Rasul ist ein fröhlicher und aufgeweckter Junge, ein guter Schüler mit Begeisterung für Computer. Doch der Zwölfjährige hat ein großes Handicap, das sein Leben schwer und kompliziert macht. Von Geburt an leidet er an einer Spastischen Zerebralparese. Diese schädigt den Teil des Gehirns, der Bewegung und Muskelspannung steuert. Die Folgen sind Muskelsteife und Muskelschwäche. Rasul sitzt im Rollstuhl und braucht in allen Dingen Hilfe.
Rasul hat einen großen Wunsch
Eine Therapie, die nicht von den Krankenkassen bezahlt wird, hat dem Jungen in den letzten Jahren beeindruckende Fortschritte beschert. Die Behandlungen sind teuer, können Rasul jedoch helfen, seinen größten Wunsch zu erfüllen: Laufen lernen und im Bad ohne fremde Hilfe zurecht kommen! Die Bayerische Rundschau und der Spendenverein Franken helfen Franken der Mediengruppe Oberfranken möchten mit ihrer Advents-Spendenaktion dazu beitragen und die Familie finanziell unterstützen.
Entdeckt wurde Rasuls Behinderung nicht sofort. Er war ein Frühchen – drei Monate zu früh zur Welt gekommen. Mit 1100 Gramm Gewicht hatte er in seiner Entwicklung viel aufzuholen. „Deshalb dachten wir anfangs gar nicht an eine Behinderung, sondern glaubten, er brauche einfach nur etwas mehr Zeit“, erinnert sich seine Mutter Elena Mammadov.
Doch als Rasul ein Jahr alt war und sich deutliche Defizite zeigten, stellten Spezialisten in Erlangen die Diagnose. „Das war ein unglaublich großer Schock für uns!“ Bei Frühchen ist das Risiko einer Zerebralparese besonders hoch, da es bei ihnen häufig zu Sauerstoffmangel während oder kurz nach der Geburt kommt. Das war auch bei Baby Rasul der Fall.
Alles Menschenmögliche wollten die Eltern tun, um ihrem Kind trotzdem den bestmöglichen Start ins Leben zu ermöglichen. Die Familie suchte Spezialisten auf und probierte verschiedene Therapien aus – solche, die als Krankenkassenleistung finanziert werden, und vieles, das sie privat bezahlen mussten.
„Echte Fortschritte haben wir aber erst erzielt, als wir eine besondere Therapie entdeckt haben, die so nur im Hendi-Centrum in der Slowakei angeboten wird“, erzählt die Mutter. Das Besondere dabei ist die Intensität und Individualität der Rehabilitation. Mit Übungen in einem Spezialanzug mit Gummibändern werden Körperhaltung und Mobilität verbessert. „Bis zu fünf Stunden täglich und sechs Tage pro Woche kümmern sich dort drei Therapeuten um ein Kind.“
Rasul geht sehr gern in die Klinik. „Das ist toll dort. Alle sind nett zu mir. Und es motiviert mich, wenn ich merke, dass ich mehr kann, als ich dachte.“
Erste Schritte in die Selbstständigkeit
Die Aufenthalte in der Klinik muss Elena Mammadov selbst bezahlen – seit dem frühen Unfalltod ihres Mannes eine große Herausforderung. Sie braucht viel Zeit für ihren Sohn, kann deshalb nur in Teilzeit berufstätig sein und muss lange sparen, bis sie 5000 Euro für zwei Wochen Therapie zusammenhat. Deshalb ist sie für jede Unterstützung dankbar, zum Beispiel seitens der Kiwanis, die letztes Jahr einen Klinikaufenthalt ermöglicht haben. „Es wäre wunderbar, wenn wir weitermachen könnten, weil das wirklich Erfolg hat.“
Wie groß dieser Erfolg ist, zeigt Rasul stolz, als er Besuch von der Rundschau-Redaktion bekommt. Mit dem Rollator läuft er ein paar Schritte durchs Wohnzimmer. „Das war vor ein paar Jahren undenkbar“, sagt Elena Mammadov. „Da konnte er nicht mal aufrecht sitzen.“










