Hallerndorf
„Ein Mann mit Schwielen an den Händen“: Handwerker feiern ihren Patron St. Josef
Josefigottesdienst in Schlammersdorf.
Josefigottesdienst in Schlammersdorf. // Katrin Steger
Signet des Fränkischen Tags von Katrin Steger
Hallerndorf

Es war ein Festtag der besonderen Art: Zum ersten Josefsgottesdienst in Schlammersdorf kamen weit über 150 Gläubige zusammen – Handwerker aus der gesamten Region, Zimmerleute, Schreiner und Dachdecker, dazu zahlreiche Josefs, die ihren Namenstag in Gemeinschaft feiern wollten. Was dabei besonders ins Auge fiel: Ganze Betriebe hatten an diesem Tag ihre Türen geschlossen. Keine Selbstverständlichkeit in Zeiten voller Auftragsbücher und enger Terminpläne – und doch ein klares Zeichen. Wer kommt, der will. Und wer will, der bringt etwas mit: Zeit, Offenheit und die Bereitschaft, einen Moment innezuhalten.

Pfarrer Matthias Steffel vom Seelsorgebereich Unterer Aischgrund, der immer wieder durch besondere Angebote auf sich aufmerksam macht und die Menschen dort abholt, wo ihre Lebenswirklichkeit ist, gestaltete den feierlichen Festgottesdienst zu Ehren des heiligen Josef.

In seiner Predigt ließ er die Handwerker schmunzeln und nachdenken zugleich. Er zeichnete das Bild des heiligen Josef nicht als frommen, entrückten Heiligen – sondern als einen Mann mit Schwielen an den Händen, mit müden Schultern am Abend, mit dem Wissen darum, was es bedeutet, wenn ein Zapfen nicht sitzt oder der Kunde ungeduldig wird. Er erinnerte daran, dass die Handwerker heute nicht einfach frei genommen – sondern bewusst Ja gesagt haben. Zu einem Tag, der mehr ist als Arbeit. Zu einem Tag für den Glauben, für die Gemeinschaft, für das Innehalten.

Gemeinschaft bauen und pflegen

„Gemeinschaft ist Handwerk", brachte Steffel den Kern des Tages auf den Punkt. „Die entsteht nicht von selbst. Die muss man bauen, pflegen und zusammenhalten." Worte, die ankamen – bei Menschen, die wissen, was es bedeutet, etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen.

Nach dem Gottesdienst zog die Festgemeinde ins Gasthaus Schwarzmann nach Trailsdorf. Dort wartete eine ehrliche Handwerkerkost auf alle: gegrillte Rippchen mit Kraut und Klößen – deftig, herzlich und genau richtig für den Tag.

Beim „Josefsbier“ – ein Freibier, spendiert vom Pfarrer – stieß man auf den Namens- und Schutzpatron an. Jung und alt saßen beisammen, erzählten, lachten und genossen einen Nachmittag, der zeigte: Gemeinschaft tut gut. Die Bilanz des Tages fiel einhellig aus. Wer gefragt wurde, antwortete mit einem Lächeln: „Nächstes Jahr sind wir wieder dabei."

Ein Festtag, der Maßstäbe setzt – für Glaube, Handwerk und Gemeinschaft im Unteren Aischgrund. Katrin Steger

Es ging uns immer darum, die hausärztliche Versorgung in Fuchsstadt zu sichern.

Christina Holleber–Sobtzick Hausärztin

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