Gutachten
Die Entwässerung am Gewerbegebiet Buchfeld-Nord ist problematisch
Bei der Entwässerungsproblematik an der Steigerwaldstraße wird das Erdenwerk in eine Lösung miteinbezogen.
Bei der Entwässerungsproblematik an der Steigerwaldstraße wird das Erdenwerk in eine Lösung miteinbezogen. // Thomas Schöbel
Signet des Fränkischen Tags von Thomas Schöbel
Wachenroth

Die Planungen für das Gewerbegebiet Buchfeld-Nord waren schon häufiger Thema im Gemeinderat Wachenroth. Im Kern geht es dabei um die Erweiterung der Betriebsflächen des Erdenwerks Rommel im Norden und Nordwesten in Richtung Autobahn. Nun stand das Vorhaben nach Beendigung der Öffentlichkeitsbeteiligung wieder auf der Tagesordnung. Und erneut gab es eine intensive Debatte über die Niederschlagsentwässerung, welche in dem Gebiet schon länger Probleme bereitet.

Ob ein bereits vorhandenes Regenrückhaltebecken ausreichend ist, muss noch über ein Bodengutachten eingeholt werden. Gemeinderat Andreas Pohle (SPD) erklärte dazu, dass bei größeren Niederschlägen aktuell Wasser über die Steigerwaldstraße abfließe. Bisher sei die Gemeinde hier zuständig gewesen, eine Lösung zu finden. Durch die Neuplanung stehe nun aber der Bauherr in der Pflicht. Neben Pohle forderten auch der 2. Bürgermeister Felix Knorr (Horbacher Wählergruppe) und Johannes Schmid (SPD), dass diese Verpflichtung im Bebauungsplan festgelegt werden sollte. Schmid schlug zudem vor, die alten Vereinbarungen in der nächsten Gemeinderatssitzung nochmals zu prüfen.

Bürgermeister Reiner Braun (LoK) zeigte sich aufgrund dieser Forderungen irritiert und verwies vehement darauf, dass es diesbezüglich schon klare Absprachen mit dem Erdenwerk gebe, was der Gemeinde sogar entgegenkomme. Überdies könne eine Verpflichtung nicht explizit im Plan vorgeschrieben werden, sondern ergebe sich aus den allgemeinen Vorschriften des Wasserrechts. Georg Schreiber, der das Verfahren für die Valentin Maier Bauingenieure AG begleitet, bestätigte diese Argumentation. Abseits der Entwässerungsproblematik erbrachte die Öffentlichkeitsbeteiligung keine schwerwiegenden Einwände und letztendlich stimmte der Gemeinderat einstimmig für die vorgelegten Pläne. Die Umsetzung wird aber sicherlich weiter Thema bleiben.

Votum für Obdachlosenhilfe

Eine etwas längere Debatte entspann sich zudem über einen Beitritt der Gemeinde zur Obdachlosenbetreuung des Awo-Kreisverbands Erlangen-Höchstadt. Das Konzept der Awo bietet eine kommunenübergreifende Unterbringung und Betreuung an. Die Landkreisgemeinden treten dabei für eine Pauschale ihre Pflichtaufgaben zur Unterbringung ab. Einig waren sich die Gemeinderäte darin, dass das Angebot der AWO eine „tolle Sache“ ist. Aber dann ging es ums Geld.

Der Jahresbeitrag für Wachenroth würde sich auf 8625 Euro belaufen. Kritik erfuhr die feste Vertragsbindung von zehn Jahren, wobei Andreas Pohle darauf verwies, dass die Awo kein Gewinn-Interesse habe.

Bürgermeister Reiner Braun gab zu bedenken, dass eine örtliche Unterbringung deutlich teurer und die Betreuung schlechter sei. Letztendlich votierte der Gemeinderat knapp mit 6:5 Stimmen für einen Beitritt.

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