Restauration
Wieder zugänglich: Der Gügel strahlt wie nie zuvor
Nicht nur von außen wieder eine Pracht: Der Gügel besitzt jetzt auch neue „innere Werte“.
Nicht nur von außen wieder eine Pracht: Der Gügel besitzt jetzt auch neue „innere Werte“.
Foto: Stefan Fößel
F-Signet von Joseph Beck Fränkischer Tag
Scheßlitz – Nach jahrelanger Sanierung im Außen- und Innenbereich hat die Gügelkirche seit Kurzem wieder ihre Pforten geöffnet. Viel Glanz der beeindruckt, doch die Besucher auf dem Gügel vermissen etwas.

Nach langer Zeit der Außenrenovierung erstrahlt die von 1610 bis 1618 erbaute Gügelkirche St. Pankratius nun auch wieder im Innern in neuem Glanz.

Durch die neue Farbgestaltung und Ausstattung mit modernen Strahlern hat sie die Mattigkeit und Dunkelheit verloren. Auch die zahlreichen Risse in der Decke sind verschwunden.

Eindeutig ein Gewinn durch Renovierung der Gügelkirche

Wie Kirchenpfleger Toni Heinert erzählt, müssen zwar noch einige Teile gerichtet werden, vom Erscheinungsbild her habe der Wallfahrtsort aber durch die aufwendige Renovierung voll gewonnen. „Der Gügel strahlt wie nie zuvor und ist wieder die schönste Kirche des Landkreises“, schwärmt der Zeckendorfer, zu dessen Kirchenstiftung sie gehört.

Am 20. November, dem Christkönigsfest, feierte der neue Scheßlitzer „Stadtpfarrer“ Michael Gräf zum ersten Mal eine Heilige Messe auf dem Gügel. Mit ihm konzelebrierte Diakon Michael Herbst.

Der Seelsorgebereich rund um Scheßlitz und den angrenzenden Jura ist nach dem Gügel benannt und Pfarrer Gräf dessen leitender Pfarrer. I

In seiner Predigt ging Gräf auf das bei den Franken sehr beliebte Schafkopfen ein. Das Spiel, meinte er, sei wie ein Kriegsspiel. Einzelne und Koalitionen kämpfen gegeneinander. „Wie es im Kartenspiel ein Stechen und Streiten gibt, ist es auch im richtigen Leben“, erklärte der Prediger und fuhr fort: „Jesus ist ein anderer König. Er stellt das ganze Spiel in Frage, das Spiel der Macht und des Gegeneinanders. Er will ein Miteinander.“

Am Christkönigsfest, am 20. November, haben Pfarrer Michael Gräf und Diakon Michael Herbst zum ersten Mal eine Messe in der neu renovierten Kirche auf dem Gügel gefeiert.
Am Christkönigsfest, am 20. November, haben Pfarrer Michael Gräf und Diakon Michael Herbst zum ersten Mal eine Messe in der neu renovierten Kirche auf dem Gügel gefeiert.
Foto: Joseph Beck

Das Königreich der Liebe steht im Mittelpunkt

Der Mensch sei nicht nur eine Spielkarte, verdeutlichte Gräf, sondern könne selbst bestimmen. Jeder werde im Alltag immer vor die Frage gestellt, ob er ein König ist. Auch in der Kirche muss das Königreich der Liebe gelten wie im eigenen Leben. Mit der Aufforderung „Wir müssen alle königlich sein“, schloss Gräf seine Predigt.

Jetzt müssten nur wieder die Gläubigen zurückgewonnen werden, die vor Jahren selbst an Sonntagnachmittagen die Kirche füllten, so dass oft nur noch Stehplätze vorhanden waren, sagten einige Anwesende danach.

Kein grünes Licht für Sanierung des Gasthauses am Gügel

Der Besuch des nahen Wirtshauses am Gügel ist aber immer noch nicht möglich, da es erst renoviert werden muss. Dafür gibt es bis jetzt allerdings noch kein grünes Licht vom Erzbischöflichen Ordinariat.

Der Hinweis eines hohen Geistlichen des Dombergs auf die benachbarten Wirtschaften wie Giechburg, Scheßlitz oder Schönstattzentrum bei Weichenwasserlos muss für die Gügelbesucher wie ein Hohn klingen. „Nicht nur in Bayern, auch in Franken und besonders auf dem Gügel gehören Kirche und Wirtshaus zusammen“, ist ihre unmissverständliche Antwort.

Hoffnung setzen sie deshalb auf den neuen Scheßlitzer Pfarrer, der das Dilemma mit Mut und Kreativität richten soll.

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