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Sportolymp in Bamberg
Altes Hallenbad wird Uni-Sportzentrum
Der Blick durchs Bullauge in das Schwimmbecken des alten Hallenbads. Hier wird bis 2026 unter anderem eine Zweifachsporthalle entstehen.
Der Blick durchs Bullauge in das Schwimmbecken des alten Hallenbads. Hier wird bis 2026 unter anderem eine Zweifachsporthalle entstehen. // Benjamin Herges/Universität Bamberg
Signet des Fränkischen Tags von Werner Höchstetter
Bamberg – Nach dem Stadtratsbeschluss zur Neugestaltung des Atriums soll mit dem Umbau des ehemaligen Hallenbades zum Sportzentrum die zweite Bauruine in Bamberg verschwinden. Am Freitag wurde der Hammerschlag zum Baubeginn gefeiert.

Wo Generationen von Bambergern das Schwimmen gelernt haben, sollen bald angehende Sportlehrerinnen und -lehrer ihr Handwerkszeug erwerben. Als potenter Bauherr für das geplante Hochschulsportzentrum konnte der Freistaat Bayern gewonnen werden, der das Projekt mit 24 Millionen Euro finanziert.

Das alte Hallenbad, das zwischen 1964 und 1967 erbaut wurde und seit seiner Schließung 2011 im Dornröschenschlaf liegt, soll ab Mitte 2026 für die universitäre Sportlehrerausbildung zur Verfügung stehen.

In dem kubischen Baukörper entstehen auf 2850 Quadratmetern unter anderem eine Zweifachsporthalle mit Gymnastikraum sowie ein Beachvolleyballfeld und eine 100-Meter-Laufbahn mit diversen sportstudentenspezifischen Nutzungsmöglichkeiten. Die Konzentration aller universitären Sportaktivitäten an einem Ort stellt einen großen Fortschritt dar.

Aspekte des Klimaschutzes werden in zeitgemäßer Form berücksichtigt  

Dazu wurde das seit 2006 unter Denkmalschutz stehende Gebäude bereits entkernt und von schwierigen Altlasten befreit. Selbstverständlich werden auch Aspekte des Klimaschutzes in zeitgemäßer Form berücksichtigt, etwa durch den einer Photovoltaikanlage und einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.

Vor Kurzem fand im Beisein von Wissenschaftsminister Markus Blume und Europaministerin Melanie Huml der Hammerschlag zum Baubeginn des neuen Zentrums für Sportlehrerausbildung statt. Dabei wurden mehrere Fliesen von den anwesenden Ehrengästen zerschlagen.

Universitätspräsident Kai Fischbach eröffnete die Baubeginnsfeier mit einem Bonmot seines ehemaligen Lehrers: „Es gibt drei wichtige Dinge im Leben: Sport, Mathematikunterricht und Philosophie, in dieser Reihenfolge.“

Tief bewegt von vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten

Universitätskanzlerin Dagmar Steuer-Flieser ergänzte ein Zitat, das in bauaffinen Kreisen kursiert: „Ein altes Haus zu renovieren macht viel mehr Spaß, als ein neues zu bauen und kostet kaum doppelt so viel.“

Auch der Leiter des Universitätssportzentrums Stefan Voll zeigte sich tief bewegt von den vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten der künftigen Sportstätte sowohl für den Hochschulsport als auch für die Sportstudierenden.

So wird es neben der Sporthalle und den Leichtathletikanlagen auch einen Tanzboden, einen Fitnessraum, eine fußfreundliche Finnenbahn, aber auch die Möglichkeit zum Rudern auf dem angrenzenden Kanal geben. Durch die Kooperation mit Wacker Bamberg kann auch das dortige Sportgelände mitgenutzt werden.

Die Hämmer für den symbolischen Hammerschlag liegen bereit.
Die Hämmer für den symbolischen Hammerschlag liegen bereit. // Werner Höchstetter

Klima- und Denkmalschutz im Einklang

Mehrere Festredner betonten, dass die besondere Herausforderung darin bestand, die Anforderungen der universitären Sportlehrerausbildung mit den Aspekten des Klima- und Denkmalschutzes in Einklang zu bringen.

Einigkeit herrschte auch darüber, dass das entstehende Hochschulsportzentrum die Situation der Sportstudierenden durch kurze Wege und hochmoderne, attraktive Sportstätten deutlich verbessern wird.

Gleichzeitig bietet sich das neue Sportzentrum als Partner für den Spitzensport an. Die Bamberger Europaministerin Melanie Huml schilderte in einer launigen Rede, wie der „Marathon“ vom ausgedienten Hallenbad zum hochmodernen Hochschulsportzentrum bewältigt wurde.

Nicht nur Bierhauptstadt, sondern in Zukunft auch Sportolymp

„Wo bin ich und warum“ waren die einleitenden Worte von Wissenschaftsminister Markus Blume. Er habe im Stau gestanden, aber es sei ihm eine Ehrensache gewesen, zu kommen. Bamberg, die „Ikone der Denkmalpflege in Deutschland schlechthin“, biete ein spektakuläres Ensemble für den Hochschulport.

Bamberg sei künftig nicht nur Bierhauptstadt, sondern auch Sportolymp. „Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper“, zitierte der Wissenschaftsminister ein altes lateinisches Sprichwort.

Der Hammerschlag läutete den offiziellen Baubeginn ein. Dabei waren (v.l.): Ulrich Delles, Leiter des Staatlichen Bauamts Bamberg, Jonas Glüsenkamp, Zweiter Bürgermeister der Stadt Bamberg, Dagmar Steuer-Flieser, Kanzlerin der Universität, Melanie...
Der Hammerschlag läutete den offiziellen Baubeginn ein. Dabei waren (v.l.): Ulrich Delles, Leiter des Staatlichen Bauamts Bamberg, Jonas Glüsenkamp, Zweiter Bürgermeister der Stadt Bamberg, Dagmar Steuer-Flieser, Kanzlerin der Universität, Melanie Huml, bayerische Staatsministerin für Europaangelegenheiten und Internationales, Markus Blume, bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Kai Fischbach, Präsident der Universität Bamberg, Holger Dremel, Mitglied des bayerischen Landtags, sowie Heidrun Piwernetz, Regierungspräsidentin von Oberfranken. // Benjamin Herges/Universität Bamberg

Attraktion für den Universitätsstandort

Der Leiter des Staatlichen Bauamtes, Ulrich Delles, ging noch einmal auf die besonderen Schwierigkeiten ein, ein Hallenbad in eine Hochschulsportanlage umzuwandeln.

„Auf der grünen Wiese geht das leichter“, aber schließlich sei man dem Umweltschutzgedanken verpflichtet gewesen. Aus heutiger Sicht sei es eine erstaunlich weitsichtige Entscheidung gewesen, bestehende Strukturen im Sinne der Nachhaltigkeit und des Denkmalschutzes zu erhalten.

Zweiter Bürgermeister Glüsenkamp beleuchtete rückblickend noch einmal den Gewinn, den die Stadt Bamberg aus dem Projekt zieht. Studentenvertreter Paul Rodenbach zeigte sich ebenso begeistert wie erleichtert: „Nach einem Jahrzehnt der Planung ist es dringend notwendig, dass es endlich losgeht. Wir freuen uns auf das Sportzentrum, es ist zentrumsnah und eine Attraktion für den Universitätsstandort Bamberg“.

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