Fußball
Der FC Eintracht trauert um eine Kult-Ikone
Günter Blenk war über zwölf Jahre als Stadionsprecher für den FC Eintracht Bamberg tätig.
Günter Blenk war über zwölf Jahre als Stadionsprecher für den FC Eintracht Bamberg tätig.
Foto: Sascha Dorsch
Bamberg – Der Stadionsprecher des Bayernligisten ist im Alter von 79 Jahren verstorben. Günter Blenk war eine unverwechselbare Stimme des Vereins.

Es kommt sicher nicht allzu häufig vor, dass in einem Bayernliga-Spielbericht einem Stadionsprecher nahezu ein ganzer Absatz gewidmet wird: Günter Blenk vom FC Eintracht Bamberg hat das geschafft. Bei einem Heimspiel gegen die SpVgg Bayern Hof im Fuchs-Park-Stadion zog er den Namen des Gästespielers „Riccardo Re-don-dooooooo“ mit extremer Betonung über die Mikrofone in die Länge, als dieser eingewechselt wurde.

Dies schien den Berichterstatter einer Zeitung aus Hof derart begeistert zu haben, dass er vom „kultigsten Stadionsprecher der Liga“ schrieb. Dabei hatte Günter Blenk zu diesem Zeitpunkt sein Amt erst seit kurzem inne. Der Journalist sollte allerdings recht behalten: Günter Blenk erreichte mit seinen Ansagen Kultstatus und schaffte es, das ganze Stadion mitzunehmen. Am 25. Juni ist die FCE-Ikone im Alter von 79 Jahren gestorben, wie seine Familie jetzt bekanntgegeben hat.

Günter Blenk war fast jeden Tag auf dem Vereinsgelände des FC Eintracht Bamberg anzutreffen – hier beim Fachsimpeln mit (von links) Tobias Ulbricht, Jörg Schmalfuß und Michael Hutzler.
Günter Blenk war fast jeden Tag auf dem Vereinsgelände des FC Eintracht Bamberg anzutreffen – hier beim Fachsimpeln mit (von links) Tobias Ulbricht, Jörg Schmalfuß und Michael Hutzler.
Foto: Sascha Dorsch

Die vermutlich prägendste Durchsage von Günter Blenk war die Bekanntgabe der Zuschauerzahl. Fast schon ungeduldig wartete die Menge im weiten Rund stets auf die 75. Minute, bis er das Mikrofon nahm und ansetzte: „Die heutige Zuschauerzahl wird Ihnen präsentiert von …“

Und plötzlich intonierte die ganze Tribüne den Namen des Sponsors zusammen mit Günter: „AAA“ „Peeh“ „Männer“, der sich eigentlich „A. P. Männer“ schreibt. Günter Blenk hatte im wahrsten Sinne das Zeug dazu, den Funken überspringen zu lassen.

Seine liebenswerte Art und seine allseits gute Laune steckten an – ob im Stadion oder auf der Straße. Günter war schlichtweg ein „netter Kerl“, eben ein Mann aus dem Volk. Und das begeisterte selbst den Nachwuchs. Nicht selten hörte man auf dem Gelände des Vereinszentrums an der Armeestraße beim Training der F- und E-Junioren: „Schaut mal, da kommt AAA, Peeh, Männer!“

Immer mit dabei: ein Zigarettchen

Günter Blenk lebte den FC Eintracht wie nur wenige. Er zählte zu den ständigen Gästen bei den Trainingseinheiten der ersten Mannschaft, schaute sich stets auf dem Vereinsgelände um und kam zu einem Plausch ins Domreiter-Stübla. Immer mit dabei: ein Zigarettchen.

Im Prinzip gab es drei Dinge, auf die Blenk nicht verzichten konnte: auf das Rauchen, auf seinen Klub – und auf den Gesang. Stimmlich sorgte der Pensionär nämlich nicht nur am Stadionmikro für Furore, sondern auch im Polizeichor.

Der FC Eintracht Bamberg verliert mit Günter Blenk nicht nur ein prägendes Gesicht und eine unverwechselbare Stimme des Vereins, sondern vor allem einen allseits geschätzten und beliebten Mitstreiter. Mehr als zwölf Jahre lang war er als Stadionsprecher tätig. Seine Lücke wird nicht zu schließen sein.

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