Wolfgang Fehn aus Stockheim war 30 Jahre lang Diakon. Seit 50 Jahren gibt es im Erzbistum Bamberg derartige Diener und Helfer im Dienst der Nächstenliebe und Verkündigung. Wir nahmen die lange Dienstzeit zum Anlass, um Fehn nach den Gründen zu fragen, die ihn als Familienvater einst dazu bewegten, diese außergewöhnliche Berufswahl zu treffen.
Dass es sich innerhalb der katholischen Kirche um einen außergewöhnlichen Dienst handelt, beweisen die Zahlen. Im Erzbistum Bamberg gibt es derzeit 54 ständige Diakone. Davon sind vier im Seelsorgebereich Kronach tätig, was in der Erzdiözese Bamberg sogar einsamer Rekord ist.
Wolfgang Fehn ist seit September vergangenen Jahres im Ruhestand und dem Seelsorgebereich als Subsidiar, also als Ruhestandsgeistlicher zugeteilt. Er sei durch die Jugendarbeit beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend geprägt, sagt er. „Hierbei hauptsächlich von Jugendpfleger Gerhard Mencl, der mich zum Jugendleiter animiert und ins Dekanatsteam eingebunden hat“, erinnert sich der Diakon. Auch der damals neue und kürzlich verstorbene Pfarrer Reinhold Lauß habe ihn inspiriert, Jugendgottesdienste vorzubereiten und zu gestalten.
Zurück in die Heimatgemeinde
„Dadurch wuchs mein Wunsch, Sozialarbeiter zu werden“, so Fehn. Pfarrer Lauß habe ihn zudem auf den kirchlichen Beruf des Gemeindereferenten aufmerksam gemacht.
Nach der Lehre zum Energieanlagenelektroniker studierte Fehn Gemeindepastoral und Religionspädagogik in Mainz und wurde 1980 in der Erzdiözese Bamberg als Gemeindeassistent, dann als Gemeindereferent angestellt. Durch die gute Zusammenarbeit mit Pfarrer Franz Deinlein und Diakon Georg Zenk führte der Weg über einen Artikel im Heinrichsblatt über einen neu zu gründenden Diakonatskreis zunächst in den 1987 neu gegründeten Diakonatskreis nach Bamberg und schließlich nach der Diakonweihe 1992 in seine Heimatgemeinde Stockheim.
Danach war Fehn 19 Jahre in den Pfarreien der Großgemeinde Stockheim und danach zehn Jahre in der Krankenhausseelsorge im Klinikum Coburg tätig. Seine Aufgaben beschränkten sich nicht auf die Diakonie, sondern umfassten wie die der anderen geistlichen Ämter auch die Verkündigung und den Gottesdienst. Das Zweite Vatikanische Konzil gab den Weg frei für die Erneuerung des frühkirchlichen Dienstamts, indem es das ständige Diakonat einrichtete und damit einen im Urchristentum gelebten Zustand wiederherstellte.
Seit 1968 können in der katholischen Kirche auch verheiratete Männer zu Diakonen geweiht werden, die entweder als hauptberufliche Seelsorger tätig sind oder in einem Zivilberuf arbeiten. Die Diakone assistieren dem Priester in der Messe, verkünden hier das Evangelium und können auch predigen. Außerdem können sie die Taufe spenden, kirchliche Trauungen und Begräbnisfeiern leiten.
Sie können aber auch Wortgottesdienste halten, die Kommunion und Segnungen spenden. Wolfgang Fehn ist seit 1980 verheiratet, Vater von zwei Töchtern und vierfacher Opa. Zu seinen Hobbys gehören das Fotografieren und die Gartenarbeit.
Doch weiterhin liegen ihm Gottesdienste und deren Gestaltung besonders am Herzen. „Sie machen mir Freude“, wie er abschließend sagt. eh









