In Franken ist die Verschmelzung zweier Genossenschaftsbanken geplant. Die Raiffeisen-Volksbank Haßberge eG (RVB) plant laut Mitteilung eine Verschmelzung mit der VR- Bank Bamberg-Forchheim eG.
Dies soll den Angaben zufolge erweiterte Kreditvergabemöglichkeiten für Kunden bringen. Die Fusion würde eine der größten Banken Frankens bedeuten und soll regionale Arbeitsplätze sichern.
Das nach eigenen Angaben kapitalstarke Institut aus Haßfurt mit etwa 700 Millionen Euro Bilanzsumme möchte Teil der mit 3,7 Milliarden Euro größeren VR-Bank aus dem angrenzenden Bamberg werden. Damit möchten die beiden Genossenschaftsbanken die starke Verknüpfung der Region Haßberge mit Bamberg und ihre wirtschaftlichen Kräfte optimal für ihre Kunden zur Geltung bringen.
Die beiden Banken führen aktuell, wie es heißt, „sehr zielführende Gespräche“ über eine gemeinsame Zukunft. Aufgrund der betriebswirtschaftlich guten Ausgangslage beider Institute und angesichts der sinnvollen Synergien einer möglichen Verschmelzung laufen die Gespräche demnach sehr zügig. „Durch die geplante Fusion mit der VR-Bank Bamberg-Forchheim stellen wir sicher, dass unsere gute wirtschaftliche Lage im Sinne unserer Kunden langfristig stabil bleibt“, so Stephan Merz, Vorstandsvorsitzender der RVB Haßberge.
Beide Aufsichtsgremien hätten für eine Fusion bereits grünes Licht signalisiert. Damit liege eine mögliche Verschmelzung bis zur finalen Abstimmung der Mitgliedervertreter auf der Vertreterversammlung beider Genossenschaftsbanken im Mai bestens im Plan. Diese seien bereits vor zwei Wochen informiert worden und hätten ihre Unterstützung zugesagt. Die juristische und technische Fusion wäre im vierten Quartal dieses Jahres geplant.
Wichtige Wirtschaftsräume
Kulturell und wirtschaftlich sind die unterfränkischen Gemeinden entlang des Mains Richtung Bamberg wie Zeil, Sand, Eltmann und Ebelsbach eng mit dem oberfränkischen Landkreis Bamberg verbunden. Viele Menschen pendeln dort regelmäßig, auch viele Betriebe haben Standorte in Bamberg und in den Haßbergen. Die Stadt Haßfurt ist ebenfalls bereits Mitglied bei der Metropolregion Nürnberg.
Von der Fusion sollen Privat- als auch Firmenkunden, die in beiden Regionen tätig sind, also besonders profitieren. „Insbesondere im Firmenkreditgeschäft ergeben sich für die Kunden der RVB Haßberge aufgrund der Größe des fusionierten Instituts auch höhere Kreditvergabemöglichkeiten“, erläutert Joachim Hausner, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Bamberg-Forchheim.
Durch die Verschmelzung der Institute ergebe sich ein zusammenhängendes Filialnetz von über 40 Geschäftsstellen und 30 SB-Standorten von Haßfurt über Bamberg und Forchheim bis an die Nordausläufer der Großstädte Erlangen und Nürnberg sowie darüber hinaus in die Fränkische Schweiz. Damit entstehe eine der größten Flächenbanken in Franken, die wegen der hohen Filialdichte immer noch nah am Kunden sei.
Joachim Hausner beschreibt die Vorteile für die Kunden: „Gemeinsam haben wir über 150.000 Kunden, die künftig von erweiterten Leistungsangeboten und höheren Finanzierungsmöglichkeiten profitieren – ohne dabei auf die persönliche Nähe und regionale Verwurzelung verzichten zu müssen.“
Arbeitsplätze in der Region
Mit der angestrebten Fusion soll auch die Bedeutung der VR-Bank Bamberg-Forchheim als regionaler Arbeitgeber wachsen. Etwa 530 Mitarbeiter würden durch die Fusion für die Bank tätig sein. Durch die Fusion gehen den Angaben zufolge auch keine Arbeitsplätze verloren – im Gegenteil, beide Vorstände würden qualifiziertes Personal suchen.
Geburtstag der Raiffeisenbank Haßberge war der 25. Juli 1881: Damals gründeten 75 Einwohner aus Tretzendorf und Trossenfurt einen Spar- und Darlehenskassenverein. In der Folge gab es „Banken“ fast in jedem Ort der Region. 2010 strebte die Raiffeisenbank schon einmal erfolglos eine Fusion an – mit der Raiffeisenbank Schweinfurt, ähnlich wie die Sparkassen Haßberge und Schweinfurt. Die zweite Raiffeisenbank im Landkreis Haßberge, Ebern, fusionierte 2017 mit der Raiffeisen-Volksbank Lichtenfels-Itzgrund. red









