Nach über 35 Jahren traditionellem Weiberfasching und dann einer durch Corona bedingten längeren Pause setzte die Frauenunion Wachenroth dieses Jahr zum ersten Mal ein neues Format um, nämlich einen Faschings-Nachmittag für Jung und Alt in der Ebrachtalhalle. Dabei gab es ein unterhaltsames Rahmenprogramm mit der Tanz- und Partyband „Wir sind Wir“, aber auch mehreren Auftritten der Erlanger Karneval-Gesellschaft Narrlangia Rot-Weiß und schließlich der unter anderem auch aus dem Veitshöchheimer Fasching bekannten „Putzfraa“ Ines Procter.
Verena Schernich, die Vorsitzende der Frauenunion in Wachenroth, begrüßte gut 200 Gäste, darunter viele Promis aus der CSU. Die relativ große Tanzfläche wurde dann auch tatsächlich von Anfang an regelmäßig und zahlreich von allen Gästen genutzt. Zwischendurch wurde auch mal eine Polonaise organisiert. Ein besonderer Programmpunkt an diesem Nachmittag war die Ehrung von Hermine Philipp, die die Frauenunion vor fast 40 Jahren gegründet hatte. Das Gründungsdatum liegt im November 1986. Diese Ehrung wurde dann mit einem anderen Programmpunkt verbunden, nämlich dem ersten Auftritt der Narrlangia Rot-Weiß aus Erlangen an diesem Nachmittag. Philipp wurde dann in einer Eskorte von zwei Gardemädchen abgeholt und wieder zum Platz zurückbegleitet.
Die Putzfraa wirbelt
Der Vorsitzende der Narrlangia Jürgen Friedrich führte durch die einzelnen Vorführungen. Es begann mit der Vorstellung der elfjährigen Jung-Markgräfin Maya und ihrer Vorführung. Darauf folgte die Jugend-Garde mit einer Tanzeinlage und zwei Schlotfegerinnen, die das Publikum ebenfalls sehr beeindruckten.
Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war zweifelsohne der Auftritt der „Putzfraa“ Ines Procter. Fast unscheinbar kam sie zunächst in ihrem üblichen Arbeitsanzug, nämlich einer Hausfrauen-Schürze, mit einem Putzeimer sowie einem Staubwedel in die Halle. Auf dem Weg durch die Halle machte sie dann immer wieder mal halt bei verschiedenen Gästen, vorzugsweise Männern mit wenig Haaren. Dazu gab es dann schon die ersten Lacher auf Kommentare wie: „der betreibt offensichtlich FKK auf höchster Ebene“. Es folgte ein sehr kurzweiliger Überblick über die verschiedensten Bereiche des Alltags und andere Themen wie das Gendern, vegane Ernährung, Ärger mit dem Finanzamt und der Digitalisierung, dem Datenschutz oder auch den eigenen Kindern in der Pubertät und danach. Procter produzierte einen Lacher nach dem anderen. Dabei spielte die Tochter, die sich von ihrem Freund getrennt hatte („dabei hatte ich ihm sogar Geld geboten, wenn er sie zurückgenommen hätte“) und nun zum Leidwesen der Mutter „beratend“ all ihre Aktivitäten zu Hause wieder begleitet. Dabei beschrieb sie besonders anschaulich auch im für sie typischen unterfränkischen Dialekt von ihren Schwierigkeiten, als sie mal deutlich nach Mitternacht heimkam und – allerdings vergeblich – versucht hatte, das Geläute der Kuckucksuhr um Mitternacht zu simulieren, obwohl es in Wirklichkeit schon 3 Uhr früh war. In einer Zugabe kamen dann noch aus ihrem neuesten Auftritt in Veitshöchheim einige Höhepunkte in komprimierter Form. Bei und nach ihrem Auszug gab es noch viele Teilnehmer, die unbedingt noch Fotos mit ihr machen wollten, was sie sehr bereitwillig zuließ.
Zum Abschluss des offiziellen Programms zeigte dann die Narrlangia aus Erlangen noch eine weitere Vorführung. Alles in allem war das sicher ein gelungene Veranstaltung, das neue Format hat sich bewährt. red











