Kundgebung
Bamberg bleibt solidarisch
Die Demonstranten auf dem Maxplatz drückten auch mit Fahnen und Bannern ihre Haltung aus.
Die Demonstranten auf dem Maxplatz drückten auch mit Fahnen und Bannern ihre Haltung aus.
Foto: Marion Krüger-Hundrup
Bamberg – Über 100 Menschen demonstrierten am Samstag auf dem Maxplatz für Toleranz und Demokratie und gegen Antisemitismus, Nazis und Querdenker.

Die Botschaft der über 100 Demonstranten auf dem Maxplatz war klar und eindeutig: Bamberg bleibt solidarisch und bunt! Antisemiten, Nazis, Querdenkern wie die Stay-awake-Gruppe „wollen wir keinen Platz lassen, sie widersprechen unserer demokratischen Rechtsordnung und haben eine Grenze überschritten“, begründete Luis Reithmeier (Grünes Bamberg) die Kundgebung am Samstagnachmittag just an dem Ort, an dem wiederholt Stay awake aufmarschiert. Reithmeier hatte stellvertretend für ein Bündnis aus 21 Organisationen die „Demo für Toleranz, Respekt und Demokratie – Kein (Max-) Platz für Antisemitismus, Querdenken, Nazis, AfD & Co.“ bei den Behörden angemeldet.

Hubertus Schaller (links) beschwor die Vielfalt einzigartiger Menschen in der Demokratie, die gepflegt und verteidigt werden müsse.
Hubertus Schaller (links) beschwor die Vielfalt einzigartiger Menschen in der Demokratie, die gepflegt und verteidigt werden müsse.
Foto: Marion Krüger-Hundrup

Acht Redner bündelten die Intention der Kundgebung. Einige zentrale Sätze klangen so: „Um Demokratie muss jeden Tag gestritten werden, sie ist eine Geisteshaltung und hat mit Respekt, Toleranz zu tun!“ – „Wer Corona-Maßnahmen mit dem Nazi-Terror gegen Juden vergleicht, verharmlost den Holocaust!“ – „Wer Deutschland als Diktatur bezeichnet und sich mit Sophie Scholl vergleicht, hat jedes Maß verloren!“ – „Null-Toleranz für diese Kräfte! – „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!“ – „Ja zum Existenzrecht Israels!“ – „Wir fordern angemessene Bezahlung für einen Antisemitismusbeauftragten der Stadt Bamberg!“

Deutliche Botschaft auf dem Maxplatz
Deutliche Botschaft auf dem Maxplatz
Foto: Marion Krüger-Hundrup

Israel-Flaggen oder Regenbogenbanner wehten im böigen Wind. Den Regenbogen als zentrales Zeichen am Ende der biblischen Noah-Geschichte griff zum Beispiel Hubertus Schaller vom „Bamberger Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus“ auf.

„Knallharte Erfahrung“

„Würde nur eine Farbe des Regenbogens sich ungebührlich aufblähen oder nur eine Farbe wegfallen, verdrängt, ausgegrenzt, diffamiert und abgeschoben werden, dann wäre der Regenbogen nicht mehr Regenbogen!“ Das höre sich recht kindlich an, meinte Schaller, beschreibe jedoch „knallhart die Erfahrung, die Menschen machen“. So sage er „im Lichte der Demokratie mit der Vielfalt einzigartiger Menschen, Weltanschauungen, Lebensweisen, Interessen und im Zeichen des Regenbogens“ ein deutliches Nein zu Antisemitismus, Antiziganismus, Islamophobie, Antifeminismus, Rassismus, Menschenhass, Politikerhass, Pressehass.

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Ein Nein zu Verschwörungs- und Lügenerzählungen, Hetze, Gewalt und nein zu Gruppen und Parteien, „die all diese Ausdrucksformen der Feindschaft unwidersprochen zulassen“. Er sage „im Lichte der Demokratie und im Zeichen des Regenbogens aber ein Ja zu Menschenfreundlichkeit“, fuhr Hubertus Schaller fort, ein eindeutiges Ja zu einer toleranten und wissenschaftsbasierten Debattenkultur und zu einer Philosophie der Hoffnung und der guten Zukunft.

Die Kundgebung verlief friedlich sowie coronakonform mit Abstandswahrung und Mund-Nase-Bedeckung. Die anwesende Polizei musste nicht eingreifen.

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