„Ich lege meine Hand ins Feuer. Keiner von uns hat an das Wacken Open Air gedacht“, weist Unna Langer den Gedanken an das weltberühmte Festival im Norden Deutschlands weit von sich. Die Kulmbacherin ist eine der treibenden Köpfe hinter einem Freiluftfestival am 10. Juni, das um 13 Uhr (Einlass 12 Uhr) vom Musikverein Kulmbach-Weiher mit schmissigen Blasmusikklängen eröffnet wird.
Ein Blick auf das Plakat ihres ersten Freiluftfestivals, das die fünf Damen und Herren stolz in die Kamera halten, verrät sofort, dass hier nicht die Stunde der Metal-Bands geschlagen hat. Headliner des „Göss Open Airs“ auf dem Außengelände der Gößmannsreuther Kulturschule ist die kultige Kulmbacher Hip-Hop-Combo „Flowzirkel“, die schon auf der Plassenburg mit fetten Beats und schlauen Reimen zu überzeugen wusste. Gespannt sein darf man auch auf das Comeback der Kulmbacher Altpunker „Threee“, die in den 1990er Jahren für Stimmung sorgte.
Das Programm, das vom Verein der Kulturschule Gößmannsreuth zusammengestellt wurde, ist eine einzige Ode an die Vielfalt. Fröhlicher Bluesgrass, harte Hardcore-Attacken oder die friedliche Eindringlichkeit eines Liedermachers – bei dem musikalischen Reigen kommt jeder auf seine Kosten.
„Wir wollen unterschiedliche Kulturen und Musikstile zusammenbringen, zeigen, dass es in jedem Genre geistreiche, interessante und witzige Musik gibt“, spricht Artur Riedel allen Anwesenden aus der Seele. Man habe ganz bewusst keine Kommerzbands verpflichtet, die die Hits aus den Hitparaden rauf und runter spielen. Vielmehr wolle man all jenen ein Forum bieten, die zur eigenen Feder greifen.
Für Markus Schnegg spielt der Bekanntheitsgrad keine große Rolle: „Die Combos müssen vielmehr gut sein.“ Dass der Musikverein Kulmbach-Weiher die Rock- und Popsause eröffnet, hat einen ganz einfachen Hintergrund: Die Blasmusikanten proben in Gößmannsreuth. „Wer weiß, vielleicht spielen sie ja einen ‚AC/DC‘-Song im coolen Blasmusiksound“, will Riedel nichts ausschließen.









