Das 183. Forchheimer Annafest ist entspannt in die elftägige Bierkellerkerwa gestartet. Der Auftakt am Freitag stand im Fokus des Besuchs von Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der „Kellerwald-Bürgermeister“ Udo Schönfelder beim Anstich des ersten Fasses beistand.
Nicht nur beim Festbeginn am Schindlerkeller waren Einsatzkräfte der zentralen Ergänzungsdienste aus Bamberg und private Sicherheitsdienste zu sehen, die das Areal vor dem Riesenrad großräumig absicherten. Eine weitläufige Veranstaltung wie das Annafest im frei zugänglichen Kellerwald stellt Ordnungskräfte und Polizei vor besondere Herausforderungen.
Neben den auffällig uniformierten Sicherheitsdiensten patrouillierten Bereitschaftspolizisten in schwarzen Overalls und Polizeikräfte in Zivil auf den Kellerwaldwegen. Darunter waren Polizeihauptmeisterin Christine Legall und ihr Kollege Polizeihauptmeister Maximilian Kummer, die die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes prüfen sollten.
Polizei schützt Jugendliche
Bemerkenswert war die scheinbar gelassene Routine, mit der sich die beiden Beamten unauffällig bewegten und dennoch viele Beobachtungen gegenseitig flüsternd austauschten. Eine Handvoll Mädchen in Dirndln, positioniert an der Sandsteinmauer unweit des Schwanenkellers, bediente sich an dessen Cocktail- und Bowlebar, was die gefüllten Weinkelche zeigten.
Nach freundlicher Begrüßung und dem Vorzeigen der Dienstausweise wurden die Mädchen gebeten, ihr Alter auszuweisen. Alle waren zwischen 16 und 18 Jahren, wodurch ihnen der Konsum von weinhaltigen Mischgetränken, nicht aber Mischgetränken mit hochprozentigem Alkohol, erlaubt war. Ein kurzer Kontrollgang von PHM Kummer zur Schankstätte zeigte die ordnungsgemäße Deklarierung des Angebots, womit die Mädchen weiterfeiern durften.
Direkt neben tanzenden Menschen auf vollen Bänken an der Bühne logierte eine etwa zehnköpfige gemischte Clique. Auf den ersten Blick schienen die Jungs etwas älter zu sein als ihre Begleiterinnen; alle hatten offensichtlich alkoholische Getränke bei sich. Hier zeigte sich ebenso, dass das Alter der Runde den konsumierten Mischgetränken und dem Bier entsprach.
Allerdings entging dem prüfenden Blick der Beamten nicht, dass zwei der jungen Frauen schwere Stoffbeutel auf dem Rücken trugen. Die Flaschen darin bestätigten den Verdacht der Polizisten; nach der Festverordnung waren mitgebrachte Getränke nicht erlaubt. Die Aufnahme der Personalien und der Atemalkoholtest, den beide Mädchen ohne zu zögern und mit vertretbarem Ergebnis leisteten, waren Routine. Die Verabschiedung der beiden Freundinnen war dennoch angenehm und wohlwollend.
Effektive Deeskalation
Ein Funkspruch beorderte die Jugendschutzstreife zu den Fahrgeschäften am Hauptfestplatz. Dort wären wohl einige Jugendliche mit verbalen Auseinandersetzungen und kleineren Schubsereien aufgefallen.
Bei Ankunft am Autoscooter hatten Einsatzkräfte aus Würzburg bereits größtenteils für Ruhe gesorgt. Die Jugendschutzstreife suchte dennoch das Gespräch mit den Kontrahenten. Diese zerstreuten sich dann in verschiedene Richtungen.
Nach Dienstende gegen etwa 2 Uhr war PHM Kummer entspannt, da der weitere Abend und die Entleerung des Kellerwalds bis nach Mitternacht ohne größere Zwischenfälle blieben. Lediglich ein Stänkerer und zwei Betrunkene wurden von den Kollegen zur Ausnüchterung einquartiert: „So soll es sein und so kann es unsererseits alle elf Tage lang bleiben. Wenn nicht, dann sind wir da.“
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