Austausch
Für Dialog und Toleranz auf dem Balkan
Ein albanisches Essen gehörte zum Programm.
Ein albanisches Essen gehörte zum Programm.
Foto: pr
Bamberg – Der Politiker Thomas Silberhorn reiste in den Kosovo. Florim Gashi gehörte zu der Delegation und zeigte seine Heimatstadt.

Da staunte Florim Gashi nicht schlecht, als Thomas Silberhorn, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium und direkt gewählter CSU-Abgeordneter aus Bamberg, ihn fragte, ob er als politischer Gast seiner Delegation bei einer Balkan-Reise dabei sein wolle. Gashi fuhr mit, wie aus einer Mitteilung Silberhorns hervorgeht.

Thomas Silberhorn setzt sich nach eigenen Angaben seit Jahren dafür ein, die angespannte Situation zwischen Serbien und dem Kosovo zu deeskalieren. Gashi, Vorsitzender des Deutsch-Albanischen Kulturvereins Dardania Bamberg und gebürtiger Kosovare, der in den Neunzigern aus dem damaligen Kriegsgebiet geflüchtet ist und sich nichts mehr wünscht als Frieden in der Region, musste nicht lange überlegen: Sofort bot er Thomas Silberhorn an, ihn nicht nur zu begleiten und zu dolmetschen, sondern ihm auch seine Heimatstadt Prishtina zu zeigen.

Die Gruppe flog von Berlin nach Belgrad, von dort weiter nach Prishtina und schließlich über Sarajevo zurück nach Nürnberg. Vier intensive Tage für alle Beteiligten und eine fantastische Gelegenheit für Florim Gashi, sich insbesondere während des Aufenthalts in Prishtina ganz persönlich für sein Land einzusetzen.

Er nahm an dem Treffen zwischen Thomas Silberhorn und dem kosovarischen Premierminister Albin Kurti und anderen politischen und militärischen Gesprächspartnern teil.

Ein kleiner Höhepunkt aber dürfte das traditionelle albanische Abendessen gewesen sein, zu dem Florim Gashis Mutter in ihr Haus einlud. Besonders für die an Serbien angrenzende Region im nördlichen Kosovo ist es nach wie vor wichtig, dass die KFOR – auch unter deutscher Beteiligung – weiterhin den Aufbau einer zivilen Friedensordnung fördert und sichert.

Noch immer ist die Situation alles andere als stabil und wäre ohne die derzeit 3400 im Einsatz befindlichen Soldatinnen und Soldaten (davon rund 80 aus Deutschland) nicht vorstellbar.

Dennoch: Die Menschen im Kosovo selbst und Menschen wie Florim Gashi, die sich auch aus der Ferne für eine Verbesserung der Lebensbedingungen in ihrer alten Heimat engagieren, glauben an die Kraft von Dialog, gegenseitigem Verständnis und Toleranz. Sie geben die Hoffnung auf Frieden nie auf.

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