Triathlon
In nur fünf Jahren zum Ironman auf Hawaii
Holger Link von Böhnlein Sports Bamberg qualifizierte sich beim Ironman in Südfrankreich für die Triathlon-Weltmeisterschaft im Oktober.   Im Marathon drehte der Bamberger auf und holte sich  nach insgesamt 9:40 Stunden den zweiten Rang in der M40.
Holger Link von Böhnlein Sports Bamberg qualifizierte sich beim Ironman in Südfrankreich für die Triathlon-Weltmeisterschaft im Oktober. Im Marathon drehte der Bamberger auf und holte sich nach insgesamt 9:40 Stunden den zweiten Rang in der M40.
Foto: Kathrin Hess
Bamberg – Vor nicht allzu langer Zeit begonnen, hat Holger Link mit Platz 2 in seiner Altersklasse beim Ironman Pays d'Aix-en-Provence das WM-Ticket gelöst.

Beim Ironman Aix-en-Provence in Frankreich hat sich der Bamberger Triathlet Holger Link (Böhnlein Sports) eines der begehrten Tickets für die Weltmeisterschaft im Oktober auf Hawaii gesichert. Mit Platz 2 in der Altersklasse M40 und Platz 20 im Gesamteinlauf schaffte der Bamberger gleich beim ersten Anlauf die Qualifikation. In Anbetracht dessen, dass er Triathlon erst knapp fünf Jahre betreibt, eine sehr beachtliche Leistung.

9:40 Stunden benötigte Link für die mit reichlich Höhenmetern gespickte Strecke. Nach 1:06 Stunden und auf Platz 18 in seiner Altersklasse beendete der 40-Jährige das 3,8 Kilometer lange Schwimmen im See bei Peyrolles und startete die Aufholjagd in Richtung Aix.

Auf teilweise widrigen Straßenverhältnissen wurde ihm anschließend auf der Radstrecke alles abverlangt. Rund 2000 Höhenmeter, verteilt auf 180 Kilometern, mussten in Südfrankreich bewältigt werden. Hier hätte bei Kilometer 45 das Rennen für Link schon beendet sein können. Ein Athlet vor ihm fuhr zu schnell durch die Versorgungsstation, verlor beim Greifen einer Wasserflasche die Kontrolle über sein Rad und stürzte schwer. „Um ein Haar hätte ich ihn überfahren“, erinnert sich Link.

Hitzeschlacht beginnt

Um die Mittagszeit stiegen die Temperaturen über die 30-Grad-Marke. Die Hitzeschlacht begann. Kurz vor Ende der Radstrecke galt es noch, den Col de Cengle zu bewältigen – der steilste Anstieg der Radstrecke mit einer technisch anspruchsvollen Abfahrt nach Aix-en-Provence führt. Nach gut fünf Stunden und mittlerweile auf Platz 10 liegend ging es in die zweite Wechselzone.

Es wurde Zeit für den Marathon, Links stärkste Disziplin. Sechs Runden mit je sieben Kilometern und noch einmal 350 Höhenmetern wurden durch die Altstadt von Aix gelaufen. Der Rundkurs hatte so gut wie keine Flachpassagen und sehr wechselhafte Untergründe, was ein rhythmisches Laufen so gut wie unmöglich machte. Kurze Erholungsphasen waren nur in den Bergab-Passagen möglich.

Zu allem Überfluss vergaß der Bamberger in der Hitze des Gefechts seine eigene Nahrung in seinem Wechselbeutel und war auf alle verfügbaren Verpflegungsstationen angewiesen. „Aufgrund der extremen Hitze habe ich im Endeffekt sowieso alle Stationen mitgenommen, um den Körper mit Eis zu kühlen. Anders wäre der Marathon nicht machbar gewesen“, resümierte Link nach dem Rennen.

Mit zugerufenen Zwischenzeiten der Konkurrenz und unter Anfeuerungen seines Teams machte der Bamberger Platz um Platz gut und belohnte sich mit dem Altersklassen-Podestplatz und der zehntschnellsten Laufzeit des Tages – inklusive dem Hawaii-Slot.

„Im Sommer werde ich einige Liga-Wettkämpfe bestreiten und eventuell auf der Mitteldistanz in Erlangen starten. Es gilt natürlich, im Vorfeld nicht zu viele Körner zu lassen und mental wieder in den Angriffsmodus zu schalten“, so Link.