Die achtjährige Dienstzeit von Peter Hübner ist vorbei, auch Interimschef Jonas Krug verlässt Kulmbach. Ab November ist Jürgen Stadter der neue Leiter der Polizeidienststelle.
Mit dem 55-Jährigen übernimmt ein Mann das Kommando, der über viele Jahre als Pressesprecher das Gesicht der oberfränkischen Polizei in der Öffentlichkeit war. Im Fall Peggy informierte er die Medien über den aktuellen Ermittlungsstand. Auch als es 2017 auf der A9 bei Münchberg einen schweren Busunfall mit 18 Toten gab, war das Medieninteresse gewaltig. Jürgen Stadter war gefordert, musste damals sogar eine Anfrage der New York Times beantworten.
„Das war sicherlich sein arbeitsreichster Tag“, sagte der oberfränkische Polizeipräsident Armin Schmelzer, der Jürgen Stadter am Donnerstag im Sitzungssaal des Rathauses vor feierlicher Kulisse in sein Amt einführte und dessen beruflichen Werdegang darstellte.
Es war ein Festakt, bei dem nicht allein der neue Kulmbacher Dienststellenleiter vorgestellt wurde. Peter Hübner, der von Dezember 2017 bis März 2026 Polizeichef war, wurde ebenso verabschiedet wie Jonas Krug, der die Inspektion in den vergangenen Monaten übergangsweise geführt hat. Peter Hübner leitet jetzt die Polizeiinspektion Bayreuth-Land, Jonas Krug wechselt im November zur Polizeiinspektion Coburg.
Armin Schmelzer charakterisierte deren Nachfolger Jürgen Stadter als einen sehr strukturierten, ehrgeizigen und verlässlichen Polizeibeamten. Der 55-Jährige habe die ganze Bandbreite polizeilicher Arbeit kennengelernt. Von April 2019 bis heute leitete er die Zentralen Einsatzdienste Bayreuth und zusätzlich seit Oktober 2023 die Einsatzhundertschaft Oberfranken. Auch mit Kulmbach ist Jürgen Stadter vertraut. Er war in die Organisation der Motorrad-Sternfahrt eingebunden.
Über 60 Beschäftigte
Nun trägt er die Verantwortung für eine Dienststelle mit mehr als 60 Beschäftigten, die für die Sicherheit von über 44.000 Menschen in der Stadt Kulmbach sowie in den Gemeinden Kasendorf, Thurnau, Neudrossenfeld, Mainleus und Wonsees verantwortlich ist, wie Armin Schmelzer betonte. Eine Dienststelle, die auf eine ausgezeichnete Aufklärungsquote bei Straftaten stolz sein könne. „Das ist ein fast einmaliger Spitzenwert in Bayern“, stellte der Polizeipräsident fest.
Der Erfolg sei der Verdienst eines engagierten Teams und einer couragierten Führung, so Schmelzer, der die Arbeit von Stadters Vorgängern hervorhob, die mit Garanten für die Sicherheit in Kulmbach gewesen seien.
Das „Kulmbacher Modell“
Peter Hübner blickte auf die größten Einsätze in seiner Dienstzeit zurück und auf jährlich 30 große Veranstaltungstage, die die Polizeiarbeit in der Stadt mitprägten. In Kulmbach gebe es daher elf Tage Urlaubssperre. „Anders geht das hier nicht“, sagte der frühere Polizeichef, der von Herausforderungen sprach und den Zusammenhalt der „Blaulichtfamilie“ hervorhob. Das „Kulmbacher Modell“ sei beispielhaft, stellte er fest.
Stadter setzt auf Teamwork
Auf Teamwork setzt auch sein Nachfolger Jürgen Stadter, der wie Peter Hübner in Bayreuth wohnt. „Ich freue mich riesig auf die Aufgabe“, sagte der 55-Jährige, den Oberbürgermeister Ralf Hartnack und Landrat Jonas Gleich in Kulmbach willkommen hießen. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt im Rathaus von der Bläsergruppe der Polizei.










