Mit einem umfangreichen Konzept zur Weiterentwicklung der Kellerwaldschänke Lunz in Willersdorf hat sich der Gemeinderat Hallerndorf Ende März befasst. Andreas Lunz stellte als Vorhabenträger die Pläne vor, mit denen der traditionsreiche Familienbetrieb langfristig gesichert und künftig auch über die bisherige saisonale Nutzung hinaus betrieben werden soll. Der Gemeinderat stimmte dem Vorentwurf einstimmig zu, sodass dieser nun in die Phase der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung gehen kann.
Der Betrieb, der seit Jahrzehnten bewirtschaftet wird und besonders bei Familien als Ausflugsziel geschätzt ist, soll durch mehrere bauliche Maßnahmen erweitert und neu strukturiert werden. Insgesamt umfasst das Konzept sieben zentrale Vorhaben.
Neue Veranstaltungsscheunen bei Kellerwaldschänke Lunz
Geplant sind unter anderem zwei Veranstaltungsscheunen. Eine kleinere soll Raum für private Feiern wie Geburtstage, Schulabschlüsse oder Treffen von Kindergärten bieten, eine größere ist für Veranstaltungen mit bis zu 200 Personen vorgesehen. Eine solche räumliche Möglichkeit gebe es in der näheren Umgebung bislang nicht, sagt Lunz.
Das bestehende Hauptgebäude der Gastwirtschaft soll umgestaltet und durch zusätzliche Freisitze ergänzt werden. Darüber hinaus ist ein Wirtschaftsgebäude vorgesehen, in dem unter anderem eine Bäckerei und eine Metzgerei untergebracht werden könnten. Ziel ist es, traditionelle Herstellung vor Ort wieder zu ermöglichen.
Auch infrastrukturelle Aspekte spielen eine Rolle: So ist der Bau einer Maschinenhalle geplant, um Geräte nicht länger im Außenbereich lagern zu müssen. Zudem soll ein Wohnhaus mit Carport für die Betreiberfamilie entstehen.
Kellerwaldschänke Lunz Hallerndorf: Das ist der Plan für den Umbau
Ein weiterer Bestandteil des Konzepts ist der Neubau einer Kapelle auf dem Gelände, die ebenfalls öffentlich genutzt werden kann. „Man wird dort während oder nach Veranstaltungen auch einmal in sich gehen können“, erklärte Lunz dazu.
Im Gemeinderat sorgten insbesondere die Dimensionen der geplanten Veranstaltungsscheunen für Nachfragen. Die angegebenen Baugrenzen von etwa 25 mal 35 bis 40 Metern wirkten auf den ersten Blick großzügig bemessen. Lunz stellte jedoch klar, dass es sich hierbei lediglich um maximale Baugrenzen handle. Die tatsächlichen Gebäude würden voraussichtlich nur etwa halb so groß ausfallen.
Bürgermeister Gerhard Bauer erläuterte das weitere Verfahren. „Mit der Zustimmung zum Vorentwurf kann nun die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung eingeleitet werden.“ Sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch Träger öffentlicher Belange erhalten dabei die Möglichkeit, Einsicht zu nehmen und Stellung zu beziehen. In diesem Zusammenhang werde die Gemeinde auch entsprechende fachliche Untersuchungen in Auftrag geben, deren Kosten vom Vorhabenträger zu tragen sind.
Verkehr: „Situation wie am Kreuzberg vermeiden“
Im weiteren Verlauf dürften insbesondere verkehrliche Auswirkungen und mögliche Lärmentwicklungen eine zentrale Rolle spielen. Bauer betonte, dass „ausreichend Parkflächen geschaffen werden müssen, um eine Situation wie am Kreuzberg mit ungeordnetem Parken entlang der Straßen zu vermeiden“. Die ursprünglich angedachten Tiny Houses auf Teilen der vorgesehenen Flächen seien inzwischen nicht mehr geplant; stattdessen sollen dort Parkplätze entstehen.
Das Bauvorhaben ist in zwei Abschnitte gegliedert. Der erste Bauabschnitt, der sich über etwa fünf Jahre erstrecken soll, umfasst die Errichtung der Maschinenhalle, die Umgestaltung der Gastwirtschaft, die Kapelle sowie die kleinere Veranstaltungsscheune. Erst nach dessen Fertigstellung soll im zweiten Abschnitt die Umsetzung der weiteren Gebäude erfolgen.
Neben verkehrlichen Fragen wurden auch sicherheitsrelevante Aspekte angesprochen. So ist zu prüfen, ob ausreichende Flucht- und Rettungswege gewährleistet werden können. Die Löschwasserversorgung gilt aufgrund der umliegenden Weiher grundsätzlich als gesichert, auch wenn auf dem Gelände selbst kein Hydrant vorhanden ist. Die Abwasserentsorgung ist durch den Anschluss an das bestehende Netz gewährleistet.
Bierkeller bei Hallerndorf: Verkehrswege im Fokus
Die Kellerwaldschänke gilt bereits heute als beliebtes Ziel für Ausflügler und Familien – nicht zuletzt wegen ihres großzügigen Außenbereichs und des Spielplatzes.
Gleichzeitig wurde im Gemeinderat deutlich, dass bei einer Erweiterung auch die Belastung der Umgebung berücksichtigt werden muss.
Insbesondere die Zufahrten über schmale Wege und landwirtschaftlich genutzte Schotterpisten dürfen nicht zu stark durch zusätzlichen Verkehr beansprucht werden. Hier wird es im weiteren Verfahren darauf ankommen, tragfähige Lösungen zu finden, die Nutzung und Umfeld in Einklang bringen.















