Zwei Tage nach der Landtagswahl 2023 sind auch alle Zweitstimmen ausgezählt. Demnach ziehen über die Listen ihrer Parteien zehn Politikerinnen und Politiker aus Oberfranken in den bayerischen Landtag ein, wie die Landeswahlleitung am Dienstag, 10. Oktober 2023, auf ihrer Webseite bekannt gab.
Als einer von drei gewählten oberfränkischen AfD-Listenkandidaten wird künftig auch der Strullendorfer Hufschmied Florian Köhler die Region im Maximilianeum vertreten.
Der 29-Jährige, seit 2018 Mitglied im Bezirkstag, wurde auf der Oberfrankenliste der vom Verfassungsschutz beobachteten Partei mit 34.235 Gesamtstimmen vom vierten auf den zweiten Platz vorgewählt.
Auf Platz eins bekommen künftig AfD-Landeschef Martin Böhm aus Coburg und auf dem dritten Platz der Kronacher Maschinenschlosser Harald Meußgeier im Landesparlament Sitz und Stimme.
Für die Grünen Sowa und Pargent im Landtag
Für die Grünen werden die Erstplatzierte auf der Oberfrankenliste, die Bamberger Architektin und baupolitische Fraktionssprecherin Ursula Sowa, und der Bayreuther Geograf und bisherige parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion Tim Pargent die Interessen Oberfrankens vertreten.
Freie Wähler schicken Glauber, Ludwig und Frühbeißer in Landtag
Für die Freien Wähler ziehen über die Liste der in Forchheim kandidierende Umweltminister Thorsten Glauber, der Eventmanager Rainer Ludwig aus Kulmbach und der Pottensteiner Bürgermeister Stefan Frühbeißer in den Landtag ein. Die Sozialdemokraten schicken den Weißenstadter Malermeister Holger Grießhammer und die Kronacher Rechtsanwältin Sabine Gross aus Oberfranken ins Münchner Maximilianeum.
AfD-Mann Weiß hat es nicht geschafft
Nicht gereicht hat es dagegen für den Zapfendorfer Tankstellenbetreiber Michael Weiß, der im Stimmkreis Bamberg-Stadt als Direktkandidat antrat und auf der AfD-Liste nach Auszählung auf Platz fünf rangierte.
Stadtrat Grader im Bezirkstag
Im Bezirkstag werden aus der Region Bamberg neben dem direkt gewählten Landrat Johann Kalb und Hallstadts Bürgermeister Thomas Söder (beide CSU) über ihre Parteilisten ebenfalls Florian Köhler (AfD) und Stadtrat Wolfgang Grader (Grünes Bamberg) mitreden. Der 63-jährige Schulrektor erhielt 14.173 Gesamtstimmen und wird als einer von zwei Grünen künftig in dem Bezirksgremium mitentscheiden.
Nicht gereicht zum Einzug in den Bezirkstag hat es dagegen für den Gundelsheimer Bürgermeister Jonas Merzbacher und seinen Amtskollegen aus Oberhaid Carsten Joneitis, die auf der oberfränkischen SPD-Liste auf Platz vier (Merzbacher mit 12.577 Gesamtstimmen) beziehungsweise Platz sechs (Joneitis mit 10.025 Stimmen) landeten.
AfD-Mann Köhler empört mit NS-Jargon
Im Wahlkampf hatte AfD-Mann Köhler mit seinem Motto „Ausmisten für Deutschland“ und weiteren Aussagen bei vielen Zuhörern Assoziationen zum Jargon der Nationalsozialisten geweckt. So sprach er bei einem Wahlkampfauftritt mit dem zum verbotenen völkischen Flügel der rechtsradikalen Partei zählenden AfD-Bundesvize Stephan Brandner von „Zügen als rollende Asylantenheime“, von „afroarabischem Lumpenproletariat“ und davon, dass „Schulhof-Paschas“ deutschen Mädchen diktierten, „dass sie Kopftuch tragen müssen“.
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