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Klarinettistin Sabine Meyer
Ein Weltstar auf Abschiedstournee macht Station in Bamberg
Sabine MeyerHalloween im Landkreis Bamberg
Sabine Meyer, die Weltvirtuosin der Klarinette, gab eines ihrer letzten Konzerte in Bamberg. // Foto: scholzshootspeople
Signet des Fränkischen Tags von Martin Köhl
Bamberg – Die Klarinettistin Sabine Meyer war eine der ersten Frauen, die eine Festanstellung bei den Berliner Philharmonikern bekamen. Im Musikverein Bamberg gab sie jetzt eines ihrer letzten Konzerte.

Große Namen ziehen immer – das ist eine alte Weisheit, die auch der Musikverein Bamberg seit jeher beherzigt. Diesmal war es Sabine Meyer, die Weltvirtuosin der Klarinette, die den Keilberthsaal der Bamberger Konzerthalle weitgehend füllen konnte.

Doch auf die Virtuosin musste man nach dem Auftakt des Konzerts noch ein wenig warten, denn die erste Konzerthälfte war ihren Mitstreitern vom Goldmund Quartett vorbehalten.

Die vier Streicher aus der Münchner Schule hatten sich für Franz Schuberts Streichquartett Nr. 10 Es-Dur D 87 als Entree entschieden.

Zarter Klang und biedermeierliche Gemütlichkeit

Und das erwies sich spätestens im Scherzo als eine pfiffige Wahl, denn dort lugt motivisch bereits jenes kapitale Werk hervor, das nach der Pause zusammen mit Sabine Meyer dargeboten werden sollte.

Zuvor jedoch nahm in den beiden Eingangssätzen der besonders zarte Gesamtklang dieser Quartettformation gefangen.

Schubert wurde im Adagio durch eine gewisse Verhaltenheit jene biedermeierliche Gemütlichkeit gegönnt, die das häusliche Musizieren der Entstehungszeit (1813) charakterisierte.

Goldmund QuartettHalloween im Landkreis Bamberg
Die erste Hälfte des Konzerts war ihren Mitstreitern vom Goldmund Quartett vorbehalten. // Foto: Nikolaj Lund

Und immer wieder wurden einzelne Phrasen ins extreme, sehr fragile Pianissimo zurückgenommen.

Anschließend führte das vierte Streichquartett von Grazyna Becewicz in eine ganz andere stilistische Welt. Das Werk aus dem Jahr 1951 ist zunächst geprägt von einem Dissonanzenreichtum, der niemals spitz, sondern phasenweise geradezu wohltuend wirkt.

Im rhapsodischen Allegro giocoso glättet sich das zu einer fast rein tonalen Klangsprache, während zuvor im Mittelsatz allerlei Spezialeffekte für Überraschung sorgten.

Das ist höchst originell und insofern kein Wunder, dass es schon bei der Erstaufführung großen Erfolg hatte. Wenn man es mit jener Verve und so von Überzeugung gesättigt aufführt wie die Goldmünder, so glaubt man, es sei diesem erfrischenden Ensemble geradewegs auf den Leib geschrieben.

Sabine Meyers Understatement

Sabine Meyer verabschiedet sich nach dieser Saison aus ihrem Künstlerleben, und der Musikverein Bamberg darf stolz darauf sein, diese singuläre Virtuosin schon mehrfach nach Bamberg hat bringen zu können.

In Mozarts Klarinettenquintett A-Dur KV 581 stieg sie mit einem gewissen Understatement in ihre Partie ein, was zu der abermals sehr zurückhaltenden Tongebung des Streichquartetts passte.

In der Reprise des Kopfsatzes ließ sie die romantischen Tugenden der Klarinette kurz aufleuchten, was schon fast an den späteren Carl Maria von Weber zu gemahnen schien.

Auch das Larghetto war von feiner Machart bis hin zum fast unhörbar ausgehauchten Schlusston, doch dem Menuett wurde jene Aufgewecktheit zugebilligt, die Mozart einfach braucht.

Dann der Variationensatz – die helle Freude!

Sabine Meyer ging in Bamberg bewusst nicht als die große Virtuosin von der Bühne, sondern präsentierte die gedeckten Farben ihres Instruments als klangliche Verführung.

Die Zugabe – Robert Schumanns „Abendlied“ in der Busoni-Fassung – bestätigte das eindrucksvoll. Ein denkwürdiger Abend!

Das nächste Konzert des Musikvereins Bamberg mit dem bei der Deutschen Grammophon unter Plattenvertrag stehenden Fauré Quartett (Klavierquartett) findet am 27. Januar 2026 statt. Zu hören gibt es unter anderem „Bilder einer Ausstellung“ von Modeste Mussorgsky für Klavierquartett.

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