Freizeit
Corona und Wetter trüben die Freibadbilanz
Wegen der Corona-Pandemie kamen in der abgelaufenen Saison weniger Badegäste in das Zapfendorfer Freibad.
Wegen der Corona-Pandemie kamen in der abgelaufenen Saison weniger Badegäste in das Zapfendorfer Freibad.
Foto: Johannes Michel
Zapfendorf – Der Schwimmbadausschuss des Gemeinderates Zapfendorf blickte auf die abgelaufene Saison im Aquarena.

Die Badesaison ist auch in Zapfendorf zu Ende. Zeit für den Schwimmbadausschuss, eine Bilanz zu ziehen – und auch einen Ausblick zu wagen. Wie viele Badegäste kamen dieses Jahr? Und was steht in der nächsten Saison an? In der wird das Aquarena übrigens 50 Jahre alt.

Christin Schmidt und Christian Janke setzten sich direkt neben Bürgermeister Michael Senger und die Zweite Bürgermeisterin Sabine Köhlerschmidt. Denn die Schwimmmeisterin und der Schwimmmeister standen im Mittelpunkt der Sitzung des Schwimmbadausschusses in Zapfendorf. „Wir sind froh, dass unser Bad dieses Jahr öffnen konnte, auch wenn die Umstände nicht einfach waren. Aber wir können sagen: Das Hygienekonzept hat gut funktioniert.“

Christian Janke blickte auf die abgelaufene Badesaison zurück. Die war noch immer geprägt vom Thema Corona, aber auch von einem Sommer mit durchwachsenem Wetter. Durch die späte Öffnung im Juni und die Wettersituation sowie den Wegfall der Jahreskarten wurde die Besuchergrenze, die durch das Hygienekonzept vorgegeben wurde, nur selten erreicht.

Ähnlich wie in anderen Bädern waren Tage dabei, an denen sich eine lange Schlange am Eingang bildete. Bei Normalbetrieb allerdings war der zusätzliche Aufwand mit der Kontrolle der Onlinetickets sowie später der 3G-Regel schnell abgewickelt.

Sabine Köhlerschmidt, die von der Gemeindeseite das Schwimmbad in diesem Jahr intensiv begleitet hatte, schaute auf die Aktivitäten, die angeboten wurden. Die Schwimmkurse seien sehr beliebt gewesen, auch wenn die eines gewerblichen Anbieters trotz Ankündigung ausfallen mussten. Die Grund- und Mittelschule, insbesondere die dritten Klassen, seien regelmäßig gekommen, der Kindergarten Sankt Franziskus habe mit den Vorschulkindern den neuen Wasserspielplatz besichtigt. Gruppenbuchungen habe es durch zwei Tauchschulen gegeben, Schwimmmeisterin Christin Schmidt bot Wassergymnastik an, Sofie Hildebrandt erstmals Schnupperkurse für Aquafitness – kommende Saison ist hier eine Ausweitung des Angebots geplant.

Die genauen Zahlen zur Saison hatte Bernd Eichhorn (Kämmerei, Bauamt) dabei. An den 96 Badetagen kamen rund 23 500 Besucher ins Aquarena. In einer normalen Saison seien es zuletzt immer zwischen 60 000 und 90 000 gewesen – an etwa 170 Badetagen. Die besten Tage der Saison waren der 27. Juni sowie der 13., 14. und 15. August mit über 1000 beziehungsweise bis zu 1600 Besuchern. Mit dem Ticketverkauf wurden etwa 100 000 Euro eingenommen.

Ausschussmitglied Sabine Fischer meinte, es sei nun wichtig, aus der Saison die Schlüsse für die kommende zu ziehen. „Wir wollen möglichst viele Leute ins Bad bekommen, die Zeitslots sollten daher wegfallen.“ Bürgermeister Michael Senger sah eine Diskussion darüber als verfrüht an – niemand kenne die Situation im kommenden Jahr. Daher solle es vor dem Saisonstart eine Schwimmbadausschuss-Sitzung geben, die solche Dinge kläre.

Unzufrieden mit der Saison zeigte sich Roland Buckreus. Die Entscheidung für einen Ruhetag sei falsch gewesen. Außerdem kritisierte er, dass zwar ein Schwimmbadausschuss existiere, dieser aber ein halbes Jahr lang nicht gehört worden und nicht in Entscheidungen eingebunden gewesen sei.

Thema der Sitzung waren auch die geplanten Investitionen für das Jahr 2022. Ganz vorne auf der Liste stehen der Austausch der Wärmetauscher, eine neue Registrierkasse, eine Neutralisationsanlage für den Chlorraum, neue Dampfbadtüren, der Austausch des Belags am Dreimeterturm sowie neue Pumpen. Die Investitionen summieren sich auf rund 50 000 Euro. Diese Empfehlung gab der Ausschuss einstimmig weiter, endgültig entscheiden muss der Gemeinderat.

Verschoben wurden auch einige weitere nötige Maßnahmen, die Christian Janke vorgestellt hatte. Er nannte unter anderem neue Überlaufrinnen (40 000 Euro) sowie den kompletten Ersatz für Schaltanlagen und Schaltschränke (geschätzte Kosten rund 100 000 Euro).

Wärmerzeugung

Eine offene Frage ist außerdem, wie es mit der Lieferung des Warmwassers von den BMI-Milchwerken aussieht. „Die BMI hat mitgeteilt, dass sie immer mehr Wasser selbst braucht“, erklärte Senger. Daher muss sich der Markt Zapfendorf möglicherweise für die Zukunft Alternativen zur Wärmegewinnung oder -erzeugung einfallen lassen.

Nachdem im kommenden Jahr das 50. Jubiläum des Aquarena ansteht, kam noch zur Sprache, ob es schon Pläne gibt. Sabine Köhlerschmidt wurde beauftragt, ein erstes Treffen mit der Wasserwacht oder dem einen Tag vor der Sitzung gegründeten Aquarena-Förderverein zu initiieren, um Ideen zu sammeln. Denkbar wären mehrere kleinere Veranstaltungen statt einer großen.