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Kulmbacher Taubenstreit: Abserviert nach 10.000 Eiern?
Neugierig sitzen die Stadttauben im Kulmbacher Taubenschlag auf der Holzstange.
Bis dato haben sich Ehrenamtliche um die Tauben im Parkhaus Basteigasse gekümmert. Seit August ist der Bauhof zuständig. // Foto: Nele Nitschky/Archiv
Kulmbach – Nach dem Taubenstreit mit den Tierfreunden stellt sich die Frage: Wurden die ehrenamtlichen Helfer abserviert. Was feststeht: Jetzt steht die Stadt Kulmbach in der Verantwortung.
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Die Zeiten, in denen nach Futter suchende Tauben das Kulmbacher Stadtbild geprägt haben, sind weitestgehend vorbei. Es ist zweifellos ein Erfolg des Stadttaubenkonzepts, das seit acht Jahren intensiv verfolgt wird und bis dato von Ehrenamtlichen getragen wurde.

So funktioniert das Stadttaubenkonzept

Das Prinzip dahinter ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Um die Zahl der Tiere zu verringern, werden die im Taubenschlag gelegten Eier gegen Kunststoffattrappen ausgetauscht. Auf diese Weise schlüpfen keine Jungtiere, die Population schrumpft nach und nach. Über 10.000 Eier haben die Tierfreunde seit 2018 ausgetauscht. Eine Zahl, die sich sehen lassen kann.

Über den richtigen Umgang mit Stadttauben lässt sich trefflich streiten. Und die Antwort auf die Frage, wie erfolgreich das Konzept ist, hängt letztlich davon ab, wie hoch man die Messlatte ansetzt. Wenn die Stadt nun zum Schluss gekommen ist, dass die bisherigen Maßnahmen nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht haben und die Kosten zu hoch waren, dann steht es ihr selbstverständlich frei, Konsequenzen zu ziehen.

Der Unmut der Tierfreunde um Jürgen Stündl ist dennoch nachvollziehbar. Wer über Jahre hinweg ehrenamtlich Zeit, Energie und Herzblut investiert, erwartet einen fairen und offenen Umgang. Genau daran, so der Vorwurf, habe es gefehlt. Statt gemeinsam über Verbesserungen oder neue Wege zu sprechen, sei die Zusammenarbeit abrupt beendet worden.

Taubenfreunde haben Freizeit geopfert

Hat die Stadt die Ehrenamtlichen tatsächlich vor den Kopf gestoßen? Diese Frage lässt sich von außen kaum beantworten. Sollte das Rathaus das Gespräch nicht gesucht und die Entscheidung nicht transparent erläutert haben, wäre das allerdings bedauerlich, denn Ehrenamtliche sind keine Dienstleister, die man nach Belieben bestellt und wieder abbestellt. Sie engagieren sich freiwillig für das Allgemeinwohl, so wie die Kulmbacher Taubenfreunde, die über Jahre hinweg unentgeltlich einen Teil ihrer Freizeit geopfert haben.

Werden es wieder mehr Tauben?

Ob sich Bauhofmitarbeiter oder Ehrenamtliche um die Tauben kümmern, ist den Bürgern vermutlich gleichgültig. Mit der Entscheidung, die Aufgabe in die eigenen Hände zu nehmen, geht die Stadt aber ein Wagnis ein. Sollten künftig mehr Tauben die Innenstadt bevölkern, dürfte die Kritik nicht lange auf sich warten lassen. Bei der Suche nach den Verantwortlichen blieben die Taubenfreunde dann außen vor.

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