Während hierzulande in der vergangenen Woche mit großer Hitze gekämpft wurde, musste Jule Lindner bei ihrem U20-WM-Debüt im Winter Perus mit ungewohnten Bedingungen kämpfen. Temperaturen um die 16 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit machten das Laufen etwas schwerer. Doch davon ließ sich das Lauftalent der LG Bamberg nicht abhalten.
Mit viel Freude startete sie bei ihrem Vorlauf über 3000 Meter Hindernis mit dem Ziel, sich für das Finale zu qualifizieren. Hierfür musste Lindner sicher unter die besten Acht ihres Laufs kommen. Während sich bereits zu Beginn des Rennens drei Afrikanerinnen deutlich absetzten, blieb die Bambergerin kontinuierlich an der nächsten Verfolgergruppe und hielt sich immer an Position 5 bis 7.
Sturz überstanden
Nach gemächlichem Start wurde das Tempo auf den letzten beiden Runden deutlich erhöht. Die Läuferin der LGB positionierte sich geschickt auf Platz vier, bevor ihr am letzten Wassergraben ein kleines Missgeschick passierte. Sie kam nur mit ihrem schlechteren Bein an den Balken und rutschte zusätzlich so ab, dass sie in den Wassergraben stürzte. Nach kurzer Schrecksekunde besann sich Lindner, stand auf und nahm wieder die Verfolgung auf.
Durch ihre gute vorherige Positionsarbeit und die schnelle Reaktion nach dem Sturz konnte die Bambergerin in 10:26,74 Minuten als Siebte die Ziellinie überqueren. Dass ihr die Finalteilnahme trotzdem noch so sicher gelang, zeigte ihre besondere Klasse.
Zwei Tage später beim Endlauf galt es, noch einmal Bestzeit zu laufen und als jüngerer Jahrgang Erfahrungen zu sammeln. Schließlich ist sie noch nie innerhalb so kurzer Zeit zwei Rennen über 3000 Meter Hindernis gelaufen, da es auf deutscher Ebene immer nur das Finale gibt.
Taktisch klug ging Lindner das Rennen ruhig an und nahm sich vor, lieber auf den letzten Runden noch ein paar Plätze sowie Sekunden gutzumachen. Dies gelang ihr sensationell. Mit 10:09,73 Minuten konnte die Gymnasiastin ihre Bestzeit nochmals deutlich steigern und Platz 12 im Finale sichern.
Neben der persönlichen Genugtuung, dass sich das anstrengende Training und die lange Saison gelohnt hatte, erzielte Lindner hiermit noch die Perspektivkader-Norm des Deutschen Leichtathletik Verbands. Darüber hinaus lohnt sich ein Blick auf die europäische Bestenliste. Hier liegt das Lauftalent bei seinem Jahrgang auf Platz 2 und schaut optimistisch in Richtung kommende Saison, welche die U20 Europameisterschaft zum Höhepunkt hat. Bis dahin heißt es aber ausreichend Pause zu machen und wieder Kräfte für die kommende Wintersaison zu sammeln.
Daheim angekommen, wurden Jule und Zwillingsschwester Emma Lindner im Fuchs-Park-Stadion von der ganzen LG für ihre Qualifikation zur U20 WM geehrt. Emma Lindner musste nach geleisteter Norm zuhause bleiben, da auf ihrer Strecke zwei Läuferinnen am Ende der Saison schneller waren und die Bambergerin mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Die LG Bamberg ist sehr stolz darauf, derart talentierte Läuferinnen in ihren Reihen zu haben, vor allem wenn man bedenkt, dass eigentlich noch Theresa Andersch das Trio komplettiert. Sie musste in dieser Saison aber wegen einer OP auf Starts verzichten.









