31. Dezember 2030 beschlossen. Im Haushaltsplan 2024 ist vorgesehen, zunächst die Umstellung für die Ortsteile Rottenbach und Tremersdorf sowie für die außerörtlichen Geh- und Radwege im Gemeindegebiet für ein Kostenangebot der SÜC über rund 63.000 Euro vorzunehmen. Zusätzlich soll die Umstellung auf LED-Technik für die Ortsteile Neukirchen und Tiefenlauter im Rahmen der turnusmäßigen Wartung vorgezogen werden und noch in diesem Herbst erfolgen (Kosten zirka 67.000 Euro).
2022 hatte der Gemeinderat zur Einsparung von Energie die Abschaltzeiten der Straßenbeleuchtung von Montag bis Samstag von 23 bis 4.30 Uhr und Sonntag von 23 bis 7 Uhr festgelegt. Nun soll im Zuge des Einbaus von LED-Technik in den vier genannten Ortsteilen die Abschaltung nur noch von Montag bis Sonntag in der Zeit von 1 bis 4.30 Uhr erfolgen – im Zuge der Gleichbehandlung aller Ortsteile in der gesamten Kommune ab spätestens 1. Oktober. Damit komme man, so Karl Kolb, zugleich der Forderung nach mehr Sicherheit für die Bürger nach. Einem entsprechenden Schreiben von Einwohnern mit rund 210 Unterschriften werde damit Rechnung getragen. Er bezifferte die Kosten für die Veränderung der Schaltzeiten auf 3000 Euro und für den erhöhten Energiebedarf auf 8000 Euro.
Gemeinderat Karl-Dietrich Papenfuß wies auf notwendige Mäharbeiten im Bereich des Ortsteingangs Unterlauter und auf Gefahren durch nicht abgesicherte Gruben bei Bauarbeiten nahe der Straße nach Dörfles-Esbach hin. Die Verwaltung werde sich um Klärung dieser Dinge kümmern, versicherte der Bürgermeister.
Um die Auswertung von Ergebnissen der Geschwindigkeitstafeln bat Ortssprecher Udo Oppel und verwies zudem auf notwendige Maßnahmen zur Bewältigung von Hochwassersituationen im Bereich des Ortsteiles. Bauamtsleiter Peter Welz machte deutlich, dass man sich dessen bereits angenommen habe. Bezüglich des Grabens am Gartenweg erklärte Welz, dass dort derzeit keine kontrollierte Entwässerung erfolge. Im Moment werde die Gefällesituation ermittelt und man habe Kontakt mit der Initiative „boden:ständig“ aufgenommen, um Abhilfe zu schaffen. Kamerabefahrungen seien ebenfalls erfolgt und man sei dabei, Mängel zu beseitigen. Die Waldkorporation unterstützt die Freihaltung der Gräben in diesem Bereich.
Parkplatz an der Tierklinik
Im Zuge der Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens zu Bauvorhaben wurde über den Neubau eines Parkplatzes mit 16 Stellplätzen nahe der Tierklinik informiert. Der Bürgermeister gab Beschlüsse aus nichtöffentlicher Sitzung bekannt: Erweiterung der Straßenbeleuchtung im Pfarrgarten in Rottenbach (7500 Euro); Errichtung einer Zufahrt im Bereich des Mühlleitenweges (5000 Euro); Lieferung und Montage einer Notausgangstür für die Turnhalle an der Mittelschule (10.500 Euro brutto); Strom-Netzanschluss für den neuen Bauhof und Stilllegung des alten Anschlusses (12.600 Euro).
Der Bürgermeister würdigte die gesellschaftliche Leistung der 25. Blutspende von Anne Bühling und ehrte die Spenderin mit einem Einkaufsgutschein.









