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Landtagswahl 2023
So war die Stimmung an den Urnen in Bamberg
Heike Seufert passt im Stimmbezirk 01 (Rathaus Maxplatz) darauf auf, dass bei der Abgabe keine Fehler passieren.
Heike Seufert passt im Stimmbezirk 01 (Rathaus Maxplatz) darauf auf, dass bei der Abgabe keine Fehler passieren. // Markus Klein
Bamberg – Ein kleiner Einblick in die Stimmbezirke 01 und 34.

Der Herr im Trachten-Janker, die Dame in Kleid und Mantel, die Frisuren trotzen dem Wind wie in einer Haarspray-Werbung: Ein älteres Ehepaar scheint sich extra schick gemacht zu haben für den Gang zur Landtags- und Bezirkswahl. Gegen 10 Uhr schreiten sie am Oberen Stephansberg schnurstracks ins Wahllokal, während ein junges Paar an der Tür der wissbegierigen Tochter erklärt, was die kleinen und großen, weißen und blauen Zettel bedeuten.

Lange warten muss drinnen niemand. Etwa 70 Striche ziert die Wählerliste um diese Zeit – bei über 1000 zum Stimmbezirk 34 gehörigen Bambergern. Die Wahlhelfer schätzen, dass der Ansturm wenn überhaupt erst nach dem Mittagessen kommt.

Der städtische Pressesprecher sagt auf Nachfrage, dass um 11 Uhr bereits 4505 Bamberger in den 43 Wahllokalen gewählt haben. Zusammen mit weit über 20.000 Briefwählern liegt die Wahlbeteiligung um diese Uhrzeit damit bereits bei fast 50 Prozent.

Wahlvorstand: „Lieber langsam und korrekt auszählen“

Gegen 13 Uhr im Stimmbezirk 01 im Rathaus am Maxplatz kann das Warten auf eine freie Wahlkabine durchaus schon mal zehn Minuten dauern. Wähler wie auch Wahlvorstand Heike Seufert lassen sich indes nicht aus der Ruhe bringen. „Ich bin schon seit fast 30 Jahren dabei, heute ist für mich fast ein normaler Tag“, erzählt Seufert, erst nachdem sie genau darauf geachtet hat, dass ein Wähler jeden Zettel in der richtigen Urne versenkt. Bis 23 Uhr wird ihr ehrenamtlicher Arbeitstag heute dauern, schätzt sie. Beim Auszählen ab 18 Uhr ist ihr Motto: „Lieber langsam und korrekt, bevor es zu Fehlern kommt!“

Nordrhein-Westfalen kritisieren Söder

Jörg Bauer und seine Frau beschließen draußen am Maxplatz, noch ein wenig im Hain spazieren zu gehen. Beizeiten geht es aber wieder nach Hause. Denn: „Ab 18 Uhr werde ich nervös“, sagt Bauer. Warum? „Wir befürchten, dass nicht nur demokratische Parteien in den Landtag einziehen“, spielen sie auf die starken Umfrageergebnisse für die AfD an. Die beiden Nordrhein-Westfalen gehen zwar zu jeder Wahl, aber nun zum ersten Mal in Bamberg und Bayern. Welche Unterschiede fallen auf? Jörg Bauer sieht bei den Unions-Ministerpräsidenten, die beide auch als Kanzlerkandidaten gehandelt werden, einen anderen Stil: Hendrik Wüst würde eher auf Kompromisse hinarbeiten, Markus Söder nur spalten und „draufhauen“, was Rechtsextreme stärke.

Bamberger Studierende wollen Kante gegen Rechts zeigen

Gemeinsam Wählen gegangen sind die Studierenden Alisa, Olivia und Sönke, die mit ihrer Stimme „klare Kante gegen Rechts zeigen“ wollen, so Alisa. Das Thema Migration werde für den Wahlkampf unnötig aufgebauscht, findet Sönke. „Es gibt wichtigere Themen, wie den Klimawandel.“

Die Hochrechnungen und Ergebnisse werden die drei den Abend über verfolgen, sagen sie. Obwohl sie zusammen wohnen aber nicht gemeinsam am Fernseher. „Wir sind da eher die Generation Handy“, sagt Alisa.

Anmerkung der Redaktion: Die Ansichten der angesprochenen Personen sind nicht repräsentativ und spiegeln nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.

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