Es riecht herzhaft nach Schmorbraten, Semmelknödel und Pfotschengemüse – die fränkische Bezeichnung für die Steckrübe. Aus einem schlechten Gewissen heraus hat Sonja Schrüfer mit neun Jahren den ersten Sonntagsbraten gekocht. Nun hat die „knallhart Oma“ für die gleichnamige Fernsehsendung mit Starkoch Alexander Herrmann und dessen Küchenchefin Sandra Hofer gekocht – und hat damit den Landkreis Forchheim vertreten.
Kochen ist Sonja Schrüfers Leidenschaft. „Weil ich gerne esse und dankbare Abnehmer habe“, sagt Schrüfer und meint damit ihre Familie samt Enkel.
In der Kindheit von Sonja Schrüfers sei es üblich gewesen, im Haushalt mitzuhelfen, auch beim Kochen. Sonntags wurde frühmorgens der Gottesdienst besucht. Nur einmal hatte die damals Neunjährige keine Lust und war mit einer Ausrede zu Hause geblieben. „Dann packte mich das schlechte Gewissen und ich habe den Braten, Gemüse und Klöße gekocht“, verrät Schrüfer. Da keine Beschwerde kam, musste es geschmeckt haben. Doch daraus wurde dann keine Routine, sondern Leidenschaft.
Schrüfer vertritt Forchheim
Auch im Lieberth-Keller in Hallerndorf hat Schrüfer ihre Gäste mit fränkischer Kulinarik verwöhnt und postet immer wieder ihre Gerichte, geschmackvoll garniert. Bei diesem Anblick läuft einem schon das Wasser im Mund zusammen.
„Ich habe viele Bekannte aus Köln oder Lübeck, die immer wieder meine Rezepte wollen“, erzählt Schrüfer. Von ihrer Kochleidenschaft wusste auch Maria Luise Lehnhard, die Kreisvorsitzende der Seniorenunion und meldete Schrüfers Name an die Stadt Forchheim. Denn dort hatte TVO für die Sendung „Knallhart Oma“ mit Starkoch Alexander Herrmann und seiner Küchenchefin Sandra Hofer nach Großmüttern gesucht, die noch traditionelle fränkische Gerichte kochen.
„Ich hätte nicht gedacht, dass sie mich auswählen“, erzählt Schrüfer. Ein für die Region typisches Gericht sollte es sein. Das wäre Spargel, doch die Ernte ist längst vorbei. Oder Krapfen, doch dieser sei schwer zuzubereiten, damit alle zeitgleich essen können.
Alexander Herrmann mit seiner Küchenchefin und dem Fernsehteam haben sich dann für Schrüfers Schmorbraten mit Semmelknödeln und dem Pfotschengemüse entschieden.
„Ich war die erste, die einen Braten gekocht hat“, weiß Schrüfer. Alle anderen „Knallhart Omas“ hatten andere Gerichte gekocht.
Am 21. September war es dann so weit. Starkoch Alexander Hermann, seine Küchenchefin Sandra Hofer und das Kamerateam kamen in Schrüfers Küche.
„Alexander ist ein Süßer“, erklärt Schrüfer, warum der Starkoch und Team mit Kuchen begrüßt wurden. Kuchen ist bei der Sendung ebenfalls immer dabei. Nach der Stärkung durch Käsesahnetorte, Apfelkuchen und Küchla begann der Dreh vom Fenster in die Küche hinein, da diese zu klein sei, um noch Kameras aufzustellen.
Das Konzept der Sendung sieht vor, dass die Küchenchefin Sandra Hofer beim Kochen zusieht, denn sie muss das von der „knallharten Omas“ kreierte Menü in Herrmanns Posthotel in Wirsberg nachkochen. Ohne Rezeptvorlage. Auch das wird gefilmt und alle von den Omas gekochten Gerichte im Posthotel für alle Gäste auf der Speisekarte.
Starkoch Herrmann schaute zu und probierte, blieb aber nicht die ganze Zeit in der Küche. Aber seine Chefköchin, die über Schrüfers Raffinesse, den Sellerie und die Karotten im Topf zu pürieren, staunte. Doch auf die Soße legt Schrüfer besonderen Wert. „Wenn die Soße nicht passt, ist das ganze Essen nichts“, sagt Schrüfer.
Die Kochzeit wurde moderiert und dann wurde zusammen gegessen. Nur das Kamerateam bekam lauwarmes Essen, denn sie mussten filmen. „Das ganze Team war so herzlich, freundlich und lustig“, schwärmt Schrüfer über den Kochtag bei ihr. Anfang der Woche war die „Knallhart Oma“ Sonja Schrüfer mit zehn Personen bei Hermann im Posthotel Gast, um den von Küchenchefin Sandra Hofer nachgekochten Schmorbraten samt Beilagen zu genießen.
Schon beim Eintritt gerieten Schrüfers ins Schwärmen. „Sandra ist eine Künstlerin“, lobt Schrüfer bereits die Dekoration. Es passte einfach alles, selbst das Speiseservice – dasselbe, das sich Schrüfers vor 52 Jahren zur Hochzeit gekauft hatten. „Es passte zum Oma-Essen“, sagt Schrüfer.
Auch dieser Exklusivabend wurde gefilmt. „Wir waren rundherum begeistert. Wir haben uns so gut unterhalten, über alles wurden sich so viele Gedanken gemacht. Es ist unglaublich, dass es so etwas gibt“, schwärmt Schrüfer. Der 71-jährigen Oma aus Wimmelbach wurde dann noch ein Dankeschön überreicht. Eine Hummelfigur, die Sandra Hofer als Köchin zeigt, mit Kochlöffel und Topf in der Hand. „Ich bin dankbar über so viel Herzlichkeit, Fröhlichkeit und Großzügigkeit. Es bleibt unvergesslich“, sagt Sandra Schrüfer und ist nun auf den fertigen Film gespannt.










