Marionettentheater
Die Puppen tanzen wieder in Bamberg
Die 13. Fee ist ziemlich sauer, weil sie am Festbankett für das neugeborene Königstöchterlein „Röschen“ nicht teilnehmen darf. Deshalb spricht sie einen bösen Fluch in die Wiege von Röschen.
Die 13. Fee ist ziemlich sauer, weil sie am Festbankett für das neugeborene Königstöchterlein „Röschen“ nicht teilnehmen darf. Deshalb spricht sie einen bösen Fluch in die Wiege von Röschen.
Foto: Lea Sebald
Bamberg – Die Uraufführung von „Dorn-Röschen“ im Staubschen Haus beschert einen märchenhaften Theaterabend. Wenn Politiker leuchtende Augen bekommen.

Die Prinzipalin Maria Sebald hieß ihre Fest- und Ehrengäste herzlich zur Spielzeiteröffnung 2021/2022 mit der Uraufführung von „Dorn-Röschen“ willkommen. Und der Hausherr, Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD), zeigte sich charmant und strahlend heiter, als er Sebald und ihrem Team vor der Premiere des von Marec Béla Steffens neugetexteten Grimm-Märchens von Dornröschen mit süßem Gruß für die inspirierende und inspirierte Arbeit am Marionettentheater dankte.

Das Spiel der von Jan Zapletal, Johanna Geus und Lea und Maria Sebald gebauten Marionetten, die von Margit Müller eingekleidet wurden, konnte beginnen. Und es verzauberte, ließ sogar die Augen der zahlreich im Publikum erschienenen Bamberger Stadtratsmitglieder leuchten.

Kind dürfe man im Staubschen Haus wieder sein, forderte Maria Sebald in ihrer Begrüßung die Gäste auf. „Schließen Sie ruhig auch einmal die Augen und lassen Sie sich von den schönen Stimmen der Figuren und von der von Franz Tröger komponierten Musik davontragen“, ermunterte Sebald, ehe sich der Vorhang vor der gerade einmal 70 mal 50 Zentimeter messenden Guckkastenbühne hob.

Im digitalen Zeitalter angekommen

Darauf agierten dann die von Johanna Geus sowie Lea und Maria Sebald geführten Figuren gewohnt souverän vor dem von Maria Sebald eingerichteten Bühnenbild. Damit möglichst viele Gäste der Premierenveranstaltung beiwohnen konnten, wurde das Puppenspiel in zwei weitere Räume des Staubschen Hauses gestreamt. So zauberhaft, verwunschen und märchenhaft-poetisch dem Zuschauer das 1986 von Klaus Loose in Bamberg begründete Puppentheater auch mit jeder seiner Aufführungen anmuten mag, auch das Marionettentheater ist technisch und digital im 21. Jahrhundert angekommen.

Als Sprecherinnen und Sprecher konnte Maria Sebald für das Stück Dorn-Röschen so klingende Namen aus der Bamberger Theaterszene gewinnen wie Ursula Gumbsch, Hans Günter Brünker, Stephan Bach, Therese Frosch oder Micha Tomis. Den Gesang von der bösen Fee spielten die Bamberger Mädchenkantorei und Lea Sebald unter der Leitung Franziska Bauer ein. Und dass die Geschichte von Dorn-Röschen in Bamberg nur im Ambiente der Neuen Residenz spielen kann, versteht sich. Das führte zu einer bereitwilligen Unterstützung durch Sebastian Karnatz von der Bayerischen Seen- und Schlösserverwaltung und die Kunsthandlung Wenzel, die großzügig für das authentische Miniatur-Interieur sorgte.

Zu viel Grusel für unter fünf

Ach ja, und auch das noch: Die etwas gruselig anmutende böse Fee und ihre zischelige Stimme haben Maria Sebald dazu bewogen, das Eintrittsalter für die jüngsten Zuschauerinnen und Zuschauer auf fünf Jahre festzusetzen. Solle ja nicht verschrecken, sondern begeistern, das Marionettenspiel vom Dorn-Röschen, so Prinzipalin Maria Sebald abschließend im Kreis der Premierengäste.

Anhaltender Beifall galt allen Beteiligten, aber auch den Vertretern der Stadt, weil sie sich das Marionettentheater in besonderer Weise angelegen sein lassen.

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