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Feuer bei Firma Fritsche
Großbrand: So gefährlich war der Rauch über Forchheim
Großalarm in Forchheim: Recyclinghof Fritsche in FlammenForchheim & Fränkische Schweiz
Am Freitagnachmittag (4. April) war bei der Firma Fritsche in Forchheim ein Großbrand ausgebrochen. Die Rauchsäule war weit über Forchheim hinaus zu sehen. // Foto: NEWS5 / Ferdinand Merzbach (NEWS5)
Forchheim – Altpapier, Plastik, Aluminium – der Brand beim Entsorgungsbetrieb Fritsche am Freitag sorgte für dunklen Rauch über Forchheim. Welche Gefahr die Dämpfe bei so einem Brand darstellen und wie die Bürger gewarnt werden.

Der dunkle Rauch war am Freitagabend weit über die Stadtgrenzen von Forchheim hinaus am Himmel zu sehen. Gegen 17.35 war beim Recyclinghof und Entsorgungsbetrieb Fritsche in der Steinbühlstraße ein Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Zeitweise waren bis zu 220 Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Technischem Hilfswerk (THW) vor Ort. 

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte standen rund 1.000 Quadratmeter Abfälle bereits in Vollbrand. Darunter waren Abfälle aus Papier und Plastik, Reifen, Aluminium und Holzpaletten. Erst gegen 2.30 Uhr war das Feuer gelöscht, um circa 4.15 Uhr waren die Einsatzmaßnahmen laut der Feuerwehr Forchheim beendet. Der Sachschaden liegt nach ersten Schätzungen zwischen 10.000 und 15.000 Euro.

Brand in Forchheim: So gefährlich war der Rauch

Verletzt wurde bei dem Brand glücklicherweise niemand. Einige Einsatzkräfte klagten allerdings über Beschwerden und wurden wegen des Verdachts auf eine Rauchgasvergiftung vom Rettungsdienst behandelt. Es gehe aber allen gut, versichert Kreisbrandrat Oliver Flake am Montag nach dem Einsatz. 

Zeugen vor Ort berichten, dass der Rauch sehr penetrant und „giftig“ gerochen habe, vermutlich wegen des brennenden Plastiks. „Rauch ist nie gesund“, betont Kreisbrandrat Flake. Tendenziell könne Rauch von verbrennendem Kunststoff aber eine besondere Gefahr darstellen, vor allem im Einsatzbereich. Durch die Löschmaßnahmen habe sich der Rauch allerdings relativ schnell eindämmen lassen, so Flake. 

Brand bei Fritsche: Warnung der Bevölkerung

Wegen der starken Rauchentwicklung war die Bevölkerung dazu aufgerufen worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Außerdem wurde empfohlen, das betroffene Gebiet zu meiden und sich über die lokalen Medien über Updates zur aktuellen Lage zu informieren. Dazu wurde auch eine entsprechende Meldung über Warnapps versandt.

Weitere Maßnahmen seien in diesem Fall nicht notwendig gewesen, erklärt Flake. Falls die Gefahrenlage es veranlasst hätte, wären zudem noch Warnungen auf allen Rundfunkkanälen ausgestrahlt und die Menschen vor Ort mit Durchsagen auf die Situation aufmerksam gemacht worden. Als Steigerung dazu würden im Notfall auch noch die Sirenen aufheulen. 

Großalarm in Forchheim: Recyclinghof Fritsche in FlammenForchheim & Fränkische Schweiz
Die Löscharbeiten auf dem Gelände der Entsorgungsfirma Fritsche dauerten bis in die frühen Morgenstunden. // Foto: NEWS5 / Ferdinand Merzbach (NEWS5)

Tipp: Auf jeden Fall eine Warn-App installieren

Der Kreisbrandrat appelliert an alle, sich eine Warn-App herunterzuladen, um immer über aktuelle Ereignisse und Warnmeldungen informiert zu bleiben. Schließlich höre man nicht den ganzen Tag Radio oder lese Nachrichten.

Ein Angebot des Bundes dazu ist die Notfall-Informations- und Nachrichten-App, kurz Warn-App NINA. Sie liefert aktuelle Informationen für den eigenen Ort zu Gefahrenlagen wie zum Beispiel bei größeren Bränden oder Gefahrstoffausbreitung. Zudem enthält sie Warnungen des Deutschen Wetterdienstes und Informationen zu Hochwasser. 

Eine Alternative dazu ist KATWARN, eine App, die vom Fraunhofer-Institut entwickelt wurde. Sie warnt Nutzer ebenfalls vor Extremwetter und sendet Meldungen zum Bevölkerungsschutz, vergleichbar mit der NINA-App. 

Forchheim: Das ist zur Brandursache bekannt

Am Tag nach dem Brand liefen bei der Firma Fritsche die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. Die verkohlten Überreste des Abfalls und der Löschschaum wurden entsorgt. Der Recyclinghof auf der Vorderseite des Geländes habe schon am Samstagvormittag wieder geöffnet, sagte Betriebsleiter Günther Oppelt am Samstag gegenüber dem FT. Die betrieblichen Maschinen hätten keinen Schaden genommen, daher gehe man davon aus, dass sich der Betrieb im Laufe des Montags wieder normalisiere, so Oppelt. Eine Anfrage an das Unternehmen blieb am Montag bis Redaktionsschluss unbeantwortet. 

Als Ursache für den Brand stand bereits am Samstag die Vermutung im Raum, dass ein Elektrogerät mit eingebautem Akku oder eine alte Batterie das Feuer ausgelöst haben könnte. Im Gespräch mit dem FT hatte Oppelt erklärt, dass es immer mal wieder vorkomme, dass beispielsweise ein Akku ins Altpapier gelange und explodiere, wenn ein Radlader mit seiner Schaufel daran komme. Daher sei es so wichtig, dass Elektrogeräte, Akkus und Batterien ordnungsgemäß entsorgt würden. Das Polizeipräsidium Oberfranken bestätigte am Montag auf Nachfrage, dass weiterhin von einem Akku oder einer Batterie als Brandursache ausgegangen werde. 

Entsorgungsfachbetrieb Fritsche: Das steckt hinter dem Unternehmen

Die Firma Fritsche feierte 2020 ihr hundertjähriges Jubiläum. Das Unternehmen ist Anlaufstelle für Gewerbekunden als auch für Privatpersonen. Beim Wertstoffhof in Forchheim können Kunden unter anderem Altglas, Kartonagen, Schrott und Altkleider in den bereitgestellten Containern entsorgen. Annahmestellen gibt es auch in Bamberg und Ebermannstadt. Auch um Sperrmüll kümmert sich Fritsche nach Absprache. Unternehmen können bei der Firma Fritsche ebenfalls ihren Abfall fachgerecht entsorgen lassen. 

 

 

 

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