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21 Jahre Bezirkstagspräsident
Trauer um Edgar Sitzmann: Die Altenburg war seine Liebe
Edgar Sitzmann ist am 18. Juli 2024 mit 89 Jahren in Bamberg verstorben
Edgar Sitzmann ist im Alter von 89 Jahren in Bamberg verstorben // Foto: Bezirk Oberfranken
Signet des Fränkischen Tags von Heike Krause-Leipoldt
Bamberg – Edgar Sitzmann ist am 18. Juli im Alter von 89 Jahren in Bamberg verstorben. Als ehemaliger Bezirkstagspräsident und Vorsitzender des Altenburgvereins war er weit über Bamberg hinaus bekannt. Eine Würdigung.

Edgar Sitzmann war von Haus aus Volksschullehrer. Zunächst in Heroldsbach, dann in Untersteinach und später in Burgwindheim. Schon früh ging er in die Politik und sollte hier bis zu seinem Tod mit 89 Jahren sehr große und nachhaltige Fußstapfen hinterlassen. Seine Frau Magdalena, die er bereits in frühen Jahren in der katholischen Jugend St. Martin kennengelernt hatte, stand ihm dabei mit Rat und Tat sowie mit liebevoller Kritik zur Seite.

Bamberg war sein Zuhause

Zum 65. Ehejubiläum von Magdalena und Edgar Sitzmann (Mitte) gratulierte Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (r.).
Zum 65. Ehejubiläum von Magdalena und Edgar Sitzmann (Mitte) gratulierte Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (r.). // Joseph Beck

Bamberg und die Martinskirche, in der er geheiratet hatte, waren immer sein Zuhause. Kein Wunder, dass er, als sich die Möglichkeit bot, sein ehemaliges Geburtshaus in der Gärtnerstadt zurückkaufte und liebevoll restaurierte. Er liebte auch seine Stadt und engagierte sich unter anderem im Altenburgverein. Besonders diese Burg war seine „große Liebe“, wie es der Geschäftsführer des Altenburgvereins, Gerd Urbanski, ausdrückte. War hier etwas zu erledigen, stand Sitzmann, der bis 2011 21 Jahre lang Erster Vorsitzender war, sofort bereit, sich darum zu kümmern. So gründete er unter anderem die Stiftung des Vereins. Mit der überlebensgroßen Eule aus hellem Sandstein, die seit seinem 85. Geburtstag im Jahr 2020 die Altenburg bewacht, wurde ihm (und der Öffentlichkeit) ein bleibendes Geschenk für sein unermüdliches Wirken überreicht.

Edgar Sitzman wird als geradliniger Mann beschrieben

Urbanski würdigte Sitzmann als einen Menschen, auf den man zugehen konnte, der geradlinig war und zu dem man sofort Vertrauen fassen konnte. Ging es um Vereinbarungen, konnte man sicher sein, dass er sie einhielt. Zudem war er ein sehr guter Zuhörer, erzählte aber selbst auch gern.

Edgar Sitzmann war von 1982 bis 2004 Bezirkstagspräsident von Oberfranken

An Berichten aus seinem bewegten Leben bestand sicherlich kein Mangel. Edgar Sitzmann war von 1982 bis 2003 Bezirkstagspräsident von Oberfranken. Auf ihn gehen nach Angaben des Bezirks zahlreiche Projekte zurück, darunter Neubauten der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Bayreuth sowie in Coburg. Auch überführte er das ehemalige Kreiskrankenhaus in Rehau in den Besitz des Bezirks Oberfranken. Darüber hinaus entwickelte er Haus Marteau weiter, eine internationale Musikbegegnungsstätte in Lichtenberg. Doch er war auch streitbar und erkämpfte per Klage gegen den Freistaat Bayern eine Neuregelung der Berechnung der Ausgleichsmittel nach Artikel 15 FAG. Dabei geht es um Zuweisungen des Staates an die Bezirke im Rahmen von Eingliederungshilfen und Sozialhilfe.

Sitzmann erhielt zahlreiche Ehrungen, auch das Bundesverdienstkreuz

Edgar Sitzmann erhielt für sein Engagement zahlreiche Ehrungen. Zu nennen sind nach Angaben des Bezirkstags die Ehrenmedaille des Bezirks Oberfranken in Gold, die wertvollste Auszeichnung, die der Bezirkstag vergeben kann. Auch bekam er den Bayerischen Verdienstorden und darüber hinaus das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Bezirkstagspräsident Henry Schramm würdigte den Verstorbenen als „Kümmerer“, als jemanden, dem das Soziale und Gesellschaftliche sehr am Herzen lagen. Dabei half Sitzmann, dass er ein Netzwerker war und seine vielen Verbindungen auch sehr gut pflegte. Zudem war er immer an den Menschen, an jedem Einzelnen, interessiert. Seine größte Kraft für seine zahlreichen Aktivitäten zog er laut Schramm wohl aus der Familie, seiner Frau, seinen drei Kindern und vier Enkeln, und aus seinem umfangreichen Freundeskreis, den er ebenfalls sorgsam pflegte. Edgar Sitzmann war ein im besten Sinne väterlicher Typ, dabei zugewandt und offenherzig – wichtige Eigenschaften für ein bewegtes und erfolgreiches Leben. Nicht nur die Familie, der Bezirkstag und der Altenburgverein verlieren einen bemerkenswerten Menschen, er wird auch vielen anderen fehlen.

Die Beerdigung findet am 26. Juli in Bamberg statt

Die Beerdigung beginnt am kommenden Freitag um 9 Uhr in der Heilig-Grab-Kirche in Bamberg und wird um 11 Uhr in der großen Trauerhalle auf dem Friedhof Bamberg fortgesetzt.

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