In der Nacht auf Mittwoch (30. September 2026) haben Einbrecher versucht, in das Feuerwehrhaus Schlüsselfeld (Landkreis Bamberg) einzusteigen. Der oder die Täter haben dafür die Glasscheibe einer Tür eingeschlagen. Sie zogen jedoch ohne Beute wieder ab. Wie die Feuerwehr Schlüsselfeld in sozialen Netzwerken schreibt, habe die Alarmanlage sofort Kameraden alarmiert, die binnen kürzester Zeit vor Ort gewesen seien. Auch die Polizei sei umgehend informiert worden. "Vermutlich durch das akustische Signal aufgeschreckt, sind die Täter ohne Beute geflohen."
Nach Angaben der Polizeiinspektion Bamberg-Land machten sich Einbrecher gegen 2 Uhr an der Hintertür des Gebäudes zu schaffen. Weil offenbar der Verdacht bestand, die Kriminellen könnten sich noch im Gebäude befinden, umstellte die Polizei das Schlüsselfelder Feuerwehrhaus in der Bamberger Straße. Allerdings waren die Täter da offenbar schon geflüchtet. Eine Absuche im Haus verlief ergebnislos.
Polizei umstellt Feuerwehrhaus: Immer wieder Einbrüche bei Feuerwehren in der Region
"Die Wut und Fassungslosigkeit bei uns ist riesig", heißt es bei der Feuerwehr Schlüsselfeld. Und sie warnt die Kriminellen: "Unsere Hallen sind gesichert, alarmgesichert und rund um die Uhr im Blick von Kameraden, die unweit entfernt wohnen."
Obwohl Feuerwehrhäuser kein leichtes Ziel sind, werden sie immer wieder von Einbrechern heimgesucht – auch in Franken. Im April 2025 verschafften sich Einbrecher Zugang zum Feuerwehrhaus Baunach (Kreis Bamberg). Im Januar 2025 wurde die Feuerwehr Baiersdorf (Kreis Erlangen-Höchstadt) Opfer von Einbrechern. In Münchsteinach (Kreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) wurde im Februar 2024 eingebrochen.
Gleich drei Einbrüche in einer Nacht in Feuerwehr-Gerätehäuser gab es im November 2023 im Landkreis Main-Spessart. Einbrecher verschafften sich Zugang zu den Gebäuden in Karlstadt, Eußenheim und Gemünden am Main.
Was Kriminelle mit Rettungsspreizern und hydraulischen Scheren wollen
Offenbar haben es die Kriminellen jedes Mal auf sogenannte Rettungsspreizer und hydraulische Scheren abgesehen, mit denen die Feuerwehr beispielsweise bei Verkehrsunfällen eingeklemmte Menschen aus Autos rettet. Neben dem Sachschaden an den Gebäuden entsteht dabei schnell ein Entwendungsschaden im fünfstelligen Eurobereich.
Doch was wollen Kriminelle mit dem schweren Rettungsgerät der Feuerwehren? Gibt es möglicherweise einen Schwarzmarkt? Prominente Einbruchsdiebstähle aus der Vergangenheit deuten auf einen anderen Hintergrund hin. Nach einem Bericht der Deutschen Presseagentur aus dem Jahr 2021 sind hydraulische, akkubetriebene Spreiz- und Schneidgeräte der Feuerwehr bei Kriminellen beliebt, weil sich damit leicht Türen aufbrechen und dicke Metallstreben durchtrennen lassen.
Die Juwelendiebe etwa, die am 25. November 2019 ins Grüne Gewölbe in Dresden eingebrochen waren und Schmuckstücke im Wert von mehr als 100 Millionen Euro erbeutet hatten, nutzten für ihre Tat eine massive hydraulische Schere, mit der sie die Fenstergitter geöffnet hatten.
Geldautomaten in Franken mit Rettungsgerät aufgebrochen
Im Januar 2025 berichtete das Polizeipräsidium Mittelfranken über eine aufgeklärte Serie von Geldautomaten-Aufbrüchen in Oberfranken, im Nürnberger Raum, in der Oberpfalz und in Oberbayern. "Auffällig war hierbei der Einsatz hydraulisch betriebener Rettungsspreizer, welche häufig durch Einbrüche in Feuerwehrhäuser erlangt wurden", teilte die Polizei damals mit. Die Beute bei den damals insgesamt elf Taten: 950.000 Euro Bargeld.
Nicht auszuschließen also, dass auch der versuchte Einbruch im Feuerwehrhaus Schlüsselfeld im Zusammenhang mit der organisierten Kriminalität steht. Auch wenn der Einbruch bei der Feuerwehr dieses Mal glimpflich ausgegangen ist und lediglich ein Sachschaden entstand, so wendet sich die Feuerwehr Schlüsselfeld fast appellhaft direkt an die Kriminellen: "Was dort gestohlen wird, ist kein normales Werkzeug – es sind Gerätschaften, die dazu da sind, Menschenleben zu retten und Menschen in Not zu helfen." Wer Rettungsgerät der Feuerwehr stehle, "gefährdet damit die Hilfe für uns alle".
Den Sachschaden am Feuerwehrhaus in Schlüsselfeld beziffert die Polizei auf rund 3000 Euro. Zeugenhinweise nimmt die Polizei Bamberg-Land unter der Telefonnummer 0951-9129310 entgegen.









